Es ist noch früh an diesem Donnerstagmorgen Ende Juni – und doch schon richtig warm. Dass sie ihren Hochzeitstag an einem der heißesten Tage des Jahres feiern würden, damit haben Paulina Neiser und Tim Jahnke wohl nicht gerechnet, als an Heiligabend 2025 der Antrag kam. Obwohl bei ihrem ersten Treffen ähnliche Temperaturen geherrscht haben könnten. Im Sommer 2018 machte Paulina ein Praktikum im Rahmen ihres Studiums. Eines Tages, im Juli, besuchte Tim einen Freund in dem Büro, in dem auch Paulina arbeitete – zum Kaffeetrinken.

„Da haben wir uns das erste Mal gesehen, und dann kam er irgendwie, wie zufällig, immer öfter zum Kaffeetrinken“, erzählt die selbstständige Produktdesignerin mit einem Lachen. „Ich habe dann auch recht schnell nach ihrer Nummer gefragt – es war einfach ein Match“, ergänzt Tim. Aus den eher zufälligen Treffen im Büro wurden bald geplante Dates, im Sommer 2020 bezogen die beiden eine gemeinsame Wohnung. Zwei Jahre später wurde ihre Tochter geboren.

Tim Jahnke kommt ursprünglich aus Rheine, für seinen Job zog der 39-jährige Polizist nach seinem Studium 2013 nach Düsseldorf und fühlte sich schnell wohl. „Ich mag die Vielseitigkeit – auf der einen Seite die Altstadt zum Ausgehen, auf der anderen das viele Grün und den Rhein zum Abschalten.“ In der Stadt tief verwurzelt ist seit ihrer Geburt vor 33 Jahren hingegen Paulina Neiser. Vater Piet Neiser war als Architekt und Entwickler verantwortlich für viele bekannte und beliebte Orte in der Stadt, unter anderem das „Les Halles“ am ehemaligen Güterbahnhof in Derendorf oder das Gelände der Spoerl-Fabrik auf der Tußmannstraße. Das dort ansässige Restaurant führte lange Paulinas Mutter Michaela Neiser, ihr Bruder Tim Neiser betreibt unter anderem die Eventlocation „Glasvoll“ am Alten Bahnhof Gerresheim.

Tim Jahnke erzählt mit einem Augenzwinkern: „Dass der Name in verschiedenen Zusammenhängen immer mal wieder auftaucht, das habe ich schnell gemerkt.“ Auch deswegen sei sein Schwager, ebenfalls Tim, ihm dankbar, dass er sich nach der Eheschließung für das Behalten seines Nachnamens „Jahnke“ entschieden habe. „Zwei Tim Neiser hätten doch alle durcheinandergebracht.“

Dass der Antrag an Heiligabend kam, sei gar nicht unbedingt geplant gewesen. „Ich hatte den Ring schon eine Weile und habe auf den perfekten Zeitpunkt gewartet, an dem alles passt. Und unterm Weihnachtsbaum war es dann so weit“, erzählt Tim. Auf dem Weg zum eigentlichen Hochzeitsfest habe es einige Etappen und Umplanungen gegeben, berichtet Paulina. „Wir hatten geplant, im September zu heiraten und ein großes Fest zu feiern, mit 150 Gästen. Es gab das Datum, die Location, sogar schon ein Kleid – und dann habe ich erfahren, dass ich wieder schwanger bin und es im September so weit ist.“ Kurzerhand wurde sich entschieden, die Feier auf Juni zu verschieben. „Mit Babybauch heiraten ist ja auch was Schönes. Dann kam die Nachricht, dass wir Zwillinge bekommen. Deswegen haben wir die Entscheidung getroffen, in diesem Jahr im kleineren Kreis die standesamtliche Trauung zu feiern und dann im nächsten Jahr noch einmal in groß.“

Vor dem Standesamt an der Inselstraße wartete Tim nun also an diesem Sommermorgen auf seine Braut. Als sie vorgefahren wird und aus dem weißen Mercedes-Oldtimer steigt, an dessen Steuer ihr Bruder sitzt, ist es, als würde die Zeit kurz stillstehen. „Es war und ist perfekt – nur vier Grad kühler wäre noch besser“, bemerkt Tim lachend. Eine Menge Handventilatoren haben die beiden deswegen bestellt und an die Freunde und Familienmitglieder verteilt. Rund 40 Gäste begleiten das Paar an ihrem großen Tag. Natürlich auch mit dabei: der Freund, in dessen Büro bei einer Tasse Kaffee alles anfing.

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