Die Hängepartie um das milliardenschwere Bahnprojekt Stuttgart 21 geht weiter. Der neue Tiefbahnhofsoll nun erst Ende 2031 in Betrieb gehen.

Die von der DB veranschlagten Kosten erhöhen sich um weitere drei Milliarden auf 14,5 Milliarden Euro. Bei einem Spitzentreffen mit den Projektpartnern musste Bahnchefin Evelyn Palla in Stuttgart unter anderem Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) und Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) erklären, wie es zu dem Debakel rund um die Mega-Baustelle kommen konnte.

Vier Hauptgründe hat die interne Überprüfung des Projektes ergeben, die Bahnchefin Palla nach der Absage des jüngsten Eröffnungstermins Ende 2026 angeordnet hatte. Die Digitalisierung des Stuttgarter Bahnknotens sei deutlich herausfordernder als zunächst gedacht. Zudem hätten Planungsprozesse nicht den nötigen Reifegrad gehabt. Teilweise müssen deswegen neue Kabel verlegt werden, laut DB geht es um etwa 100 Kilometer.

Probleme mit Technikgebäude

Zudem gebe es Probleme mit einem bereits 2013 gebauten Technikgebäude, das für den aktuellen Bedarf nicht mehr passend sei. Komplett neu planen muss die Bahn das Notstromkonzept, weil zu spät auf neue Vorgaben reagiert wurde.

Bahnchefin Palla ließ verlauten, dass sie erschüttert sei über die Ergebnisse der konzerninternen Überprüfung von Stuttgart 21. Ehrlichkeit und Realismus seien nun ins Projekt eingezogen, versprach sie.

Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) sprach von einem harten und höchst schmerzhaften Schlag, sagte aber auch, dass Palla aus seiner Sicht glaubhaft Besserung gelobt und einen realistischen und nachvollziehbaren Plan vorgelegt habe.

Lange Wege wegen Baustelle

Die Fahrgäste in Stuttgart werden wegen der Verschiebung der Inbetriebnahme weitere fünf Jahre mit einem Provisorium leben müssen. Sie müssen wegen der Baustelle mitten im Zentrum der Landeshauptstadt seit vielen Jahren weitere Wege zu den Fernzügen in Kauf nehmen. Die langen Wege für die Reisenden will die DB schon vor Eröffnung des Bahnhofs verkürzen. Ab Ende 2027 sollen Fahrgäste nicht mehr um die komplette Baustelle herum zu den Fernzügen laufen müssen, sondern über das Dach des neuen Tiefbahnhofs direkt zu den Gleisen des alten Kopfbahnhofs gehen können.

Mit der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 dürften auch damit zusammenhängende Pläne für eine neue Linienstruktur bei der S-Bahn Rhein-Neckar aufgeschoben werden. Die Pläne sehen unter anderem vor, dass die Linien aus Kaiserslautern und Germersheim rechtsrheinisch ihre Weiterführung nach Osterburken und Karlsruhe tauschen.

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