Stand: 26.06.2026 15:45 Uhr
Nach den Erdbeben in Venezuela sind Helfer vom Bundeswehr-Standort in Wunstorf auf dem Weg ins Katastrophengebiet. Die Zahl der Opfer steigt. Es müsse schnell gehen, sagt Verteidigungsminister Pistorius.
Am Vormittag um kurz nach 11 Uhr ist die erste Maschine des Typs A400M am Bundeswehr-Standort in Wunstorf (Region Hannover) abgehoben. Das erfuhr NDR Niedersachsen vor Ort von der Bundeswehr. Das Flugzeug hat demnach 48 Mitarbeitende des Technischen Hilfswerks (THW), drei Hunde und Ausrüstung mit an Bord. Insgesamt bringt es 8,7 Tonnen Ladung nach Venezuela. Drei weitere Maschinen sollen heute noch starten. Morgen folgt möglicherweise ein fünfter Flieger. Die Maschinen brauchen rund 13 Stunden für den Flug. Der Einsatz in Venezuela ist zunächst auf zwei Wochen ausgelegt.
Video:
Erdbeben in Venezuela: Bundeswehr schickt Flieger aus Wunstorf (1 Min)
Pistorius: Unterstützung für Venezuela „so schnell wie möglich“
„Wir wollen sicherstellen, dass das Hilfsmaterial so schnell wie möglich hinkommt“, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bei einem Besuch auf der IdeenExpo in Hannover. Noch sei die Zahl der Opfer in Venezuela unklar. „Schätzungen gehen in die Tausende, aber wir wissen es eben noch nicht. Und wir haben gesagt, wir wollen schnell bereitstehen, wenn Anforderungen kommen.“
Bewaffnete Soldatinnen und Soldaten an Bord
Unter anderem reist auch ein sogenanntes Airprotection-Team mit bewaffneten Soldatinnen und Soldaten ins Erdbebengebiet. Sie sollen das Flugzeug absichern, weil ungewiss sei, auf welchen Plätzen die Maschinen landen und wie das Team dort empfangen werde, teilte die Bundeswehr mit. Die Mitnahme solcher Sicherheitsleute sei Standard.
Hilfsorganisationen sind am Donnerstag aufgebrochen
Am Donnerstag hatte das Bundesverteidigungsministerium mitgeteilt, dass vom Lufttransportgeschwader 62 in Wunstorf (Region Hannover) insgesamt sechs Maschinen zur Unterstützung bereitstehen – eine für den medizinischen Krankentransport, fünf weitere für den Transport von Personal und Material. Vorab-Teams des THW, der Hilfsorganisation @fire und I.S.A.R Germany waren bereits am Donnerstag zur Lageabklärung und Koordinierung weiterer Einsatzteams in die Region aufgebrochen.
Zahl der Toten aktuell bei mehr als 500
Die Regierung Venezuelas spricht von einem Erdbeben noch nie dagewesenen Ausmaßes. Wie groß die Folgen tatsächlich sind, ist bislang nicht absehbar. Die Zahl der Toten ist den offiziellen Angaben zufolge auf 539 gestiegen. Zudem seien 2.980 Menschen verletzt worden, sagte die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez.

Die Erdbeben in Venezuela trafen die Menschen ohne Vorwarnzeit. Geo-Forscher Marco Bohnhoff geht davon aus, dass die Lage sich in einigen Jahren verbessern könnte.