Ähnlich hitzebelastete Viertel gibt es in mehreren Bezirken im Innenstadtbereich. Auch dicht besiedelte Wohngegenden können ähnliche Effekte aufweisen. In Neukölln, zwischen Karl-Marx-Straße und Sonnenalle oder rund um den S-Bahnhof Neukölln beispielsweise. Oder im Prenzlauer Berg rund um die Schönhauser Allee. Und natürlich auch Shopping-Straßen wie der Ku’damm und das Gebiet rund um den Breitscheidplatz in Charlottenburg.
Grund dafür sei die dichte Bebauung und die Art der Bebauung, sagt Henning Rust vom Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin. Materialien seien ein entscheidender Faktor: „Beton kann die Wärme gut speichern und heizt sich tagsüber auf, dazu kommt, dass wenn wir dicht bauen, die Luftzirkulation reduziert wird“, so Rust. Würden auch noch dunkle Farben verwendet, würden die Gebäude zusätzlich Wärme speichern, Glasfronten könnten dafür sorgen, dass noch mehr Sonnenstrahlen von Gebäude zu Gebäude reflektiert würden, bis sie im Beton gespeichert würden. „Die Mehrfachreflexion innerhalb einer Straßenschlucht sorgt dafür, dass sehr viel Energie, die von der Sonne kommt, aufgenommen wird“, sagt Rust.
Auch die in der Friedrichstraße fast durchgehende Versiegelung spiele eine Rolle. „Versiegelte Flächen und Beton nehmen tagsüber viel Wärme auf, speichern die und geben sie nachts wieder ab.“