Ausstellungseröffnung
Stand: 26.06.2026 16:20 Uhr
Schwer, rostig und kochend heiß – für Toni Reintelseder klingt das nach einem erfolgreichen Projekt. Der sächsische Künstler baut Skulpturen aus Metall, die er mit Dampf und heißer Luft zum Leben erweckt. Zwei Monate lang werden seine Werke jetzt im Altenberger Schloss präsentiert.
Am Samstag eröffnet die Sonderausstellung „Ars Vaporis“ im Osterzgebirgsmuseum in Altenberg. Gezeigt werden darin ein Dutzend Metallskulpturen des sächsischen Künstlers Toni Reintelseder. Die aus Blech und Altmetall geformten Drachen, Tiere und Gerätschaften erinnern an Erfindungen aus Jules-Verne-Geschichten – „Steampunk“ wie der Künstler erklärt.
Es darf niemand erkennen, dass das in der heutigen Zeit entstanden ist.
Toni Reintelseder

Rudolf die Ratte, Schnecke Adelheid, Adele die Fledermaus und Schildkröte Fritz Walter. Die meisten von Toni Reintelseders Skulpturen haben Namen bekommen.
Reintelseder verfolgt in seinem Schaffen einen ganz klaren Stil: „Es darf niemand erkennen, dass das in der heutigen Zeit entstanden ist. Deswegen verwende ich auch keine Kreuzschlitz- und Inbusschrauben. Ich lasse die Bleche auch alle rosten, damit die Leute den Eindruck haben, es ist in einer Zeit entstanden die viele Jahrzehnte zurückliegt.“

Drache Fuchur hat seinen Namen bekommen, weil er sich mit Dampfkraft bewegt, wie sein Namensvetter im Film „Die unendliche Geschichte“.
Feuerfeste Kunst
Hinter Außenplatten, die von Nieten und Lötnähten zusammengehalten werden, kann man ausgetüftelte Mechanik bestaunen. Ihrem Erbauer haben die Geschöpfe Dampf-, Stirling- oder andere historische Motoren zu verdanken, mit denen Reintelseder sie in Bewegung setzen kann und das komplett ohne Strom und Elektrik.
Beispielsweise beginnt der Drache Fuchur mit ein bisschen Wasser und Spiritus seine Klauen zu heben, das Maul zu öffnen und Dampf zu speien. Der nachgebaute Sputnik-Satellit hat die Fähigkeit sich zu drehen und den ikonischen Piepton zu pfeifen und ein restauriertes Grammophon wurde durch einen mit Heißluft betriebenen Außenmotor wieder zum Leben erweckt.

Museumsleiterin Gabriele Gelbrich hatte für die Sommerferien nach einer Ausstellung gesucht, die nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder und Familien interessant ist.
Steampunk auf Schloss Lauenstein
Museumschefin Gabriele Gelbrich erklärt, dass die meisten Skulpturen aus Sicherheitsgründen leider unbeweglich ausgestellt werden müssen. Trotzdem gibt es die Möglichkeit, die Kreationen in Aktion zu erleben. Zur Ausstellungseröffnung am 26. Juni ab 14:00 Uhr mit Künstler Toni Reintelseder, soll es eine Demonstration geben. Außerdem werde in den Ferien wöchentlich eine kleine Führung angeboten, bei der auch eine Skulptur im Dampfbetrieb gezeigt wird.

Das Altenberger Osterzgebirgsmuseum hat seinen Sitz in Schloss Lauenstein.



Kunst und Stadtentwicklung
MDR