Russland greift Bus mit Drohne an – Tote und Verletzte

Russische Truppen haben einen Minibus in Nikipol im Süden der Ukraine mit einer Kamikazedrohne angegriffen. Dabei starben zwei Menschen, 13 weitere wurden verletzt, wie die ukrainischen Behörden mitteilten. Unter den Verletzten sind demnach zwei zwölfjährige Mädchen. Zur Identität der Todesopfer äußerten sich die Behörden bislang nicht. Drei der Verletzten befinden sich in einem kritischen Zustand.

Helfer versorgen verletzte Passagiere eines Minibusses in Nikopol: Unter den Verletzten sind auch zwei zwölfjährige Mädchen.Vergrößern des BildesHelfer versorgen verletzte Passagiere eines Minibusses in Nikopol: Unter den Verletzten sind auch zwei zwölfjährige Mädchen. (Quelle: Ukrainischer Rettungsdienst/Oleksandr Hanzha)

Die Stadt mit etwa 43.000 Einwohnern liegt in der Region Dnipropetrowsk am Nordufer des Dnipro. Das Gebiet südlich des Flusses wird von russischen Truppen besetzt gehalten. Ähnlich wie in der weiter südlich am Dnipro gelegenen Großstadt Cherson machen russische Truppen dort immer wieder Jagd mit Kamikazedrohnen auf ukrainische Zivilisten. Russische Soldaten sprechen bei ihren Terrorangriffen gegen Zivilisten zynischerweise von einer „Menschen-Safari“.

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Aufgrund der angespannten Lage auf der Krim und der anhaltenden Bedrohung durch ukrainische Drohnen könnte der Kremlchef Putin eine Mobilisierungswelle ausrufen, sagte der Militärexperte Franz-Stefan Gady dem „Spiegel“. Es sei allerdings fraglich, ob neue Truppen mit der Situation an der Front zurechtkämen, so Gady. Auch Abfangdrohnen, autonome Schnellfeuerkanonen oder moderne Varianten des klassischen Tarnens und Täuschens könnten russische Ansätze sein, auf die ukrainischen Angriffe zu reagieren.

Militäranalyst Franz-Stefan GadyVergrößern des BildesDer österreichische Militärexperte Franz-Stefan Gady. (Quelle: Phillip Sulke)

„Aktuell kann ich mir aber kein Gegenmittel vorstellen, das schnell genug in den kommenden Wochen funktioniert“, so Gady weiter. Die ukrainischen Angriffe sind dem Experten zufolge so erfolgreich, weil die Drohnen noch immer größtenteils von Piloten gesteuert werden und nur teilweise auf den letzten hundert Metern autonom fliegen.

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