Die Temperaturen klettern und klettern: Bis zu 41 Grad könnten es am Wochenende in der Hauptstadtregion werden. Die Auswirkungen sind jetzt schon zu spüren: Die ersten Schulen geben ihren Schülerinnen und Schülern hitzefrei, zahlreiche Veranstaltungen wurden abgesagt.

Die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow untersagen ab Samstag das Grillen in den Parks. Und auch der Bundestag stellt sich auf die Rekordtemperaturen ein: Kuppel und Dachterrasse bleiben am Wochenende für Besucher geschlossen.

Wie gehen die Berlinerinnen und Berliner mit der brütenden Hitze um? Welche Tipps haben sie, um sich Abkühlung zu verschaffen? Welche Auswirkungen sind am Wochenende zu erwarten? Alles zur Hitzewelle in Berlin – hier im Live-Blog.

Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:

  • Der Berliner Fußballverband sagt die meisten Spiele am Wochenende ab. Auch viele andere Veranstaltungen fallen aus.
  • Kirchen öffnen zur Abkühlung, die Caritas sucht noch Freiwillige für die Obdachlosenhilfe.
  • Das Fusion-Festival und das Saisonabschlusskonzert der Berliner Philharmoniker finden trotz Hitze statt.

Superhitze in Berlin:Gießen, aber bitte richtig! So helfen Sie Berlins Straßenbäumen wirklich Wo es plötzlich spürbar kühler wird Sechs Frischeinseln für heiße Tage in Berlin Obdachlosen in der Berliner Hitze helfen Sonnencreme und Wasser sind immer im Gepäck 9:15 Uhr: Erste Schulen in Berlin melden Hitzefrei

Aufgrund der hohen Temperaturen haben die ersten Schulen in Berlin die Eltern und Erziehungsberechtigten über verkürzten oder teilweise komplett gestrichenen Unterricht informiert.

Am Ossietzky-Gymnasium in Pankow gilt heute ein Kurzstundenplan bis maximal 12 Uhr. Auch die Eichendorff-Grundschule in Charlottenburg verkündete am Donnerstagabend, dass die Schule heute geschlossen bleibt und die Schulpflicht somit für den Freitag aufgehoben wird. Eine Betreuung der Kinder könne jedoch gewährleistet werden, auch Mittag soll es für die Kinder geben.

Ob und wann es Hitzefrei für Schülerinnen und Schüler gibt, entscheiden in Berlin und Brandenburg die Schulleitungen. Entscheidend seien die Unterrichtsbedingungen an den einzelnen Schulen, etwa wie heiß es in den Klassenräumen ist.

08.46 Uhr: Abkühlung schon am frühen Morgen im Sommerbad Mariendorf

In den frühen Morgenstunden sind bereits rund 50 Gäste im Schwimmbad, um die Zeit vor der großen Hitze und dem großen Ansturm zu nutzen. Um kurz nach 7 Uhr ist die Wassertemperatur mit 26 Grad laut Anzeige sogar wärmer, als die Luft.

Sommerbad Mariendorf Im Sommerbad Mariendorf sind schon am frühen Freitagmorgen Dutzende im Wasser.

© Pia Schulz

08.17 Uhr: Berliner Philharmoniker lockern Kleiderordnung

Angesichts der erwarteten Hitze wird die Kleiderordnung bei den Berliner Philharmonikern gelockert. Das Spitzenorchester spielt am Samstagabend sein berühmtes Saisonabschlusskonzert in der Waldbühne vor rund 22.000 Menschen – in der Hauptstadt werden bis zu 41 Grad erwartet. Die Bühne liege abends glücklicherweise im Schatten, sagte eine Sprecherin des Orchesters.

„Die Herren treten ohne Jackett auf, dafür mit einem schwarzen Hemd als Oberteil“, sagte die Sprecherin. Die Ärmel dürften auch hochgekrempelt werden. Das Oberteil der Damen müsse nur bis zum Ellenbogen reichen und nicht langärmelig sein. Backstage gebe es Getränke und Kühlpacks.

Trotz Rekordtemperaturen Fusion-Festival und Konzert der Berliner Philharmoniker finden statt – das sind die Hitzepläne

„Wir sind es gewohnt, draußen zu spielen“, sagte die Sprecherin. Die Philharmoniker nutzen bei Konzerten im Freien in der Regel nicht ihre besten Instrumente, sondern hätten auch sehr gute Zweitinstrumente. Mit hohen Temperaturen hätten sie außerdem Erfahrung.

Besucherinnen und Besucher dürfen einen Liter alkoholfreies Getränk in Kunststoffflaschen oder -packs mitnehmen. Auch Taschenschirme als Sonnenschutz sind erlaubt, aber keine Stockschirme. Die Sprecherin der Philharmoniker rät außerdem noch zu Sonnenhut und Mückenspray. Das Konzert wird auch im Fernsehen und Radio übertragen.

07.23 Uhr: Tropische Nächte erwartet

Auch die kommenden Nächte bieten wenig Abkühlung. In der Nacht zu Freitag sollten die Temperaturen im Süden Brandenburgs noch mal auf 15 bis 18 Grad fallen, im Norden sogar auf 11 bis 14 Grad. In der Nacht zu Samstag werden dann schon 17 bis 22 Grad erwartet, vielerorts wird es also eine tropische Nacht.

Die Nacht auf Sonntag werde mit 20 bis 24 Grad „deutlich unangenehmer“, sagte Rubach. Die Tiefstwerte würden auch nur kurz zum Sonnenaufgang erwartet. Gegen Mitternacht sei es verbreitet noch 24 bis 29 Grad warm.

Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes werden auf Hitzewarnungen.de veröffentlicht. Der DWD empfiehlt unter anderem, die direkte Sonne zu meiden und die heißen Nachmittagsstunden in geschlossenen Räumen zu verbringen.

07.20 Uhr: DWD warnt vor möglichem Hitzegewitter

Der Deutsche Wetterdienst spricht von einer starken bis extremen Wetterbelastung für Berlin und Brandenburg. Das Wochenende werde noch mal deutlich heißer als der Freitag. Während heute (Freitag) Temperaturen von 33 bis 36 Grad erwartet werden, erreichen die Temperaturen am Samstag 40 bis 41 Grad. Punktuell kann es Hitzegewitter mit Hagel, Starkregen und Sturmböen geben. „Die bleiben meist an Ort und Stelle“, sagte DWD-Meteorologe Stefan Rubach.

Am Sonntag wird es ähnlich heiß wie am Samstag. Im Westen Brandenburgs erwartet der DWD bis zu 38 Grad, in Berlin und der Lausitz bis zu 40 oder 41 Grad. „Wir kommen auf jeden Fall in die Nähe von Rekorden“, sagte Rubach. Am Nachmittag und Abend nehme die Gefahr von Hitzegewittern dann wieder zu.

ARCHIV - Gewitter können schnell aufziehen: Sommerliche Wärmegewitter entstehen oft innerhalb weniger Minuten und erfordern schnelles Handeln. (zu dpa: «Draußen bei Gewitter: Wie kann ich mich schützen?») Foto: Patrick Pleul/dpa - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++ Gewitter können schnell aufziehen: Sommerliche Wärmegewitter entstehen oft innerhalb weniger Minuten.

© dpa/Patrick Pleul

Donnerstag 22.00 Uhr: Live-Blog schließt für heute

Wir hoffen, dass Sie ein kühles Plätzchen für den heutigen Abend gefunden haben. Wir schließen den Blog und sind morgen wieder für Sie da!

Die Sonne scheint hinter der Skulptur Molecular Men bei der Spree in Berlin am 24. June 2026. Der Duetsche Wetterdienst hat für diese Woche schon Warnungen gegeben und rechnet mit Höchsttemperaturen am Samstag bei etwa 38 Grad. Hitzewelle in Berlin Die Sonne scheint abends auf die Spree. Für den Freitag sind bis zu 34 Grad in Berlin angekündigt.

© imago/Emmanuele Contini/IMAGO/Emmanuele Contini

21.25 Uhr: Hitzebedingte Schäden auf Autobahnen in Berlin und Brandenburg

Wegen hitzebedingter Fahrbahnschäden ist die A2 zwischen Ziesar (Potsdam-Mittelmark) und Wollin in Fahrtrichtung Potsdam gesperrt. Das teilte die Polizei Brandenburg auf X mit. „Bitte umfahren Sie den Bereich!“, hieß es. Ebenfalls wegen Hitzeschäden sei zudem auf der A10 die linke Fahrspur zwischen Berlin-Marzahn und Hellersdorf in Fahrtrichtung Frankfurt (Oder) gesperrt.

Für Hitzeschäden besonders anfällig seien ältere Betonfahrbahnen, die bereits Vorschäden aufwiesen oder an denen es schon häufiger Reparaturen gegeben habe, erklärte eine Sprecherin der Autobahn GmbH mit Blick auf mehrere solcher Schäden bundesweit. Auf älteren Betonfahrbahnen könnten sich bei großer Hitze sogenannte Blow-ups bilden. Dabei wölbt sich die Fahrbahn auf und kann aufbrechen. Neu gebaute Fahrbahnen hätten dieses Problem nicht. (dpa)

25.06.2026, Sachsen-Anhalt, Burg: Heiße Luft flimmert über der Autobahn A2, deren Fahrbahn in Richtung Hannover gesperrt wurde. Die hohen Temperaturen hatten der Fahrbahn beschädigt. Auf der wichtigen Ost-West-Verbindung A2 bei Burg ist eine Sperrung nötig geworden. Eine weiträumige Umleitung wurde eingerichtet. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Die hohen Temperaturen machen auch älteren Autobahnen zu schaffen (Symbolbild).

© dpa/Klaus-Dietmar Gabbert

Asphaltfahrbahnen können sich dagegen verformen und Spurrinnen bilden. Nach Angaben der Autobahn GmbH ist dieses Risiko auf deutschen Autobahnen jedoch vergleichsweise gering, weil dort besonders widerstandsfähiger Asphalt verwendet wird.

21.00 Uhr: Fußball-Fans warten im BRLO-Biergarten

Anpfiff zum letzten Spiel der deutschen Nationalmannschaft in der diesjährigen WM-Vorrunde ist um 22 Uhr. Schon jetzt sitzen zahlreiche Fans – in Deutschlandtrikots gekleidet – im BRLO-Biergarten am Gleisdreieck.

x Fußballfans warten im BRLO-Biergarten auf den Anpfiff.

© Marie Nadler

20.30 Uhr: Gleisdreieck-Park füllt sich langsam

Die Temperaturen sinken langsam im Park am Gleisdreieck. Die Abendsonne steht tiefer und taucht den Park in ein warmes Licht. Ein leichter Wind geht sogar und transportiert würzigen Essensgeruch vom BRLO-Biergarten in den Park.

x Desi (30), Jules (23), und Alex (29) feiern den Geburstag ihrer Freundin Olivia.

© Marie Nadler

Die Wiese füllt sich mit Menschen. Viele sitzen mit Getränk im Gras, andere spielen Volleyball oder schaukeln. Eine Gruppe picknickt und feiert den Geburtstag von Olivia. Ihre Freundin Alex sagt, was sie an den heißen Berliner Nächten besonders findet: „dass man sich mehr sieht, länger draußen ist und alles andere irgendwie zur Nebensache wird.“

19.30 Uhr: Geschäft wirbt mit Klimaanlage: „It’s Cool Inside!“

Feierabendstimmung im Berliner Westen. Viele Menschen flanieren auf dem Ku‘damm, nicht wenige von ihnen haben dabei ein Eis in der Hand. Beinahe alle Ladentüren werden geschlossen gehalten, damit die klimatisierte Luft drinnen bleibt. Ein Schild vor dem M&M’s-Store weist auf die Klimaanlage hin. Bei der Hitze würden die ausgestellten Schokoladen sicherlich ohne Klimatisierungschon weggeschmolzen sein. Ein Glück, dass es „cool inside“ ist.

x „Step In, It’s Cool Inside!“, steht es am M&M’s-Store auf einem Schild.

© Emilio Nolte

19.15 Uhr: Tempelhofer Feld ist noch immer leer

Das Tempelhofer Feld ist noch immer wie ausgestorben. Vereinzelt sitzen oder liegen Menschen im Schatten. In der Sonne ist niemand.

x Ebeu, Elvan und Taner wollten eigentlich schwimmen gehen – doch alle Parkplätze waren belegt. Nun sind sie auf dem Tempelhofer Feld.

© Marie Nadler

Vor einer halben Stunde gegen sind Ebeu, Elvan und Taner angekommen. Die beiden Schwestern haben noch gearbeitet und wollten danach schwimmen gehen. Doch alle Parkplätze waren schon belegt. Plan B – ohne Wasser, dafür mit etwas Schatten – ist das Tempelhofer Feld. Später wollen beide noch zum Shoppen aufbrechen. Trotz Hitze führen sie ihre normalen Aktivitäten weiter. „Wegen der Hitze meiden wir das nicht, wir leiden dann halt“, sagt die 28-jährige Ebru.

Ein Supermarkt in der Nähe des Zoologischen Gartens ist auch noch bestens auf die Bedürfnisse der Kunden und Kundinnen vorbereitet. Das Eisfach ist noch gut gefüllt.

19.00 Uhr: 17-Jähriger stirbt nach Badeunfall an der Krummen Lanke

Der 17-Jährige, der heute zur Mittagszeit an einer Badestelle in der Krummen Lanke im Berliner Südwesten plötzlich untergegangen ist, ist gestorben. Zunächst war der Jugendliche, wie bereits berichtet, aus dem Wasser geholt und reanimiert worden. Nach Tagesspiegel-Informationen ist der Jugendliche später verstorben.

Die Polizei ging von einem Badeunfall aus. Laut Feuerwehr zeigte der Jugendliche beim Auffinden keine Lebenszeichen mehr. Die 15 Mitschüler, die sich außerhalb der Schulzeit mit ihm an der Badestelle aufhielten, wurden mit einem Bus der Feuerwehr in ihre Schule gebracht und dort psychosozial betreut.

17.45 Uhr: Erstes Sommerbad voll ausgelastet

Die heißen Temperaturen lassen auch die Berliner Bäder immer voller werden. Mit dem Kinderbad Monbijou und dem Sommerbad Staaken-West sind die ersten beiden Bäder maximal ausgelastet – das heißt, Tickets sind nicht mehr erhältlich. Die Berliner Bäderbetriebe haben eine Karte veröffentlicht, auf der man die Auslastung der Bäder live verfolgen kann.

Geringe Auslastung:

  • Strandbad Wannsee
  • Kinderbad Marzahn (Platsch)
  • Kombibad Seestraße

Mittlere Auslastung:

  • Sommerbad Pankow
  • Sommerbad Wilmersdorf
  • Sommerbad Mariendorf
  • Sommerbad Olympiastadion
  • Sommerbad Wuhlheide

Erhöhte Auslastung:

  • Sommerbad Kreuzberg
  • Kombibad Gropiusstadt
  • Sommerbad am Insulaner
  • Sommerbad Humboldthain
  • Sommerbad Neukölln

Maximale Auslastung:

  • Kinderbad Monbijou
  • Sommerbad Staaken-West

17.15 Uhr: Grillverbot auch im Bezirk Pankow

Im Mauerpark ist ab Samstag das Grillen auf den dazu ausgewiesenen Flächen bis auf Weiteres verboten. Das teilte das Bezirksamt Pankow mit. Das Verbot gelte für alle öffentlichen Grünanlagen im Bezirk Pankow. Grund sei die extreme Trockenheit und die damit verbundene Brandgefahr.

ARCHIV - 29.06.2022, Berlin: Ein Mann grillt im Volkspark Friedrichshain auf einem Grillplatz Fleischspieße. (zu dpa: «Grillwiese in Friedrichshain oft überfüllt - Mehr Flächen?») Foto: Christophe Gateau/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Grillen im Park? In den Bezirken Pankow und Friedrichshain-Kreuzberg ab Samstag ist das vorerst auch auf den ausgewiesenen Grillflächen verboten.

© dpa/Christophe Gateau

Auch das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg untersagt das Grillen auf den dazu ausgewiesenen Flächen ab Samstag. Betroffen ist die Grillwiese am Neuen Hain im Volkspark Friedrichshain, die Wiese gegenüber dem Kunstrasensportplatz sowie gegenüber dem Rodelhügel im Görlitzer Park und auf der Wiese zwischen Waterloo-Ufer und Zossener Straße auf dem Blücherplatz.

17.10 Uhr: Interaktive Karte für Berlin: Wie weit bis zum Badesee?

Ob See, Fluss, Freibad oder Hallenbad: Unsere interaktive Karte zeigt, wie Sie von jedem Ort in Berlin aus am schnellsten ins Wasser kommen – und wo in der Stadt Orte zum Schwimmen fehlen.

ARCHIV - 19.07.2022, Brandenburg, Storkow: Eine Familie schwimmt auf einer Luftmatratze im Wasser eines Sees. (zu dpa: «Was man gut bei Hitze unternehmen kann») Foto: Patrick Pleul/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Wie weit bis zum kühlen Nass? Mit unserer interkativen Karte finden Sie den nächsten Badesee oder das nächste Freibad schnell.

© dpa/Patrick Pleul

17.05 Uhr: „Cool-Box“ für Zusteller der Deutschen Post und DHL

Die Deutsche Post und DHL haben wegen der Hitze in Berlin ihre Schutzmaßnahmen für die rund 8.000 Zustellerinnen und Zusteller verstärkt. Jede Zustellkraft könne eine „Cool-Box“ bestellen, teilte ein DHL-Sprecher mit. Dort enthalten seien ein wiederverwendbares Kühltuch mit Wasserbehälter, ein mit Wasser aktiviertbarer Pulskühler für die Handgelenke, sowie ein Nackenschutz.

Darüberhinaus sei bei der Deutschen Post und DHL ein umfassendes Sortiment unterschiedlicher Unternehmenskleidung – von schützenden Langarmshirts bis zu Bermuda-Shorts – für die Zustellerinnen und Zusteller erhätlich, teilte das Unternehmen mit. Zusätzlich würden die Zustellkräfte ausdrücklich dazu angehalten, ausreichend zu trinken, Sonnenschutz zu verwenden und – wo möglich – Schatten aufzusuchen.

ARCHIV - 15.04.2026, Hamburg: Ein DHL-Mitarbeiter schließt ein Fach einer Packstation im Stadtteil Harburg. (zu dpa: «Post will Mitarbeiter mit «Cool-Boxen» gegen Hitze schützen») Foto: Marcus Brandt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Rund 8.000 Zustellerinnen und Zusteller der DHL und Deutschen Post arbeiten in Berlin.

© dpa/Marcus Brandt

Mit Cool-Box, UV-Schutz und klaren Verhaltensempfehlungen unterstützt das Unternehmen seine Mitarbeitenden in Berlin bei extremer Hitze.

17.00 Uhr: Tempelhofer Feld wie ausgestorben

Bei 33 Grad ist niemand auf dem Tempelhofer Feld – keine Jogger, Radfahrer oder gemütlich auf der Wiese Sitzende sind zu sehen.

x Kein Mensch weit und breit auf dem Tempelhofer Feld.

© Rahel Kutzner

16.45 Uhr: 17-Jähriger nach Badeunfall an Krummer Lanke reanimiert

Ein Jugendlicher ist an einer Badestelle in der Krummen Lanke im Berliner Südwesten plötzlich untergegangen. Der 17-Jährige war am Mittag eine ganze Zeit unter Wasser, bis er leblos wieder auftauchte, wie ein Polizeisprecher sagte. Demnach holten Zeugen den Jugendlichen aus dem Wasser, alarmierte Rettungskräfte reanimierten ihn und brachten ihn unter Reanimationsbedingungen in eine Klinik.

Wie es dem Jugendlichen inzwischen geht, war zunächst nicht bekannt. Die Polizei ging von einem Badeunfall aus. Laut Feuerwehr zeigte der Jugendliche beim Auffinden keine Lebenszeichen mehr. Die 15 Mitschüler, die sich außerhalb der Schulzeit mit ihm an der Badestelle aufhielten, wurden anschließend betreut.

Die Feuerwehr wies darauf hin, zur eigenen Sicherheit nicht in unbekannte Gewässer zu springen, nur zugelassene Badestellen zu nutzen und die Hinweise der Rettungsschwimmer zu beachten. Ferner sollte Sonnencreme benutzt und direkte Sonneneinstrahlung vermieden werden. Auch sollte ausreichend getrunken und nicht unmittelbar nach dem Essen ins Wasser gesprungen werden. (dpa)

16:25 Uhr: Eisblöcke „made in Berlin“

Die „Eisfabrik“ aus Tempelhof bietet aktuell einen hitzeresistenten Arbeitsplatz. Im Schneideraum der Premium-Klareiswürfelproduktion sind es konstant minus drei Grad. Dort werden große Eisblöcke mit Hilfe einer Knochenbandsäge zu kleinen Eisquadern zerteilt.

"Eisfabrik Tempelhof" Die „Eisfabrik“ in Tempelhof.

© Thomas Loy

Die landen dann in den Cocktailgläsern an Theken bekannter Berliner Hotel- und Barbetriebe. Die Namen seiner Kunden hält Eisfabrik-Frontmann Sebastian Ebenberger streng geheim. Die Konkurrenz könnte sonst Abwerbeversuche starten. Die Eisfabrik liefert den ganzen Sommer über bei jeder Temperatur Eiswürfel – in Zehn-Kilosäcke oder Styroporboxen verpackt – oder massive Eisblöcke mit 25 Zentimeter Kantenlänge zum Selberschnitzen auf der Grillparty. Die Eismaschinen laufen derzeit rund um die Uhr, verbrauchen dabei Unmengen von Ökostrom, viel mehr als im Winter. Das meiste Eis kommt daher, in den Wintermonaten vorproduziert, aus dem Tiefkühlhaus.

Mehr zu den Eiswürfeln „made in Berlin“ lesen Sie hier.

16.35 Uhr: Bundestag sperrt Kuppel und Dachterrasse für Besucher

Wegen der extremen Hitze ist die Dachterrasse sowie die Kuppel des Reichtsagsgebäudes im Berliner Zentrum am Samstag und Sonntag ganzgägig für Besucher gesperrt. Das teilte die Bundestagsverwaltung mit. Bereits bestätigte Besuche an den Tagen müssten storniert werden.

16.15 Uhr: Ivona (24) und Nina (32) aus Albanien suchen Schatten

Die Touristinnen Ivona (24) und Nina (29) kommen trotz der starken Hitze zurecht. Auf Englisch erzählen sie: „Wir haben bereits mehrere Flaschen Wasser gekauft und versuchen, genug zu trinken“. Die hohen Temperaturen seien recht anstrengend. Um sich abzukühlen, trinken die beiden viel Wasser und bleiben möglichst im Schatten.

x Die Touristinenen Ivona (24) und Nina (29) am Brandenburger Tor.

© Elly Nguyen

Die heißesten Stunden verbringen sie lieber drinnen. „Zwischen 15 und 18 Uhr nachmittags gehen wir nicht gerne raus“, sagen sie auf Englisch. Die Hitze beeinflusst ihren Alltag deutlich. Eine der beiden berichtet, dass sie wegen ihres niedrigen Blutdrucks bei hohen Temperaturen schnell müde werde. Berlin sei ihrer Meinung nach noch nicht ausreichend auf Hitzewellen vorbereitet. Die Touristinnen aus Albanien wünschen sich mehr Brunnen und Wasserspiele, damit sich Menschen besser abkühlen können.

16.05 Uhr: Trinkflaschen bei Konzert von Bruno Mars erlaubt

Beim Konzert von Popstar Bruno Mars im Berliner Olympiastadion am Freitagabend sind wegen der Hitze ausnahmsweise alkoholfreie Getränke in Getränkekartons (Tetra Paks), Weichplastikfalschen mit verbundenem Deckel und faltbare Flachen mit einem Fassungsvermögen von bis zu einem Liter erlaubt. Auch Handventilatoren und Fächern können von Besuchern mitgebracht und benutzt werden.

Bruno Mars receives the Grammy for the Best song of the year during the 60th Annual Grammy Awards show on January 28, 2018, in New York.  / AFP PHOTO / Timothy A. CLARY Megastar Bruno Mars tritt am Freitagabend im Berliner Olympiastadion auf.

© AFP/TIMOTHY A. CLARY

Das teilte der Veranstalter am Donnerstagnachmittag mit. Trinkwasser könne jederzeit an Wasserhähnen im Stadiongebäude abgefüllt werden. Aufgrund der Temperaturen werde Wasser zudem an den Verkaufsstellen zu einem Sonderpreis angeboten.

15.45 Uhr: Eva geht mit Hund Arthur spazieren – doch nur im Schatten

„Wir haben einen Hundepool im Büro“, sagt Eva, 42. Unweit vom Roten Rathaus dreht sie gerade mit ihrem Hund Arthur eine kleine Gassi-Runde.

x Unweit vom Roten Rathaus führt Eva (42) ihren Hund Arthur spazieren.

© Emilio Nolte

„Arthur ist ein Stadthund“, sagt sie. Dennoch seien die immer extremer werdenden Temperaturen für ihn ein Problem. Deshalb geht Eva mit ihrem Hund heute nur durch den Schatten. Sie rät jedem Hundebesitzer, so wenig wie möglich mit dem Hund zu machen, und für ausreichend Abkühlung an den Pfoten und an der Schnauze zu sorgen. An den Pfoten und durchs Hecheln geben Hunde am meisten Wärme ab.

15.25 Uhr: „Bloß nicht raus“, sagt eine ältere Frau im Alexa

Mittlerweile ist das Thermometer auf 33 Grad Außentemperatur geklettert. Auf dem Alexanderplatz lässt es sich fast nicht aushalten. Dafür ist viel los im Alexa. Die große Shoppingmall ist angenehm klimatisiert, das wissen auch ihre Besucher.

x Die Shoppingmall Alex am Alexanderplatz.

© Emilio Nolte

Für viele eine wie gerufene Abkühlung. „Bloß nicht raus“ sagt eine ältere Dame, die gerade ihr Eis fertig gegessen hat. Im Eingangsbereich hört man viele sagen: „Oh, hier ist es ja schön kühl.“

15.15 Uhr: Anu (70) fährt auch bei der Hitze mit der Rikscha durch Berlin

„Ich freue mich, dass endlich Sommer ist“ sagt Anu (70), der trotz dieser Hitze mit seiner Rikscha durch Berlin fährt. Mit der Hitze kommt er gut zurecht und lässt sich davon nicht den Alltag bestimmen. Um sich abzukühlen, sucht er Schatten oder Orte mit Wind.

x Stadtführer Anu (70) findet, dass Berlin mehr Trinkwasserbrunnen und Bäume haben könnte.

© Elly Nguyen

Sein Tipp für heiße Tage „Nachts mit offenem Fenster schlafen und morgens die Vorhänge hinter dem Fenster schließen, da sich die Glasscheiben stark erhitzen“. Der Stadtführer kritisiert: „Berlin hat zu wenig Trinkwasserbrunnen“. Und: „Die Stadt ist zwar grün, doch sie hat zu wenig Bäume“. Mit ihnen könnten Schattenplätze für Berliner und Touristen geschaffen werden.

15.10 Uhr: Degewo sagt Seniorensportfest und Schülertriathlon ab

Das landeseigene Wohnungsunternehmen Degewo hat das geplante Sportwochenende in Südneukölln abgesagt. Rund um das Degewo-Stadion in der Gropiusstadt und im benachbarten Sommerbad waren am Samstag ein Schülertriathlon mit rund 1000 teilnehmenden Kindern und am Sonntag ein Sportfest für Senior:innen unter dem Motto „Aktiv im Alter“ geplant.

Wohnhaus, Degewo, Gropiusstadt, Neukölln, Berlin, Deutschland *** Residence, Degewo, Gropiusstadt, Neukölln, Berlin, Germany
degewo0509 Rund um das Degewo-Stadion in der Gropiusstadt war ein Schülertriathlon mit rund 1000 teilnehmenden Kindern sowie ein Seniorensportfest geplant.

© imago images/Schoening

„Die Gesundheit der Teilnehmenden – insbesondere von Kindern und älteren Menschen – hat oberste Priorität, sodass eine sichere Durchführung nicht gewährleistet werden kann“, teilte eine Sprecherin des Unternehmens mit.

14.50 Uhr: Bücherfest abgesagt

Das für Samstag und Sonntag geplante Berliner Bücherfest auf dem Bebelplatz wird wegen der hohen Temperaturen abgesagt. „Angesichts der angekündigten Extremwetterlage müssen wir das Berliner Bücherfest nach Beratungen mit allen Beteiligten schweren Herzens absagen“, teilte Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) mit.

Es habe einen engen Austausch mit der Veranstaltungsagentur, der Berliner Feuerwehr und weiteren Instanzen gegeben, um zu versuchen, das Bücherfest mit zusätzlichen Maßnahmen gegen die Hitze zu ermöglichen, erklärte Giffey. „Doch Sicherheit hat für uns oberste Priorität“, sagte Giffey.

x Das Bücherfest auf dem Berliner Bebelplatz

© Börsenverein LV Berlin-Brandenburg)

Ursprünglich sollten an rund 100 Ständen Berliner Verlage und Buchhandlungen über ihre Arbeit informieren. Das Berliner Bücherfest wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels Landesverband BerlinBrandenburg e.V. organisiert und von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe mitfinanziert.

14.45 Uhr: Jüdische Gemeinde verschiebt Fest wegen Hitze

Die jüdische Gemeinde Chabad Berlin hat ihren Festakt zum 30-jährigen Bestehen und ihr Straßenfest wegen der Wetterlage verschoben. Aufgrund der angekündigten extremen Hitze und einer aktuellen Hitzewarnung des Deutschen Wetterdienstes finde das zunächst am Sonntag geplante Fest nun am 30. August statt, teilte die Gemeinde am Donnerstag mit.

Das Fest soll am Jüdischen Campus in Berlin gefeiert werden. Anlass seien drei Jahrzehnte jüdisches Leben, Gemeinschaft und Zukunft, hieß es. Die im 18. Jahrhundert begründete orthodoxe jüdische Organisation Chabad-Lubawitsch gibt es heute in 70 Ländern weltweit. In Berlin verfügt sie auch über eine Synagoge und eine Mikwe. (epd)

14.35 Uhr: Caritas bietet Hitzehilfe für obdachlose Menschen

An drei Tagen pro Woche – dienstags, donnerstags und samstags – bietet die Caritas in Berlin eine Hitzehilfe an. Zwischen 13 und 18 Uhr sind Mitarbeitende an bekannten Treffpunkten für Obdachlose unterwegs, um kühle Getränke, Informationsmaterialien und Hitzeschutzartikel wie Sonnencreme und Kopfbedeckungen zu verteilen. Das teilte ein Sprecher der Caritas am Donnerstag mit. Dienstags sei das Team im Bereich Ostbahnhof, donnerstags rund um Alexanderplatz, sowie samstags am Leopodplatz aktiv.

Zusätzlich stünde sonntags von 13 bis 18 Uhr ein Schutzraum in den Örtlichkeiten der Caritas-Kältehilfe in der Residenzstraße in Wedding zur Verfügung. Doch könnten sich obdachlose Menschen ausruhen, abkühlen und Beratung erhalten. Für die Unterstützung des Angebots werden Ehrenamtliche gesucht, die sich für obdachlose Menschen engagieren möchten. Interessierte können sich bei der Caritas melden.

Das Projekts wird von der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung finanziert und bis zum 30. August 2026 laufen.

14.30 Uhr: Berliner Kirchen als Schutz vor Hitze

Angesichts der angekündigten Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius sind viele Kirchen in Berlin zum Abkühlen geöffnet. Die „Kühlen Kirchen“ böten Schutz vor der Hitze und einen Ort der Ruhe, teilte die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz am Donnerstag mit. Bischof Christian Stäblein lud in der Hitzewelle dazu ein, „länger in der Kirche zu sitzen, den Kopf zu kühlen und den Geist zu stärken“.

In unterschiedlichen Berliner Stadtteilen öffnen nach kirchlichen Angaben verschiedene Kirchengebäude ihre Türen zum Schutz vor Hitze. Obdachlose Menschen und alle anderen, die unter der Hitze leiden, seien eingeladen, sich abzukühlen, hieß es. Teilweise werde Wasser bereitgestellt, es gebe eine Kinderspielecke, einen kleinen Imbiss oder freies Internet zum mobilen Arbeiten. (epd)

14.15 Uhr: Columbiabad wieder geöffnet

Das Sommerbad Neukölln am Columbiabad hat planmäßig um 14 Uhr geöffnet. Das bestätigte eine Mitarbeiterin der Berliner Bäder Betriebe am Nachmittag. Wegen eines technischen Problems in einer Anlage, die den PH-Wert reguliert, musste das Bad am Morgen geschlossen bleiben.

Das Columbiabad hatte am Mittwoch erstmals wieder geöffnet, nachdem Probleme bei der Beschaffung von Filtermaterial zur Verzögerung des Saisonstarts geführt hatten.

14.00 Uhr: Friedrichshain-Kreuzberg verbietet Grillen am Wochenende

Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg verbietet am Wochenende das Grillen auf den ausgewiesenen Flächen in Parks. Grund sind die anhaltende Trockenheit und die hohe Brandgefahr, heißt es in einer Mitteilung am Mittag. Das Verbot gilt ab Samstag, 27. Juni 2026, bis auf Weiteres. Die Maßnahme dient dem Schutz der Grünflächen und der öffentlichen Sicherheit.

Das Verbot gilt für die Grillwiese am Neuen Hain im Volkspark Friedrichshain, die Wiese gegenüber dem Kunstrasensportplatz sowie gegenüber dem Rodelhügel im Görlitzer Park und auf der Wiese zwischen Waterloo-Ufer und Zossener Straße auf dem Blücherplatz.

13.50 Uhr: Senatorin appelliert an Berlinerinnen und Berliner

Die aktuelle Extremwetterlage beschäftigt auch die Politik. Berlins Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, Ina Czyborra, appelliert an die Bevölkerung, auf sich aufzupassen. „Schützen Sie sich und andere vor Hitze und UV-Strahlung. Trinken Sie ausreichend, vermeiden Sie körperliche Belastungen und suchen Sie kühle Räume auf“, sagt sie.

Auch bietet sie um gegenseitige Unterstützung in der Nachbarschaft. „Ein Anruf oder kurzer Besuch kann helfen, oder organisieren Sie gegebenenfalls Hilfe. Hitzeschutz geht uns alle an. Sorgen Sie gemeinsam miteinander und füreinander“, sagt die Senatorin.

13.29 Uhr: Columbiabad öffnet am Nachmittag wieder

Badefreunde in Neukölln können sich freuen: Nach einer kurzzeitigen Schließung öffnet das Columbiabad am Donnerstag um 14 Uhr wieder. Technische Probleme hatten zu einem Hin und Her geführt: Erst war der Saisonstart verschoben worden, dann gab es am Mittwoch erstmals Einlass, am Donnerstag blieb das Bad dann am Morgen erst mal dicht.

12.25 Uhr: Potsdam kämpft ebenfalls mit Hitzewelle

Auch die Menschen in Brandenburgs Landeshauptstadt versuchen derzeit, einen kühlen Kopf zu bewahren. Das betrifft auch die Stadtverwaltung: Sie verkürzt ihre heutigen Sprech- und Öffnungszeiten in einzelnen Bereichen, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

Wie in Berlin sind zudem auch schon verschiedene Veranstaltungen abgesagt worden. Darunter das große Volkspark-Jubiläum am Samstag, die Fahrrad-Pride und die Beachvolleyball-Landesmeisterschaft. Am Samstag könnte Potsdam die 40-Grad-Celsius-Marke knacken, erklärt Meteorologe Stefan Rubach. Der bisherige absolute Hitzerekord in Potsdam lag bei 38,9 Grad und stammt vom 20. Juli 2022. 

Wo Sie auch in Potsdam eine Abkühlung finden und welcher See, welches Strandbad und welche Eisdiele sich nun richtig lohnen, lesen Sie hier.

11.40 Uhr: Abkühlung dank Nebeldusche

In Berlin ist aktuell nicht eine kleine Wolke am Himmel, die Sonne erreicht bald ihren Höhepunkt. Im eher spärlich bepflanzten Mauerpark gibt es kaum Schatten. Dafür aber eine für Berlin noch recht einmalige Sache: eine Nebeldusche!

Ein Mann kühlt sich am 25.06.2026 in einer Nebeldusche im Mauerpark ab.  Ein Mann kühlt sich in einer Nebeldusche im Mauerpark ab. 

© Emilio Nolte

Sie versprüht kaltes Wasser und kühlt dadurch auf angenehme Weise die Haut. Auf Knopfdruck kommt der „Nebel“ aus den feinen Düsen. „Es ist die erste Anlage dieser Art in Berlin“, erklärt eine Mitarbeiterin der Lageso dem Tagesspiegel. Einziges Problem sei der sehr hohe Kalkgehalt des Berliner Wassers. Die Ablagerungen verstopfen die Düsen, die nun ausgetauscht werden.

Die Dusche steht neben einem Trinkwasserspender und dem neuen Pop-up „Cooling Point“ am Eingang des Mauerparks an der Bernauer Straße.

Die Erfindung ist jedoch keinesfalls neu. Bereits in mehreren Städten in Deutschland und Europa gibt es die Sprühnebelanlagen, etwa in Dresden, Lörrach, Zürich (Schweiz) und Rom (Italien). Pionier ist die österreichische Hauptstadt Wien: 123 Nebelduschen und 75 mobile Brunnen mit Sprühfunktion hat die Stadt für Bewohner und Touristen zur Verfügung gestellt.

11.05 Uhr: Zehntausende Menschen sind auf dem Weg zum Fusion Festival

Hitze-Exitus am Ostbahnhof: Auch dieses Jahr zieht es wieder ganze Heerscharen auf das Fusion-Festival in Mecklenburg-Vorpommern. Am Ostbahnhof stauen sich Shuttle-Busse (und falsch geparkte E-Scooter). Dabei stehen die Chancen auf kühlere Temperaturen auf dem Festivalgelände in Lärz nicht gerade hoch: Für Samstag sind dort 38 Grad vorhergesagt, am Sonntag satte 40.

Zumindest die E-Roller haben einen Platz im Halbschatten.

© Lionel Kreglinger

10.40 Uhr: CSD in Bernau wird abgesagt

Nach dem Fahrrad-Pride in Potsdam wird auch der Christopher Street Day (CSD) in Bernau bei Berlin am Samstag abgesagt. Er könne „aufgrund der amtlichen Hitzewarnungen mit vorhergesagten Temperaturen von fast 40 Grad nicht wie geplant stattfinden“, teilte das Organisationsteam mit. Und weiter: „Eine stundenlange Demonstration auf den Straßen Bernaus ist bei dieser extremen Wetterlage mit massiven gesundheitlichen Risiken verbunden.“

Vor allem auf vulnerable Gruppen – ältere Menschen, chronisch Kranke oder Menschen mit Behinderungen – wolle man besondere Rücksicht nehmen und habe sich deshalb für die Absage entschieden. „Gesundheit geht vor“, heißt es in einer Mitteilung des CSD.

Die Demonstration für queere Rechte werde stattdessen in den Herbst verschoben. Ein genauer Ausweichtermin werde in der kommenden Woche bekannt gegeben.

„Gesundheit geht vor“ Fahrrad-Pride in Potsdam und CSD in Bernau wegen Hitze abgesagt 10.15 Uhr: Mathina Wildner läuft trotz Hitze im Volkspark Friedrichshain

„Ich bin verwundert, dass noch so viele laufen gehen“, sagt Marthina Wildner, 58. Sie hat selbst gerade eine 6-Kilometer-Runde hinter sich und ruht sich unweit des Wasserspenders im Gras aus. „Ich würde nicht laufen, wo es kein Wasser gibt“, sagt sie. Hohe Temperaturen könne sie eigentlich gut ab, ob sie morgen und übermorgen auch laufen gehe, wisse sie aber noch nicht: „Die letzten 2 Kilometer habe ich mich schon gequält.” Ihre Herzfrequenz sei auch um 10 Schläge pro Minute höher gewesen als sonst bei ihren Läufen.

Marthina Wildner, 58, geht auch bei sommerlichen Temperaturen joggen. Marthina Wildner, 58, geht auch bei hochsommerlichen Temperaturen joggen.

© Emilio Nolte

9.15 Uhr: Einen Tag nach Wiedereröffnung wird das Neuköllner Columbiabad erneut geschlossen

„Es gibt ein technisches Problem. Wir bedauern das sehr“, sagte eine Sprecherin der Berliner Bäder-Betriebe. Der Badebetrieb sei derzeit nicht möglich.

„Die Techniker sind dran, die Suche nach der Ursache läuft“, sagte die Sprecherin. Noch sei unklar, wann das Problem behoben sei. Sobald das Bad wieder öffnen könne, gäben sie Bescheid.

Das Columbiabad hatte am Mittwoch erstmals wieder geöffnet, nachdem Probleme bei der Beschaffung von Filtermaterial zur Verzögerung des Saisonstarts geführt hatten.

Die sommerlichen Temperaturen ziehen derzeit viele Menschen in die Berliner Sommerbäder. Im Kreuzberger Prinzenbad hatte ein Brand in einem Schaltschrank diese Woche kurzzeitig zu einer Schließung geführt. Das Bad ist inzwischen wieder geöffnet.

9.00 Uhr: Die Bahn bietet wegen der Hitze kostenlose Stornierungen an

Wer eine gebuchte Fernverkehrsreise bis einschließlich 30. Juni wegen der Hitzewelle nicht antreten möchte, kann sein Ticket ausnahmsweise kostenfrei stornieren. Das gilt nach Angaben der Bahn für alle Tickets, die bis zum 23. Juni gekauft wurden, einschließlich Spar- und Supersparpreisen.

8.00 Uhr: Berliner Fußballverband sagt die meisten Spiele am Wochenende ab

Wegen der angekündigten Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 40 Grad hat der Berliner Fußball-Verband für das kommende Wochenende Konsequenzen gezogen: Alle Spiele, die keine Bedeutung mehr für Aufstieg, Abstieg oder Meisterschaft haben, werden abgesagt. Partien, die für Entscheidungen zwingend noch ausgetragen werden müssen, sollen in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegt werden.

Im Einzelnen heißt das:

  • Alle Spiele im Kinderfußball werden abgesetzt.
  • Die Relegationsspiele im Jugendbereich sowie das Meisterschaftsfinale der D-Junioren finden in den frühen Morgenstunden statt.
  • Spiele im Freizeitbereich, die keine Relevanz für Auf- oder Abstiege haben, fallen aus.
  • Bei den älteren Teams, dem Ü-Bereich, finden Spiele am Freitag und Montag statt.
  • Die Vereine können wegen der Hitze jederzeit Spiele verlegen.

dpatopbilder - 24.06.2026, Berlin: Menschen gehen am frühen Morgen im Schlachtensee schwimmen. Foto: Christoph Soeder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Wer kaltes Wasser sucht, muss früh dran sein: Menschen gehen am Morgen im Schlachtensee schwimmen.

© dpa/Christoph Soeder

dpatopbilder - 24.06.2026, Berlin: Läufer und Radfahrer bekommen am Morgen im Tiergarten eine Erfrischung durch die Pflanzenbewässerung bei hochsommerlichen Temperaturen. Foto: Kay Nietfeld/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Das haben sie sich verdient: Läufer und Radfahrer bekommen im Tiergarten eine Erfrischung durch die Pflanzenbewässerung.

© dpa/Kay Nietfeld

24.06.2026, Berlin: Eine Frau sitzt am Humboldt Forum am Ufer der Spree in der Sonne. Heute und in den nächsten Tagen herrschen Temperaturen von über 30 Grad. Foto: Jens Kalaene/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Auf offener Fläche mit langer Hose, und offenkundig hart im Nehmen: Eine Frau sitzt am Humboldt Forum am Ufer der Spree in der Sonne.

© dpa/Jens Kalaene

Mittwoch

17.56 Uhr: Fusion-Festival und Philharmoniker wappnen sich für die Hitze

Die Veranstalter des Fusion-Festivals in Lärz und des Saisonabschlusskonzerts der Berliner Philharmoniker in der Waldbühne Berlin halten trotz der angekündigten Hitze an ihren Veranstaltungen fest. Auf dem Gelände stünden kostenlose Trinkwasserstellen zur Verfügung, teilten die Veranstalter der Fusion auf Tagesspiegel-Anfrage mit. Zudem seien die Wasserpreise an den Bars wegen der Wetterlage gesenkt worden.

Mehrere große Tanzflächen seien mit Wasserzerstäubern ausgestattet worden. Außerdem werde das Programm auf den großen Bühnen während der heißesten Tageszeit traditionell für mehrere Stunden unterbrochen. Das Erste-Hilfe-Team sei auf hitzebedingte Beschwerden vorbereitet, die Besucherinnen und Besucher seien bereits vor Festivalbeginn per Informationsmail auf die Wetterlage hingewiesen worden. Die großen Hauptbühnen eröffnen planmäßig am Donnerstagabend.

Die Veranstalter des Saisonabschlusskonzerts der Berliner Philharmoniker reagieren ebenfalls mit Sonderregelungen: Besucherinnen und Besucher dürfen statt einer nun zwei 0,5-Liter-Flaschen Wasser mitbringen und diese vor Ort kostenlos auffüllen. Zusätzlich sind kleine Schirme als Sonnenschutz erlaubt. Eine Absage des Konzerts am Sonnabend werde nicht erwogen. Die Veranstaltung sei seit Monaten restlos ausverkauft.

Der Saisonabschluss in der Waldbühne hat seit mehr als vier Jahrzehnten Tradition: Am 30. Juni 1984 trat das 1882 gegründete Orchester erstmalig in der Kulisse auf.

17.14 Uhr: Kreislaufkollaps vor der Ankerklause

In der Ankerklause am Maybachufer ist am späten Mittwochnachmittag weniger los als sonst. Vor der Tür steht ein Krankenwagen. Eben sei jemand wegen der Hitze umgekippt, sagen die Mitarbeitenden. „Wir haben ihm Eis, Wasser und Zucker rausgebracht“, sagt Minijobberin Norma, die an der Bar arbeitet.

Wenig Betrieb und ein medizinischer Notfall: Auch in der Ankerklause macht sich die Hitze am Mittwoch bemerkbar.

© Marie Nadler

„Es kam direkt ein Arzt dazu, wir haben den Krankenwagen gerufen“, sagt Norma. Die Person ist wieder auf den Beinen. Die Mitarbeiter achten darauf, sich möglichst wenig zu bewegen, im Schatten zu bleiben und viel Wasser zu trinken.

17.10 Uhr: Diese Freibäder in Berlin bieten noch Platz

Plätze in Berlins Freibädern sind während der Rekordhitze hochumkämpft. Welche Bäder noch Kapazitäten haben – und mit welcher U-Bahn-Linie sie erreichbar sind:

Berlins große Freibad-Übersicht Diese Bäder bieten noch Platz zum Abkühlen 16.45 Uhr: Berliner:innen suchen zum Feierabend eine Abkühlung

Der Abend rückt näher und damit bei vielen auch der Feierabend. Vor dem Prinzenbad ist am Mittwochnachmittag bereits eine lange Schlange. Viele Eltern mit Kindern und junge Menschen, bepackt mit Badesachen, stellen sich an für eine Abkühlung.

Am 24.06.2026 reihen sich die Menschen um 16 Uhr in die Schlange am Prinzenbad. Berlin kämpft mit einer Hitzewelle.  Am Nachmittag werden die Schlangen in den Freibädern immer länger.

© Marie Nadler

Am Wasserspielplatz Weinbergspark und am Wasserspielplatz am Nordbahnhof nutzen viele Familien den warmen Tag für eine Abkühlung. Während Eltern unter den Bäumen picknicken, spielen Kinder an den Wasserpumpen, springen begeistert durch die Wasserduschen und planschen im Wasser. Andere liefern sich mit Wasserpistolen kleine Duelle.

Berlin wird von einer Hitzewelle überrollt. Kinder spielen in der Plansche am Nordbahnhof. Eltern und Kinder spielen in der Plansche am Weinbergpark, um sich ein wenig abzukühlen.

© Mia Veigel

Und auch am Schlachtensee verschaffen sich viele Menschen ein wenig Abkühlung. Um 16 Uhr sind die Liegewiesen bereits gut gefüllt, zahlreiche Besucher sonnen sich oder suchen Schatten unter den Bäumen und Erfrischung im Wasser.

Der Schlachtensee ist am 24.6.2026 um 16 Uhr schon gut besucht. Viele Menschen entfliehen der aktuellen Hitze in der Stadt. Viele Menschen entfliehen der aktuellen Hitze in der Stadt.

© Mia Veigel

16.15 Uhr: Weitere Veranstaltungen abgesagt

Hitzebedingt werden mehrere Veranstaltungen der kommenden Tage in Berlin und Brandenburg abgesagt. Wegen der hohen Temperaturen fallen viele für Freitag und das Wochenende geplante Veranstaltungen aus oder werden verschoben.

Freitag

  • Die geplante Gartenführung „Geheimnisse des Schlossgartens Charlottenburg“ mit Rudolf G. Scharmann entfällt. Die Führung soll voraussichtlich im Herbst nachgeholt werden. 
  • Das Clean Up im Ottopark-Kiez und im Westfälischen Viertel. 

Samstag

  • Die Hellersdorfer Mini-WM. Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen. Die Vorfreude bei den 48 Fußballmannschaften sei groß gewesen. Ob und wann der Wettbewerb nachgeholt wird, ist noch unklar. 
  • Das in Hennigsdorf für Samstag geplante Zirkus- und Jahrmarktabenteuer im Gemeinschaftszentrum Conradsberg. Der Termin soll nachgeholt werden. „Kleine Akrobaten, Zirkuskinder und Clowns feiern an einem neuen Termin!“, teilten die Veranstalter mit. 
  • Die Mitmachmesse „Build & Create“ auf dem Campus der Technischen Hochschule Brandenburg. Ein Ersatztermin wird gesucht. 

Sonntag

  • Der Tag der offenen Tür im Skulpturenpark in Lübbenau. Die Veranstaltung wird am 27. September nachgeholt.

15.50 Uhr: So gießen Sie Berlins Straßenbäume richtig

Gerade junge Bäume müssen bei hohen Temperaturen zusätzlich gegossen werden. Dabei kann man jedoch auch einiges falsch machen:

Gießen, aber bitte richtig! So helfen Sie Berlins Straßenbäumen wirklich 15.40 Uhr: Berliner Polizei sagt öffentlichen Teil des Verkehrssicherheitstages ab

Fahrradparcours in praller Hitze will die Berliner Polizei Kindern offenbar nicht zumuten: Die Behörde hat den öffentlichen Teil des Verkehrssicherheitstages am Freitag abgesagt. Der nicht-öffentliche Teil für geladene Kinder soll indes weiterhin stattfinden, wie die Behörde am Mittwoch mitteilte.

Der offene Einlass für die Veranstaltung auf dem Ehrenhof des Flughafens Tempelhof sollte eigentlich um 14 Uhr beginnen. Geplant waren neben Fahrradparcours auch ein E-Scooter-Simulator und Aktivitäten mit Virtual-Reality-Brillen.

15.05 Uhr: Abkühlung auf den Wasserspielplätzen August 4, 2022: The National Weather Service in NYC announced a heat advisory for extreme temeratures and humidity over the course of few days create dangerous conditions that can lead to heat stress and illness. People outdoor activities specially children around crystal fountains at Domino Park in Williamsburg,Brooklyn.in New York City temperatures remain in the 90 s on Thursday and will remain for next few days. - ZUMAs201 20220804_zap_s201_138 Copyright: xJashimxSalamx Die Temperaturen steigen, da bleibt nur eins: Ab auf den Wasserspielplatz! (Symbolfoto)

© IMAGO/ZUMA Wire/Jashim Salam

Wer keine Zeit oder Muße hat, mit der ganzen Familie an einen der vielen Seen in und um Berlin zu fahren, hat Glück. Die Stadt bietet eine Vielzahl an Brunnen, Spielplätzen und Wasserspielen, die zum Planschen und Spielen einladen – Abkühlung inklusive.

Wir haben uns in den Bezirken für Sie umgeschaut und die 12 besten Orte mit einer spielerischen Erfrischung herausgesucht. Ob in Marzahn-Hellersdorf, Mitte oder Charlottenburg-Wilmersdorf, hier ist für alle etwas dabei. Eine kleine Packliste mit den Must-haves für einen perfekten Hitzetag gibt’s auch dazu.

15.00 Uhr: Berlins Hausärzte und Rettungsstellen versorgen mehr Hitzepatienten

Insbesondere ältere Menschen werden in Berlins Krankenhäuser hitzebedingt vermehrt eingeliefert. Aber auch in Hausarztpraxen stellen sich jüngere und ältere Menschen vor allem mit Schwindel und Kreislaufproblemen vor:

Kreislaufprobleme und Kopfschmerzen Berlins Hausärzte und Rettungsstellen versorgen mehr Hitzepatienten 14.55 Uhr: Appetit auf Döner vergeht auch bei Hitze nicht

Isar Isar arbeitet in einem Dönerladen an der Joachimsthaler Straße nahe dem Bahnhof Zoo. Die hohen Temperaturen seien für das Team nichts Ungewöhnliches. „Wir wechseln uns öfter ab, aber wir sind auch schon an die Hitze gewöhnt“, sagt er. Regelmäßige Pausen gehörten deshalb zum Arbeitsalltag.

Hier ist man hohe Temperaturen gewohnt: Im Dönerladen „Zaddy’s“ brummt das Geschäft trotz der Hitze.

© Mia Veigel

Besonders vor dem Dönerspieß ist die Wärme deutlich spürbar, dort herrschen noch einige Grad mehr als draußen. Für das Geschäft seien die sommerlichen Temperaturen jedoch eher von Vorteil. Bei gutem Wetter seien mehr Menschen unterwegs und entsprechend steige auch die Zahl der Kundinnen und Kunden.

14.25 Uhr: Kiziltepe sagt Auftakt der Berliner Seniorenwoche wegen Hitze ab

Berlins Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) hat die Auftaktveranstaltung der Berliner Seniorenwoche am Sonnabend abgesagt. Angekündigte Temperaturen von bis zu 40 Grad machten die Veranstaltung unmöglich, teilte ihre Senatsverwaltung am Mittwoch mit.

„So leid es mir tut, aber ich muss die Eröffnungsveranstaltung absagen. Vor allem ältere Menschen sollten bei dieser Hitze zu Hause bleiben. Ihre Gesundheit und Unversehrtheit steht für mich an oberster Stelle. Da kann ich nichts riskieren“, wird Kiziltepe in der Mitteilung zitiert.

Die Seniorenwoche dauert bis zum 4. Juli und umfasst mehr als 300 Veranstaltungen die laut Senatsverwaltung „seniorenrelevante Angebote“ aus verschiedenen Themenbereichen (beispielsweise Bewegung, Soziales) bündeln.

Zum Auftakt in der Amerika-Gedenkbibliothek in Kreuzberg waren unter anderem Clara Herrmann, Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg und Bahar Haghanipour, Vizepräsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses (beide Grüne) geladen. Die Veranstaltungen der Seniorenwoche in der kommenden Woche sollen weiterhin stattfinden. „Wir überlegen jetzt, ob die Seniorenwoche nächstes Jahr im Frühjahr oder im Herbst stattfinden kann“, teilte Kiziltepe mit.

Auch zwei Seniorenverstaltungen in Spandau wurden abgesagt: Die Sommerhausparty im Seniorenklub Südpark am 26. Juni und das Gartenfest im Seniorenklub Lindenufer am 27. Juni. Aufgrund der „erheblichen Gesundheitsrisiken“ durch die Hitze könnten sie nicht stattfinden, teilte das Bezirksamt am Mittwoch mit.

14.11 Uhr: Trabrennbahn verschiebt zwölf Rennen von Sonntag auf Dienstag

Auch Pferde kriegen hitzefrei: Die Trabrennbahn Mariendorf hat die 12 Rennen des „Gold, Silber, Newcomer“-Veranstaltungssonntags gestrichen und auf den Dienstag verschoben. Starts dann ab 17 Uhr. Zunächst hatte die Rennbahnleitung noch erwogen, den Start am Sonntag durchzuziehen und lediglich den ersten Startschuss von 12.15 Uhr in die frühen Morgenstunden vorzuziehen.

29.7.2016, Rennszene eines Trabrennens . Berlin Mariendorf. 166MK290716Mariendorf.JPG. (Innenansicht, Innen, Remote, Remote Kamera, Feature, Tribuene, Haupttribuene, Rennszene). [Copyright (c) Marius Schwarz, Fotograf,Mobil: 0049(0)176 28 311 040, Web: www.traberpixx.de, e-mail: info Hier wären die Pferde der Sonne gänzlich ausgesetzt: Die Trabrennbahn Mariendorf hat zwölf Rennen gestrichen. (Archivbild)

© MARIUS SCHWARZ / TRABERPIXX.DE

Doch die Entscheidung hielt nicht lange vor. „Ganz im Sinne aller beteiligten Aktiven und vor allem natürlich der Pferde werden damit jegliche mit der riesigen Hitze verbundene Gesundheitsgefährdungen vermieden“, teilte die Trabrennbahn mit, und hofft nun – wie vermutlich die 102 zum Start gemeldeten Pferde, ihre Fahrer und Pfleger und das Publikum auch –, dass am Dienstag angenehmere Temperaturen vorherrschen. Das Preisgeld von 40.000 Euro allein für die drei geplanten Hauptrennen soll dem Vernehmen nach während der Hitzephase nicht wegschmelzen, sondern am Dienstag in originaler Höhe zu gewinnen sein.

Das alles dürfte auch bei der Tierschutzorganisation Peta für abkühlende Gemüter sorgen. Dort war man wegen der Pferde bereits in Alarmbereitschaft und hatte die zuständigen Berliner Behörden um Einschreiten und Zwangsabsagen gebeten.

14 Uhr: Sonnencreme und Wasser für Berlins Obdachlose

Die Hitze macht auch Berlins Obdachlosen zu schaffen. „Sozialarbeiter sind unterwegs und bieten Hilfe an. Sie haben bei Hitze auch Sonnencreme und Wasser dabei, um die Not etwas zu lindern. Manchmal haben sie auch Hüte im Angebot, damit sich die Menschen etwas vor der Sonne schützen“, erzählte Spandaus Sozialstadtrat Gregor Kempert (SPD) jetzt im Tagesspiegel-Gespräch. Im Winter ziehen Obdachlose bekanntlich in den warmen U-Bahnhof – und wohin fliehen sie bei dieser Hitze? Mehr lesen Sie hier.

13.55 Uhr: Berlin schwitzt – und der Senat gibt Infos zum Heizen

Während die ganze Stadt über die Hitzewelle redet, veröffentlicht die Umweltverwaltung des Senats die Einladung zu einer Info-Veranstaltung unter dem Titel: „Wie heizen wir zukünftig unsere Stadt?“ Bei dem Termin am kommenden Montag (17 Uhr, Kindl-Zentrum, Am Sudhaus 3 in Neukölln, Anmeldung online) können sich Bürger – insbesondere Eigentümer von Immobilien und Fachleute aus beteiligten Branchen – über die kommunale Wärmeplanung informieren. Vielleicht nicht der ideale Zeitpunkt bei weit über 30 Grad, aber der nächste Winter kommt bestimmt.

13.50 Uhr: Handwerker arbeiten in der prallen Sonne

Auf einer Baustelle am Bahnhof Zoo arbeitet Uvays Abakev. Er und sein Team haben eine Stunde früher als sonst angefangen, schon um 6 Uhr morgens. Sie arbeiten auf dem Dach eines hohen Gebäudes und entfernen die Dachpappe, sind also direkter Sonnenstrahlung ausgesetzt. „Wir machen jede halbe Stunde Pause, trinken mehr Wasser und cremen uns ein“, sagt der 40-Jährige. Abakev ist für 12 Mitarbeiter auf der Baustelle zuständig. „Ich passe auf die auf, ich brauche die ja noch für die Zukunft“, sagt er und lacht.

Homeoffice ist nicht. Uvays Abakev und sein Team stehen auch bei Temperaturen über 30 Grad auf der Baustelle.

© Marie Nadler

13.47 Uhr: Erhöhte Keimwerte im Spektesee – Bezirk rät vom Baden ab

Vom Baden wird in Spandau dringend abgeraten – und das ausgerechnet bei der großen Hitze. Der Grund: Bei einer Wasseruntersuchung des beliebten Spektesees im Ortsteil Falkenhagener Feld (40.000 Einwohner) „wurden deutlich erhöhte Keimwerte gemessen“. Das teilte das Gesundheitsamt um Stadträtin Tanja Franzke (CDU) mit. Die Fachleute aus dem Rathaus raten daher „vorsorglich vom Baden und vom direkten Wasserkontakt ab“.

Und das bei dieser Hitze! Berliner Bezirk rät vom Baden in diesem See ab 13.42 Uhr: Live-Karte zeigt Auslastung in Berliner Freibädern an

Viele Menschen zieht es bei den hohen Temperaturen in Berlins Freibäder. Wer sich nicht mit anderen Bädegästen drängen will oder befürchtet, gar nicht mehr ins überfüllte Freibad gelassen zu werden, kann sich auf einer Karte der Berliner Bäder über die Auslastung informieren. Hier wird in Echtzeit angezeigt, wie voll es gerade ist.

Welche Strand- und Freibäder besonders gut mit den Öffis zu erreichen sind, lässt sich hier herausfinden.

12.34 Uhr: Polizeigewerkschaft warnt vor „überfiebernden“ Beamten

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin fordert einen besseren Hitzeschutz für die Einsatzkräfte in der Hauptstadt. „Die Temperaturen belasten unsere Kolleginnen und Kollegen bei Polizei und Feuerwehr immens“, teilte GdP-Landeschef Stephan Weh am Mittwoch mit. „Jeder weiß, dass uns der Klimawandel immer stärker trifft, aber wir sehen in unseren Bereichen keine Ideen, wie wir darauf strukturell reagieren. Wir reden über Berufsgruppen, die ihre Arbeit mitunter in der prallen Sonne leisten müssen und die sich nicht mal eben in der Pause in Badeshorts ins Freibad begeben können.“

Der Hitzeschutz auf den Dienststellen sei katastrophal, sagte Weh. Es fehle an Klimaanlagen und Ventilatoren in den Gebäuden, die Dienstwagen hätten entweder gar keine Klimaanlage oder nur eine, die nicht wirklich funktioniere. „Gleichzeitig gelten bei der Polizei und Feuerwehr klare Kleidungsvorschriften, die zunehmend eine Belastung darstellen.“

Weh forderte „Klimaanlagen, Ventilatoren, hygienisch unbedenkliche Trinkwasserspender und Cooling-Down-Räume“ in allen Dienststellen, weil die Beamten bei Einsätzen sonst „überfiebern“ würden. „Zudem brauchen wir mit Blick auf die Hitze schnellstmöglich eine Reduzierung auf die gesetzlichen Kernaufgaben von Polizei und Feuerwehr und einen Verzicht politischer Wünsche.“

12.25 Uhr: Sozialarbeiter versorgen Bedürftige mit Getränken

Noch sitzt Reimer Bless in seinem Rollstuhl im Schatten vor der Decathlon-Filiale am Alexanderplatz. Um 14 Uhr wird an dieser Stelle auch die Sonne sein, das weiß er genau. Bleiben wird er trotzdem: „Im Park bekomme ich kein Geld. Hier kommen die Leute aus dem Decathlon raus“, sagt der 70-Jährige.

Reimer Bless hofft auf Spenden von Passanten.

© Marie Nadler

Abkühlung findet er ab und zu durch kalte Getränke. Apfelschorle und Cola kauft er sich im Netto. Getränke bringt hin und wieder auch die „Straßensozialarbeit“ vorbei, sagt er. Ob Kälte oder Hitze schlimmer ist? „Das bleibt sich gleich. Wenn es sehr kalt ist, ist das für mich auch schlecht. Dann habe ich Schmerzen.“

11.55 Uhr: „Die Leute haben Angst vorm Wochenende“

Nach zehn Jahren treffen sich Simone B. und Alex Ihde heute zum ersten Mal wieder. Die beiden kennen sich „von früher“. Sie kühlen ihre Füße in den Wasserkaskaden am Fernsehturm und trinken dabei Eiskaffee und essen Erdbeereis. Ihre Meinungen über die hohen Temperaturen gehen auseinander. Simone B. bezeichnet sich als „richtigen Warm-Menschen“: „Ab 25 Grad fühle ich mich wohl.“ Ihde mag die Hitze gar nicht: „Ich versuche es auszublenden. Die Leute haben Angst vorm Wochenende“, sagt sie.

Eine liebt Hitze, die andere nicht: Simone B. und Alex Ihde haben unterschiedliche Meinungen zum Hochsommerwetter.

© Marie Nadler

11.35 Uhr: Wenn es selbst zum Bootfahren zu heiß ist

An der Anlegestelle für die Ausflugsschiffe auf der Museumsinsel ist es am Vormittag vergleichsweise ruhig. In seinem Verkaufshäuschen sitzt Mitarbeiter Rudi Schlehahn. Voll ausgebucht seien die Fahrten heute nicht, sagt er. „Heute ist ein ganz gewöhnlicher Tag.“ Im Schatten wartet nur eine größere Schulklasse auf die nächste Abfahrt.

Rudi Schlehahn rechnet am Wochenende mit weniger Fahrgästen auf den Ausflugsdampfern.

© Mia Veigel

Sehr heiße Tage seien für das Geschäft sogar eher nachteilig, sagt Schlehahn. Viele Gäste scheuten sich davor, eine Stunde lang in der prallen Sonne auf einem Schiff zu verbringen. Früher habe es auf dem Schiff Sonnenschirme gegeben, erzählt er. Nachdem jedoch nach jeder Saison ein großer Teil davon verschwunden sei, habe man darauf verzichtet. Die meisten Fahrgäste brächten auch selbst keinen Sonnenschutz mit.

Für das Wochenende mit erwarteten Temperaturen von bis zu 40 Grad rechnet er deshalb eher mit weniger als mit mehr Gästen. Die Hitze spürt er auch in seiner kleinen Verkaufsbude. Dass es dort auszuhalten sei, liege vor allem an einem Luftkühler.

11.10 Uhr: Entspanntes Sommertreiben in Mitte Erfrischung unterm Rasensprenger.

© Mia Veigel

In Mitte locken die steigenden Temperaturen viele Menschen nach draußen. Rund um das Oranienburger Tor werben Cafés mit kalten Getränken wie Matcha und Eiskaffee um Kundschaft. Im Monbijoupark suchen Freundesgruppen die schattigen Plätze unter den Bäumen, während Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern über die Wiesen ziehen. Rasensprenger halten das Grün feucht und sorgen für Abkühlung: Immer wieder laufen Kinder durch die Wasserstrahlen und erfrischen sich. Daneben wird Frisbee gespielt, andere genießen die Sonne oder machen es sich auf den Wiesen bequem. Die Stimmung wirkt entspannt und sommerlich.

11.02 Uhr: Fahrrad-Pride in Potsdam abgesagt

Der diesjährige Fahrrad-Pride in Potsdam, der am Samstag stattfinden sollte, wird aufgrund der Hitze abgesagt. Das teilte das Organisationsteam am Mittwoch mit.

Schweren Herzens habe man sich für die Absage entschieden – doch die Sicherheit der Teilnehmenden und Veranstaltenden gehe vor. „Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. Nach aktuellem Stand wird es im Herbst einen Nachholtermin für den Fahrrad-Pride und die Fußdemo geben“, teilte Julia Sergon vom Verein Regenbogen Potsdam mit. Das geplante After-Pride-Festival im studentischen Kulturzentrum KuZe mit Drag-Show, Konzerten und DJ-Sets finde jedoch wie geplant ab 18 Uhr statt.

Eigentlich sollte am Samstagnachmittag bereits zum siebten Mal in der Potsdamer Innenstadt ein sichtbares Zeichen für Vielfalt, Akzeptanz und gleiche Rechte für queere Menschen gesetzt werden. Auch die Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sophie Koch, hatte sich angekündigt.

Entstanden war die Idee einer Fahrrad-Demonstration 2020 während der Corona-Zeit – als pandemiekonforme Alternative zu traditionellen Pride-Veranstaltungen, nachdem viele CSDs abgesagt werden mussten. In den vergangenen Jahren demonstrierten Jahr für Jahr Hunderte mit Fahrrädern, E-Bikes, Lastenrädern, Rikschas, Inlinern – oder zu Fuß.

Abgesagt ist auch das Fest des Regenbogencafés in Falkensee, das am Samstag von 16 bis 19 Uhr stattfinden sollte. „Es ist zu heiß am Wochenende! Wir verschieben in den September“, heißt es auf Facebook. Unter anderem sollte bei dem Fest im Rahmen der Pride-Week der frühere Berliner Kultursenator Klaus Lederer (parteilos) sprechen.

10.50 Uhr: „30 Grad hier fühlen sich wie 45 Grad in Pakistan an“

Auf dem Mariendorfer Damm in Tempelhof-Schöneberg nutzen Menschen den Vormittag, um ihre Einkäufe zu erledigen. Kristina Hübner verkauft mittwochs auf dem Markt Käse und Würste. Der goldene Schriftzug „Käse Tina“ glitzert in der Sonne. Ihr Stand steht in der prallen Sonne mitten auf dem Platz ohne Bäume. Sie rechne heute insgesamt mit weniger Kundschaft. Viele waren heute schon früh da.

Trotz Hochsommertemperaturen hat Kristina Hübner auch an diesem Mittwoch wieder ihren Stand aufgebaut.

© Marie Nadler

Wie sie selbst mit der Hitze klarkommt? Viel Wasser trinken, möglichst wenig bewegen und versuchen, nicht viel darüber nachzudenken. „Wir müssen uns an die Temperaturen gewöhnen, das wird ja in Zukunft nicht weniger“, sagt die 58-Jährige.

Kristina Hübner und ihr Standnachbar Iqbal Munawar auf dem Wochenmarkt am Mariendorfer Damm.

© Marie Nadler

Iqbal Munawar ist für einen Plausch zu Hübner gekommen. Er verkauft Kleidung auf dem Wochenmarkt, und das schon seit 20 Jahren. In seiner anderen Heimat Pakistan ist er andere Temperaturen gewohnt, sagt er. Dort werden es im Sommer 45 bis 50 Grad. Doch auch ihm setzt die Hitze in Deutschland zu. „Hier fühlt sich die Hitze anders an. 30 Grad hier fühlen sich wie 45 Grad in Pakistan an. Hier ist man klebriger.“ Auch er trinkt viel Wasser und versucht, nicht so viel über die Temperaturen nachzudenken.

10.27 Uhr: Darf es noch ein bisschen heißer sein?

Am Samstag ist Mittsommerfest in den Nordischen Botschaften. Wem es noch nicht heiß genug ist: Man kann auch saunieren. Weitere Infos finden Sie hier.

10.25 Uhr: Auch die kommenden Nächte werden besonders warm

Auch die kommenden Nächte könnten so warm werden wie nie zuvor in Berlin. „In den langjährig vergleichbaren Reihen, in denen die Station Berlin-Alexanderplatz noch bis zum Juli 2011 enthalten ist, rangiert diese Station ganz vorn mit 24,6 Grad Celsius jeweils am 10. August 1992 sowie am 21. Juli 2006“, sagt der Meteorologe Andreas Blei vom Dienst „Wettermanufaktur“: Am Alex werde noch immer gemessen, allerdings nicht mehr nach den weltweiten Standards, sondern „als sogenannte Stadtklimastation“.

Von den amtlichen, den internationalen Normen entsprechenden Stationen stammten die höchsten nächtlichen Tiefsttemperaturen aus dem Jahr 2018: In der Nacht zum 1. August sei das Thermometer in Tempelhof und in Tegel jeweils nur auf 24,4 Grad gesunken.

Für die Nächte zum kommenden Sonntag und Montag prognostizieren die Wettermodelle Tiefstwerte zwischen 25 und 23 Grad. Bleibt es wärmer als 20 Grad, sprechen Meteorologen von einer „Tropennacht“. Derart hohe Werte gelten als kritisch, weil vor allem in dicht bebauten Stadtteilen die Wohnungen dann kaum noch abkühlen können. Statistisch erlebt Berlin nur 1,3 solcher Nächte im ganzen Jahr.

10.17 Uhr: Auf dem Leopoldplatz ist es noch aushaltbar Sonnen auf dem „Leo“.

© Mia Veigel

Am Leopoldplatz nutzt ein Teil der Menschen die noch vergleichsweise angenehmen Morgenstunden für einen Kaffee im Freien. Vor Cafés sitzen die Gäste überwiegend im Schatten, während Gemüse- und Obsthändler ihre Stände für den Tag vorbereiten. Große Wassermelonen werden in Folie eingepackt, an einem Stand wird bereits Eiskaffee verkauft.

Obsthändler verkaufen auf dem Leopoldplatz Melonen.

© Mia Veigel

10.08 Uhr: Berliner Hitzerekord könnte am Wochenende fallen

Die angekündigte Hitzewelle dürfte Berlin die höchste je gemessene Temperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor etwa 120 Jahren bringen. Der bisherige Rekord liegt nach Auskunft des Dienstes „Wettermanufaktur“ bei 38,6 Grad, gemessen am 30. Juni 2019 in Tegel. In Tempelhof wurden an demselben Tag 38,5 Grad gemessen.

Zwar wurden an anderen Stationen an manchen Tagen teils noch ein paar Zehntelgrad mehr gemessen, aber diese Messungen entsprachen nicht immer den internationalen Standards oder stammen von Stationen, die nicht mehr existieren. Gemessen wird die Temperatur in zwei Meter Höhe an einem schattigen Ort, der nicht von Sondereffekten wie versiegeltem Boden oder Gebäuden beeinflusst sein soll.

9.52 Uhr: Ladenbetreiber bleibt gelassen – „In der Türkei wird es noch deutlich heißer“ Aydin betreibt einen Intershop an der Berliner Müllerstraße. Ladenbetreiber Aydin ist aus seiner Heimat deutlich höhere Temperaturen gewohnt.

© Mia Veigel

Die Hitze kennt Aydin aus seiner Heimat Türkei. Dort arbeitete er früher als Lkw-Fahrer, heute betreibt er seit acht Jahren einen Laden in der Müllerstraße in Wedding. Seit 30 Jahren lebt er in Deutschland. Ein kleiner Ventilator sorgt hinter der Theke für etwas Abkühlung. Die Temperaturen seien für ihn kein großes Problem, sagt er. In der Türkei werde es oft noch deutlich heißer. Nur beim Ventilator ist er kritisch: „Eigentlich ist er zu klein.“

9.44 Uhr: Weddinger nutzen Morgenstunden zum Gießen und Gärtnern

In der Londoner Straße in Wedding ist die Hitze schon am Morgen spürbar. Zwar zeigt das Thermometer gegen 9 Uhr erst 24 Grad, doch die Luft wirkt bereits warm und schwer. In den Vorgärten laufen Sprinkleranlagen, in den Schrebergärten sind die ersten Besitzerinnen und Besitzer schon bei der Arbeit. Viele nutzen die noch vergleichsweise kühlen Morgenstunden zum Gießen und Gärtnern, bevor die Temperaturen im Laufe des Tages weiter steigen.

Gießen in Wedding.

© Mia Veigel

9.15 Uhr: Florida Eis profitiert von der Hitze

Während Berlin schwitzt, ist das Sommerwetter für Florida Eis in Spandau ein Genuss. Sein Team habe gerade richtig viel zu tun, erzählt Firmenchef Olaf Höhn. Welche Sorten gerade im Trend sind und wie der Tagesspiegel-Geschmackstest ausfällt, lesen Sie im Checkpoint:

Der Checkpoint am Morgen „Sozialstaat? Kann weg“– mysteriöse Wahlplakate in Berlin 8.35 Uhr: Auch bei Hitze fällt der Unterricht an Berlins Schulen nicht einfach aus

Auch bei Temperaturen deutlich jenseits der 30-Grad-Marke gibt es an den Berliner Schulen nicht automatisch hitzefrei. „Grundsätzlich besteht Schulpflicht. Unterrichtsausfall soll die Ausnahme bleiben“, teilte die Senatsverwaltung für Bildung auf dpa-Anfrage mit. „Berliner Schulen können jedoch flexibel auf extreme Wetterlagen reagieren und den Unterricht an die jeweiligen Bedingungen vor Ort anpassen.“

Zum Beispiel könnten die Unterrichtsstunden verkürzt werden. Wenn angesichts der Hitze eine angemessene Durchführung des Unterrichts im Einzelfall nicht möglich sei, könne die Schulleitung auch einen Unterrichtsausfall anordnen. Was dann gilt und welche Rechte berufstätige Eltern haben, lesen Sie hier. (dpa)

8.15 Uhr: Mini-WM für Kinder in Hellersdorf abgesagt

Wegen der extremen Hitze am Wochenende fällt die Hellersdorfer Mini-WM für Kinder am Samstag aus. Angesichts der hohen Temperaturen sehe man keine verantwortbare Möglichkeit, das Turnier wie geplant durchzuführen, teilte die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land mit. Diese Entscheidung hätten der gastgebende Verein Eintracht Mahlsdorf und die Partner der Mini-WM, die Stadt und Land sowie die Wohnungsbaugenossenschaft Wuhletal, gemeinsam getroffen.

ARCHIV - 25.02.2021, Bayern, München: Ein Fußball liegt auf einem Fußballplatz. (zu dpa: «Eltern streiten bei Fußballspiel - Abbruch») Foto: Tobias Hase/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Die Hellersdorfer Mini-WM kann wegen der Hitze nicht stattfinden. (Symbolbild)

© dpa/Tobias Hase

Bei dem Turnier sollten am Samstag 48 Teams aus Berlin und Brandenburg gemäß dem Spielplan der Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko stellvertretend für die „großen“ Nationalmannschaften antreten. Auch ein Verein aus Köln wollte dafür anreisen.

„Die Entscheidung ist uns allen nicht leichtgefallen. Die Vorfreude bei den Kindern, ihren Familien sowie allen Beteiligten war spürbar groß – umso schwerer wiegt dieser Schritt“, teilte die Stadt und Land mit. Die Sicherheit der Teilnehmenden habe aber höchste Priorität. Derzeit werde über einen Ersatztermin beraten. Dass die Mini-WM zeitnah nachgeholt werden kann, sei wegen der anstehenden Sommerferien und des organisatorischen Aufwands aber nicht realistisch, hieß es.

7.41 Uhr: Hitzewellen im Juni häufen sich

Hitzewellen mit fünf bis sechs Tagen über 30 Grad, teils sogar über 35 Grad, gebe es eigentlich eher im Juli oder August, sagte Stefan Rubach, Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD), der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Da sind wir jetzt natürlich wieder sehr früh dran.“ Die lange Sonnenscheindauer mache es unangenehmer, weil sie die Abkühlung nachts mindere. „Wenn wir im August diese Hitzewellen haben, dann geht die Sonne ja schon ein bisschen früher unter, das macht sich dann abends schon um 18 Uhr so ein bisschen bemerkbar“, sagte Rubach.

Die Temperaturen werden in den kommenden Tagen voraussichtlich an den Berliner Juni-Hitzerekord von 2019 herankommen, als 38,6 Grad in Tegel gemessen wurden. „In dieser Größenordnung werden wir landen“, sagte Rubach mit Blick auf das Wochenende. Es werde „sehr heiß, ungewöhnlich heiß für Juni“. Derartige Temperaturen im Juni häufen sich ihm zufolge in den letzten Jahren. (dpa)

Dienstag, 23. Juni 17.54 Uhr: Berliner Pralinenhersteller kühlt Filialen herunter Seit 140 Jahren stellt das Berliner Traditionsunternehmen Sawade Pralinen und Trüffel nach traditioneller Rezeptur her. Nun ist Sawade insolvent. Doch die Produktion läuft vorerst weiter. Foto: Sawade Wird wegen der Hitze heruntergekühlt: Eine Filiale des Berliner Pralinenherstellers Sawade. (Archivbild)

© Promo/Jordana Schramm

Dem Berliner Pralinenhersteller Sawade kann die Hitze nichts anhaben. „Wir produzieren fröhlich weiter“, sagt eine Sprecherin, auch für die kommende Herbstsaison. Es gebe für die heißen Sommertage spezielle Kreationen mit Kokos oder Maracuja, am besten gekühlt zu verzehren. Die Produktion der Pralinen findet unter klimatisierten Bedingungen statt, auch die zwölf Berliner Sawade-Filialen werden heruntergekühlt, damit sich Menschen und Schokoladen wohl fühlen.

Wer die Ware online bestellt, bekommt Kühlelemente mitgeliefert, die einen Tag lang durchhalten. Spätestens dann sollte die Ware aber beim Kunden sein. Größere Lieferungen an Fachhändler in Süddeutschland würden verschoben, bis es wieder etwas kühler ist.

17.39 Uhr: So hat Berlin am Dienstag der Hitze getrotzt

Am Dienstag wurde die 30-Grad-Marke schon fast erreicht, und das ist erst der Anfang dieser Hitzewoche. Diese Bilder zeigen, wie Berlin der Wärme trotzt:

23.06.2026, Berlin: Ein Mann sitzt im Park am Gleisdreieck in der Sonne und trinkt Wasser. Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
HitzeNeuJM Auf offener Fläche drückte die Hitze bereits am Dienstag: Ein Mann sitzt im Park am Gleisdreieck in der Sonne und trinkt Wasser.

© dpa/Sebastian Gollnow

23.06.2026, Berlin: Die Straße des 17. Juni Richtung Brandenburger Tor flimmert in der Mittagshitze. Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Nicht einmal bei praller Sonne verschwanden die E-Roller von der Straße: Die Straße des 17. Juni Richtung Brandenburger Tor flimmert in der Mittagshitze.

© dpa/Sebastian Gollnow

23.06.2026, Berlin: Ein Mann schützt sich vor dem Brandenburger Tor mit einem Blatt Papier gegen die Sonne. Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Wer ohne Hut und Sonnenschirm aus dem Haus ging, musste kreativ werden: Ein Mann schützt sich vor dem Brandenburger Tor mit einem Blatt Papier gegen die Sonne.

© dpa/Sebastian Gollnow

17.16 Uhr: Wasserversorgung bleibt stabil

Trotz Hitzewelle bleibt die Wasserversorgung der Hauptstadt stabil. Das hängt auch mit einem veränderten Konsumverhalten der Berlinerinnen und Berliner zusammen:

Trotz Hitze bleibt die Wasserversorgung stabil „Die Botschaft ist angekommen“ – Berliner sparsamer mit Wasser 16.20 Uhr: Kommende Nacht zum Lüften nutzen

Der Deutsche Wetterdienst empfiehlt, die Nacht auf Mittwoch zum Lüften zu nutzen. In der Früh zum Sonnenaufgang würden die Tiefstwerte erreicht, sagte Stefan Rubach, Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes, der dpa. „Da kann man noch mal effektiv durchlüften.“ In den folgenden Nächten kühle es weniger ab. 

Die Nacht zu Mittwoch wird DWD-Angaben zufolge in Berlin und Brandenburg die kühlste der kommenden Nächte, mit Tiefstwerten von 13 bis 17 Grad, teilweise sogar nur 11 Grad. In der Nacht zu Donnerstag liegen die Tiefstwerte demnach eher zwischen 19 und 14 Grad, in der Nacht zu Freitag bei 16 bis 21 Grad. „Da wird es schon etwas unangenehmer“, sagte Rubach. „Da kriegt man eigentlich kaum noch Abkühlung durchs Lüften.“ (dpa)

15.42 Uhr: Columbiabad und Prinzenbad öffnen am Mittwoch wieder 19.06.2026, Berlin: Menschen stehen Schlange am Eingang vom Prinzenbad im Stadtteil Kreuzberg. In den kommenden Tagen steigt die Temperatur in Berlin voraussichtlich auf über 30 Grad. Foto: Carsten Koall/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Der Andrang nach der Wiedereröffnung dürfte hoch sein: Bereits am vergangenen Wochenende standen massenhaft Menschen in der Schlange vor dem Prinzenbad in Kreuzberg.

© dpa/Carsten Koall

Rechtzeitig vor dem sehr heißen Wochenende öffnet früher als erwartet auch das Berliner Columbiabad in Neukölln wieder. Die technischen Probleme seien behoben und das große Bad gehe an diesem Mittwoch an den Start, teilten die Bäder-Betriebe mit. Zuletzt war der 3. Juli als Eröffnungstag angegeben worden. 

Mit einer engen Kooperation und Kommunikation mit dem Bezirksamt Neukölln hätten technische und formale Prüfungen beschleunigt werden können, hieß es. Probleme bei der Beschaffung von Filtermaterial hätten zu der Verzögerung beim Saisonstart geführt. Nun habe das Gesundheitsamt des Bezirks nach zwei Prüfungen grünes Licht für den Betrieb gegeben. 

ARCHIV - 18.07.2024, Berlin: Kinder springen im Sommerbad Neukölln ins Schwimmbecken.  (zu dpa: «Columbiabad öffnet am Mittwoch – Hitzewelle kann kommen») Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Kinder springen im Sommerbad Neukölln ins Schwimmbecken. (Archivbild)

© dpa/Bernd von Jutrczenka

Behoben ist auch der technische Schaden im Kreuzberger Freibad Prinzenbad: Das Bad öffnete ab dem heutigen Vormittag wieder komplett. Für beide Bäder wurde gegen 16.30 Uhr online eine mittlere Auslastung angezeigt. (mit dpa)

15.15 Uhr: Blutreserven in der Hauptstadtregion werden knapp

Die Blutreserven des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost befinden sich nach Angaben der Hilfsorganisation auf einem kritischen Niveau. Der aktuelle Bestand liege deutlich unter der erforderlichen Tagesreichweite von vier bis fünf Tagen, teilte der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost am Dienstag in Berlin mit. Grund sei auch die Hitzewelle, die die Spendenbereitschaft sinken lasse. Daher werde zum Blutspenden aufgerufen.

Gerade in den Anfang Juli beginnenden Sommerferien fehlten viele Stammspenderinnen und Stammspender, hieß es. Allein in Berlin und Brandenburg benötige der DRK-Blutspendedienst rund 600 Blutspenden an jedem Werktag.

Blut zu spenden sei auch an sehr heißen Tagen möglich, hieß es. Die tägliche Trinkmenge sollte jedoch auf rund drei Liter erhöht werden. Gleichzeitig sollten längere Aufenthalte und körperliche Anstrengungen in der Sonne vermieden werden.

Blut werde etwa nach Unfällen, bei Operationen, Geburten und in der Krebstherapie benötigt, hieß es. Blutpräparate könnten jedoch nicht künstlich hergestellt werden und seien nur begrenzt haltbar. (dpa)

15.00 Uhr: Berliner Telefonservice warnt Senioren vor Extremwetter

Mit einem neuen Wetter-Service will der Verein Silbernetz ältere Menschen in Berlin besser vor den Folgen von Extremwetter schützen. Über ein Infotelefon werden Nutzer automatisch informiert, wenn der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor Hitze, Sturm oder Glatteis warnt. „Extreme Wetterlagen können insbesondere für ältere und alleinlebende Menschen zur Belastung werden“, erklärte Silbernetz-Leiterin Kerstin Winkler. Ziel sei es, frühzeitig zu informieren und konkrete Hilfe zu organisieren. 

Extreme Wetterlagen können insbesondere für ältere und alleinlebende Menschen zur Belastung werden

Silbernetz-Leiterin Kerstin Winkler

Der Service eigne sich besonders für Menschen ohne Internetzugang, sagte Silbernetz-Sprecherin Amira Mahdi. Ältere Menschen können sich telefonisch für den Service anmelden und bekommen über das Telefon auch Verhaltenstipps, etwa zum Schutz vor Hitze, zu kühlen Aufenthaltsorten oder zur sicheren Lagerung von Medikamenten. Bei Bedarf vermittelt Silbernetz zudem praktische Unterstützung durch Ehrenamtliche, etwa für Einkäufe oder die Besorgung von Medikamenten. 

Für den Ausbau des Services sucht der Verein derzeit weitere ehrenamtliche Helfer. Das Angebot ist kostenfrei und wird von der Lotto-Stiftung Berlin gefördert. Anmeldungen sind über das Infotelefon möglich. (dpa)