Ein potenzielles Klientel für schöne Cafés gibt es im Kiez durchaus. In den letzten Jahren sind Mehrfamilienhäuser mit Eigentumswohnungen im sehr hohen Preissegment gebaut worden. „Uns wurde beim Kauf der Wohnung vor acht Jahren versprochen, dass hier jetzt investiert wird, dass das Elend auf der Straße verschwinden wird“, sagt eine Anwohnerin in einem pinken Kleid. Ihr Begleiter trägt eine Gucci-Tasche am Arm.

Die Frau erzählt, wie zuletzt in ihren Keller eingebrochen wurde und Menschen dort ihre Notdurft verrichtet haben. Allein würde sie nicht mehr abends auf die Straße gehen, sagt sie. Ihre Erlebnisse sprechen vielen aus der Seele. Viele Anwohnende rund um die Kurfürstenstraße haben in den letzten Wochen dem rbb ihr Leid geklagt [ardmediathek.de], von Einbrüchen in Tiefgaragen und Treppenhäuser berichtet, von komplett vermüllten Straßen und Spritzen auf Spielplätzen.

Viele sagen, der Frauentreff ziehe Menschen an, die Probleme verursachen, sagt Matthiesen. „Auch wir merken eine Veränderung in den letzten Jahren. Der Ton ist rauer, die Substanzen sind andere, manche Menschen im Rausch sind sehr unkontrolliert.“ Im Kiez gebe es mittlerweile durch die lückenlose Bebauung weniger Rückzugsmöglichkeiten, dadurch werden die Probleme wie offener Drogenkonsum und Obdachlosigkeit sichtbarer, erklärt sie.