„Schulter an Schulter miteinander“ – das Motto zum 75. Jubiläum der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Düsseldorf (GCJZ) ziehe sich wie ein roter Faden durch die gesamte Geschichte des Vereins, sagt Geschäftsführerin Andrea Sonnen. 57 Rückkehrer und Holocaust-Überlebende hatten diesen im Jahr 1951 gegründet, sechs Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Das Ziel: Begegnung, Verständigung und gegenseitiger Respekt.

Mittlerweile ist die Düsseldorfer Gesellschaft eine der mitgliederstärksten in ganz NRW. Ihre Arbeit müsse weitergehen, betonte Herbert Rubinstein von der Jüdischen Gemeinde anlässlich des Jubiläums. „Die kommenden Generationen werden die Verantwortung dafür tragen, den Dialog fortzuführen, Vorurteile abzubauen, Wissen zu vermitteln und dem Antisemitismus entschieden entgegenzutreten“. Solidarität bedeute nicht nur Mitgefühl – sondern Haltung zu zeigen.

Brücken bauen trotz Gräben und Traumata

Wie dringend dieses Thema ist, das machte bei den Feierlichkeiten im Leo-Baeck-Saal der Jüdischen Gemeinde in Golzheim auch Oberbürgermeister Stephan Keller deutlich. Der weltweite Anstieg antisemitischer Einstellungen und Straftaten seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel sei besorgniserregend und auch in Düsseldorf spürbar. Keller erinnerte in diesem Zusammenhang an das Fußballspiel zum Gedenken an den von Hamas-Terroristen ermordeten Fußballer Ilan Fiorentino vor knapp drei Wochen. Dabei waren israelische Gäste am Stadion und vor dem Hotel angefeindet und antisemitisch beschimpft worden. „Wir müssen alles dafür tun, dass sich Jüdinnen und Juden in unserer Stadt sicher fühlen können. Das bleibt unsere gemeinsame Verantwortung“, appellierte Keller.

Den Verein bezeichnete er als Bürgerbewegung, die bis heute lebendig geblieben sei. Die Verantwortlichen seien in den vergangenen 75 Jahren trotz aller Gräben und Traumata aufeinander zugegangen und hätten auf beeindruckende Weise Brücken gebaut, „zwischen Religionen, zwischen Menschen und auch nach Israel“.