
AUDIO: Windkraft im Hamburger Hafen kommt nicht voran (1 Min)
Stand: 26.06.2026 06:32 Uhr
Bis 2040 soll Hamburg klimaneutral sein – und damit auch die Industrie im Hafen. Beim geplanten Bau neuer Windräder kommt die Hansestadt aber nicht voran, kritisieren der Bundesverband Windenergie und die CDU-Opposition.
Im Zentrum der Kritik steht Hamburgs Umweltbehörde, die für die Genehmigung neuer Windkraftanlagen zuständig ist. Die Behörde habe vor mehr als zwei Jahren in einem „Masterplan zur Windkraft im Hafen“ sieben mögliche Standorte für den Bau neuer Windräder festgelegt. Bis heute sei jedoch kein einziges Windrad genehmigt oder gebaut worden, kritisiert die CDU.
Betreiber von Windkraftanlagen müssten in Hamburg einen Kampf gegen behördliche Windmühlen ausfechten, sagte dazu die hafenpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Antonia Goldner. Ein Hindernis aus ihrer Sicht: der Schutz von Vögeln.
Verbände: „Industrie kommt nicht mehr voran“
Denn laut dem Hamburger Senat sei bislang nicht ausreichend geklärt worden, wie verhindert werden könne, dass Vögel durch die Windräder zu Schaden kommen. „Natürlich kann man versuchen, jedes Individuum zu schützen. Nur kommen wir dann mit der Industrie in Deutschland nicht mehr ernsthaft voran“, entgegnet der Landesvorsitzende des Bundesverbands Windenergie, Axel Röpke. „Letztendlich reden wir hier über Windkraft in einem Industriegebiet.“ Zudem gebe es schon seit Jahren Daten zu Vögeln im Hafen.
Senat: Bedenken der Flugsicherheit ausgeräumt
Laut dem rot-grünen Senat sei es inzwischen gelungen, Bedenken der Flugsicherheit auszuräumen: So wurde eine wichtige vorgeschriebene Route für Flugzeuge über den Hafen verlegt. Zum Schutz von Vögeln beim Windradbau gebe es aber noch weitere Untersuchungen.
Die Stadt Hamburg hat sich durch das Windenergieflächenbedarfsgesetz verpflichtet, ein halbes Prozent der Stadtfläche bis Ende 2032 als Windenergiegebiet auszuweisen.

Das Grüngebiet im Bezirk Altona könnte als Fläche für Windkraftanlagen ausgewiesen werden. Dagegen gibt es Widerstand.

Die Umweltbehörde hat kürzlich 19 mögliche Flächen für den Bau neuer Windräder vorgestellt. Kritik an der Auswahl kommt vom Bundesverband Windenergie.

Die meisten Gebiete liegen im Bezirk Bergedorf. Am Montagabend wurden die Pläne detailliert vorgestellt.