Nach dem Krisengipfel
Neue Polizeiwache und Drugchecking: Das ist im Bahnhofsviertel geplant
26.06.2026 – 16:23 UhrLesedauer: 3 Min.
Eine Frau zündet sich im Bahnhofsviertel von Frankfurt eine Crackpfeife an (Archivbild): Stadt und Landesregierung haben neue Maßnahmen für das Viertel vorgestellt. (Quelle: Boris Roessler/dpa)
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Stadt und Land starten ein Sofortprogramm für das Frankfurter Bahnhofsviertel. Diese Maßnahmen sind nach dem „Bahnhofsgipfel“ geplant.
Die Stadt Frankfurt und das Land Hessen wollen mit einem Sofortprogramm gegen die zuletzt verschärfte Lage im Bahnhofsviertel vorgehen. Das ist das Ergebnis des sogenannten Bahnhofsgipfels am Freitag.
In den vergangenen Wochen hat sich die Situation nach Angaben von Polizei, Drogenhelfern, Anwohnern und Eigentümern im Viertel sogar verschlechtert: Wegen zahlreicher Baustellen und Straßensperrungen verdichtet sich die Drogenszene noch stärker in der Niddastraße – mit neuen Konflikten und Eskalationsrisiken auf engem Raum.
Nun stellten Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) und Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) eine Reihe von Maßnahmen vor, die das von Drogensucht und Kriminalität geprägte Viertel verbessern sollen.
Neue Polizeiwache im Bahnhofsviertel
Mitten im Viertel soll eine neue Polizeiwache entstehen; Stadt und Land suchen dafür eine gut sichtbare und gut gelegene Immobilie. Bis zur Einrichtung dürften allerdings sechs bis zwölf Monate vergehen. „Ich halte das für einen richtigen Ansatz, weil die Polizei so noch präsenter im Bahnhofsviertel ist“, sagte CDU-Innnenminister Poseck. Die bereits bestehende mobile Wache soll dauerhaft bleiben, die Stadtpolizei ihre Präsenz vor den Drogenkonsumräumen verstärken.
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„Drugchecking“ in bestehenden Konsumräumen
Erstmals solle im Bahnhofsviertel zeitnah das sogenannte „Drugchecking „zum Einsatz kommen: Dabei werden Drogen Schwerstabhängiger chemisch analysiert, gekoppelt an eine gesundheitliche Risikoberatung – um akute Gefahren zu senken und Konsumenten in das Hilfesystem zu vermitteln. Das Angebot bleibt nach Angaben der Stadt streng auf stark abhängig machende Substanzen wie Crack und schwer Suchtkranke begrenzt und wird ausschließlich in bestehende Drogenkonsumräume integriert.
Auch die Strafverfolgung soll intensiver werden. Künstliche Intelligenz soll bei der Auswertung großer Datenmengen und der Gesichtserkennung helfen – teils seien dafür Gesetzesänderungen nötig. Geplant ist zudem eine Initiative für die rechtliche Zulassung biometrischer Echtzeit-Fernidentifikation.
Studie zu Crack-Ersatzstoffen geplant
Dealer-Bargeld solle zunehmend beschlagnahmt werden, um den Straßenhandel unattraktiv zu machen. Geprüft werde außerdem eine sogenannte HSOG-Zone – also ein Gebiet, in dem die Polizei mehr Befugnisse erhält. So will das Innenministerium unter anderem Platzverweise, Aufenthaltsverbote gegen Dealer und Konsumenten leichter durchsetzen können.


