Berlin schwitzt, die Temperaturen klettern und klettern: Bis zu 41 Grad könnten es am Wochenende in der Hauptstadtregion werden. Die Auswirkungen sind jetzt schon zu spüren: Schulen geben ihren Schülerinnen und Schülern hitzefrei, zahlreiche Veranstaltungen wurden abgesagt. Welche Auswirkungen sind am Wochenende zu erwarten? Alles zur Hitzewelle in Berlin – hier im Live-Blog.
Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:
- Klassenräume sind zu heiß – erste Schulen gewähren hitzefrei
- Zentral- und Landesbibliothek Berlin sagt alle Veranstaltungen ab
- Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner warnt vor Hitze-Gefahren
Mehr zur Hitze in BerlinBerlins großer Temperatur-Test So heiß ist es auf Plätzen, in Imbissbuden, Bus und Bahn Markise, Außenrollo, Klimaanlage Was Mieter gegen die Sommerhitze tun dürfen – und wo Vermieter zustimmen müssen Matschen, planschen, toben Das sind die zwölf besten Wasserspielplätze Berlins 08:39 Uhr: Waldbrandgefahr in Berlin und Brandenburg steigt
Die anhaltende Trockenheit lässt die Waldbrandgefahr am Wochenende zunächst weiter steigen. In fast allen Landkreisen Brandenburgs gilt derzeit eine hohe Gefahrenstufe. In Potsdam-Mittelmark, den Städten Potsdam und Brandenburg an der Havel sowie in der Prignitz und im Havelland wird sie sogar als sehr hoch eingestuft, wie das Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz mitteilte.
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Auch innerhalb Berlins reicht die Waldbrandgefahr laut Waldbrandgefahrenindex des DWD je nach Bezirk von mittel bis sehr hoch. (dpa)
08:11 Uhr: Experte warnt vor Kopfsprüngen ins kalte Wasser
Ein Sprung kopfüber ins flache Wasser kann schwerwiegende Verletzungen zur Folge haben, warnen Experten. „Die Halswirbelsäule ist besonders fragil“, sagt Jan Schwab, Direktor der Klinik für Rückenmarkverletzte und Paraplegiologie am BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin (UKB), der dpa. „Das führt direkt zu einer Lähmung“, sagte Schwab, dann seien Beine und Arme betroffen. „Wenn man den Boden nicht sieht, auf keinen Fall springen.“
Schwab sieht davon am UKB jährlich mindestens zehn Fälle. Oft handele es sich um „übermütige junge Männer“, die aus Lebensfreude kopfüber ins flache Wasser springen und im Anschluss querschnittsgelähmt seien. Auch Alkohol spiele oft eine Rolle. „Man möchte die Lebensfreude nicht einschränken“, sagte Schwab. „Aber es ist eine vermeidbare Verletzung.“
Ein bis anderthalb Meter tiefes Wasser sei zu flach für einen Sprung kopfüber, sagte Schwab, der auch eine Professur für Klinische und Experimentelle Paraplegiologie an der Charité hat. Auch zwei bis zweieinhalb Meter können zu flach sein, je nach Sprunghöhe. Er empfiehlt, auch nicht in Hockstellung ins Wasser zu springen, weil dann Beckenfrakturen möglich seien. (dpa)
20.06 Uhr: Konfirmationsfest in Kladow auch bei Hitze
Stadtweit finden Konfirmationsfeste statt – auch in Berlin-Kladow. 1000 Menschen werden am heißen Sonnabend im Kirchengarten erwartet. Wie machen die das beim großen Tauffest mit 44 Jugendlichen in der Hitze? „Mich rufen gerade sehr viele Familien an, ob das Fest stattfindet. Ja, wird es. Aber wir bereiten uns vor“, sagt Pfarrer Nicolas Budde, der mit Flip-Flops durch den Ortskern läuft. „Wir haben viel Wasser besorgt, verlegen die Bühne unter die Bäume und weichen in den Schatten aus“, sagt der 41-Jährige. „Kladower Vereine und die Kladower Feuerwehr helfen uns mit Sonnenschutz und Pavillons. Die ganze Nachbarschaft hilft.“ Und es sind mehr erfahrene Ersthelfer vor Ort. (AG)
Sommerlich-leichte Kleidung versteht sich von selbst. Pfarrer Nicolas Budde macht es vor. Nur eine Kopfbedeckung fehlt.
© André Görke
17.15 Uhr: Wasser, Wasser, Wasser
Berlin schwitzt, stöhnt und ächzt unter der Hitze. Da hilft nur… Wasser! Aus diesem Grund weisen die Berliner Wasserbetriebe darauf hin, dass es in der Stadt zahlreiche Wasserstationen gibt:
- An 250 Trinkbrunnen in der ganzen Stadt können Berliner:innen sowie Besucher:innen der Stadt sich jederzeit erfrischen oder ihre mitgebrachte Flasche auffüllen.
- Beim Trinkbrunnen am Mauerpark sorgt am ersten Berliner Cooling Point sogar eine Vernebelungsanlage für angenehme Kühle.
- Wasserspender in öffentlichen Gebäuden wie Bürgerämtern oder Bibliotheken sind ebenfalls beliebte Anlaufstellen.
- In Berlin gibt es mehr als 600 Refill-Stationen. Ein hellblauer Aufkleber mit der Aufschrift Refill verrät, welche Cafés, Geschäfte, Apotheken oder Arztpraxen kostenlos die mitgebrachte Wasserflasche auffüllen.
Aber Achtung bei den 163 Zierbrunnen, die derzeit in Berlin in Betrieb sind: „Ihr Wasser ist kein Trinkwasser und sollte weder getrunken noch zum Befüllen von Flaschen verwendet werden“, heißt es von den Wasserbetrieben.
Nassim Rad, Marie Nadler, Muhamad Abdi
17.02 Uhr: 17-Jähriger in Berlin gestorben: Debatte um Sicherheit an Badeseen
Am Donnerstagmittag starb ein 17-Jähriger in der Krummen Lanke. Wie sicher ist es dort und am Schlachtensee? Und warum gibt es an den beliebten Badeseen keine Wasserretter?
„Wir sind uns des Bedarfs bewusst“ Bade-Tod eines Jugendlichen führt zu Debatte um Rettung an Berliner Seen 16.59 Uhr: Einrichtungen in Charlottenburg-Wilmersdorf zu, Veranstaltungen abgesagt
Auch in Charlottenburg-Wilmersdorf bleiben am Wochenende Einrichtungen geschlossen und Veranstaltungen fallen aus, wie das Bezirksamt mitteilt:
- Die Kleine Orangerie am Schloss Charlottenburg bleibt am Samstag Sonntag geschlossen.
- Die Kommunale Galerie bleibt ebenfalls an beiden Tagen zu.
- Der „Mut-Muskel-Workshop“ am Samstag entfällt und wird nachgeholt.
- Die Finissage der Ausstellung „Stories We Carry. Comics über Diaspora und Zugehörigkeit“ am Sonntag entfällt.
- Die Veranstaltungen der Musikschule City West finden im Rahmen der Möglichkeiten statt.
- Die Kurse in der Volkshochschule City West finden statt.
„Sollten die Bedingungen der vielen Veranstaltungen und Kurse vor Ort die Gesundheit der Teilnehmenden und Mitarbeitenden gefährden, werden weitere Maßnahmen ergriffen“, heißt es vom Bezirksamt.
Die Öffnungszeiten des Schoeler-Schlösschens, des Museums in der Villa Oppenheim, der Dietrich-Bonhoeffer-Bibliothek und der Heinrich-Schulz-Bibliothek bleiben unverändert. Diese Einrichtungen öffnen am Wochenende wie gewohnt.
16.48 Uhr: Regionalbahn-Stopps entfallen am Wochenende hitzebedingt
Wegen der erwarteten Hitze am Wochenende entfallen auf den Regionalbahnlinien RE1 und RE8 die Stopps Schwerin Süd und Holthusen. Die betroffenen Linien verkehren zwischen Hamburg und Rostock (RE1) beziehungsweise Wismar, Berlin und Elsterwerda (RE8). Grund sind nach Angaben der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH (Odeg) die fehlenden Möglichkeiten, sich an diesen Bahnhöfen während des Umstiegs vor der Hitze zu schützen.
Alternativ bestünde die Umsteigemöglichkeit zwischen RE1 und RE8 im Schweriner Hauptbahnhof. Nicht betroffen seien die Züge des RE8, die ausschließlich zwischen Ludwigslust, Schwerin Hbf und Wismar sowie in der Gegenrichtung verkehrten. Die Einschränkung gilt den Angaben zufolge ab Samstag 0.00 Uhr bis Sonntag 24.00 Uhr.
16.39 Uhr: Ventilatoren und Luftkühler in Berlin ausverkauft
In vielen Berliner Baumärkten und Elektronikmärkten sind Ventilatoren, mobile Klimageräte und Luftkühler inzwischen ausverkauft. Eine Suche bei Bauhaus nach entsprechenden Geräten ergab in fast allen Berliner Filialen das Ergebnis „Nicht verfügbar“.
Auch bei MediaMarkt/Saturn ist das „WM-Highlight“, der Standventilator von Philips für 79 Euro, nicht mehr auffindbar. Das Unternehmen erklärt dazu auf Anfrage: „Die anhaltende Hitzeperiode führt derzeit zu einer überdurchschnittlich hohen Nachfrage nach Ventilatoren und Klimageräten. Wir gehen auch für die nächsten Wochen davon aus, dass das Interesse hoch bleiben wird. Da die Kapazitäten der Hersteller aber grundsätzlich begrenzt sind und wir daher sowohl für unsere Märkte als auch für unsere Onlineshops nur begrenzt nachordern können, empfehlen wir, die Anschaffung zeitnah anzugehen.“
Auch Bauhaus spricht von „eingeschränkten Beständen“ und „längeren Lieferzeiten“. Ein Hornbach-Sprecher redet dagegen Klartext: „Jedes Jahr steigt die Nachfrage. Der erste Schwung an Geräten ist weg.“ Man arbeite am Nachschub, aber versprechen könne man nichts. „Die Geräte kommen fast alle aus China.“ Für kurzfristige Nachlieferungen eher ungünstig.
Allerdings wirft die Knappheit auch Fragen auf:
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16.14 Uhr: Berliner Krankenhäuser: Moderater Anstieg an Notfällen durch Hitze
Die „Vivantes“-Kliniken in Berlin haben in den vergangenen Tagen einen Anstieg hitzebedingter Einlieferungen von Patienten verzeichnet. Über die sieben Rettungsstellen verteilt sei dieser aber „moderat“ ausgefallen, teilte der Krankenhausbetreiber am Freitag auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) mit. In den Einrichtungen der Universitätsmedizin Charité sei die Versorgung stabil und bleibe sichergestellt, wie ein Sprecher sagte.
Die Vivantes-Rettungsstellen hätten überwiegend unter Flüssigkeitsmangel leidende ältere Menschen behandelt, in wenigen Fällen auch Sonnenstiche, hieß es. Auch in Kinderrettungsstellen seien mehr hitzebedingte Fälle verzeichnet worden.
Die vorgestellten Kinder hätten unter Kopfschmerzen, Fieberkrämpfen oder Hitzschlägen bis hin zu Hirnhautentzündungen gelitten, hieß es. Gerade Kleinkinder seien anfällig, da deren „relative Kopfgröße im Vergleich zum Körper naturgemäß groß ist“. Die „Vivantes“-Kliniken erwarten, dass die Fälle am Wochenende weiter moderat steigen. Schichten in den Notaufnahmen seien nicht verstärkt worden.
16.07 Uhr: Brandenburger Tor einer der kühlsten U-Bahnhöfe in Berlin
Klimaanlagen gibt es in Berlins U-Bahnen bekanntlich nicht – sehr zum Leidwesen vieler Fahrgäste. „Eine klassische Klimaanlage würde in unserem über 100 Jahre alten Tunnelsystem nur mit immensen Umbauten möglich sein. Das wäre nicht nur teuer, sondern würde auch den Energieverbrauch deutlich erhöhen und die Klimabilanz verschlechtern“, begründet die BVG das. Auf dem Dach sei zu wenig Platz – und Anlagen in den Fahrzeugen würden Sitzplätze kosten.
Abkühlung gibt es immerhin in manchen Bahnhöfen. Wie die BVG verrät, ist der Bahnhof Brandenburger Tor der Linie U5 einer der kühlsten U-Bahnhöfe in Berlin. Er liegt etwa 17 Meter unter der Oberfläche.
Wie eine Tagesspiegel-Reporterin am Mittag nachgemessen hat: Dort sind es angenehme 24,5 Grad. Beim Aussteigen aus der 27,3 Grad warmen U5 freuen sich viele Fahrgäste: „Oh, hier ist es ja schön“, „Sooo kühl“, „Hier sollten wir bleiben“.
15.58 Uhr: Landeskirche sagt Sommer-Empfang wegen Hitze ab
Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz hat wegen der extremen Hitze ihren am Sonntag geplanten Sommer-Empfang der Kirchenleitung abgesagt. Die Entscheidung sei „aus Verantwortung für die Gesundheit aller Gäste und Mitarbeitenden“ getroffen worden, teilte die Landeskirche am Freitag in Berlin mit. Die Verleihung des Ehrenamtspreises, der Paul-Gerhardt-Medaille, soll zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr nachgeholt werden.
Der Sommer-Empfang hätte am Sonntagnachmittag am Dom St. Peter und Paul in Brandenburg an der Havel stattfinden sollen. Am Mittwoch war er wegen der erwarteten Hitze bereits vom Garten des Doms in das Innere des mittelalterlichen Bauwerks verlegt worden.
An dem Empfang wollten neben Bischof Christian Stäblein und weiteren Kirchenvertretern unter anderem die Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses, Cornelia Seibeld, und Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (beide CDU) teilnehmen. Das Gebiet der Landeskirche umfasst Berlin, Brandenburg sowie den nordöstlichen Teil Sachsens. Ihr gehören rund 746.000 Protestantinnen und Protestanten in 520 Kirchengemeinden an. (epd)
15.40 Uhr: Starke Hitze: Berliner Polizei erhöht Präsenz in der Stadt
Auch die Berliner Polizei stellt sich auf die besondere Lage mit der ungewöhnlich starken Hitze am Wochenende ein. Man wolle in der Stadt fortlaufend eine hohe Polizeipräsenz zeigen, sagte ein Sprecher der dpa. Dazu gebe es auch Sonderstreifen, die im ganzen Stadtgebiet unterwegs seien.
An solchen Tagen käme einiges zusammen: freie Tage für die meisten Menschen am Wochenende, eine volle Stadt, in der die Touristensaison bereits laufe, die Schulferien aber noch nicht begonnen hätten, sowie eine extreme Hitze mit Auswirkungen auf Gesundheit und das Verhalten der Menschen.
15.28 Uhr: Seen heizen sich auf
Nicht nur die Wohnungen und Büros heizen sich immer weiter auf, auch die Seen werden durch die hohen Temperaturen immer wärmer. Aktuelle Messwerte zeigen, dass der Wannsee 25,6 Grad Celsius warm ist. Der Tegeler See hat sogar schon 25,9 Grad Celsius. Der Müggelsee im Süd-Osten der Stadt hat mittlerweile 25,1 Grad Celsius.
Eine wirkliche Erfrischung gibt es hingegen in der Havel in Spandau. Das Fließgewässer hat derzeit eine Temperatur von 22,6 Grad Celsius.
25,6 Grad hat der Wannsee.
© dpa/Carsten Koall
15.25 Uhr: Sommershow von Tobi Krell in den Gärten der Welt abgesagt
Die Sommershow „Tobi Krell – Rätsel, Wissen, Abenteuer“ in den Gärten der Welt am Freitag um 18 Uhr ist abgesagt. Auf der Webseite heißt es dazu: „Ausschlaggebend ist die vom Deutschen Wetterdienst prognostizierte extreme Hitzebelastung , die mit erhöhten gesundheitlichen Risiken verbunden ist.“
Bereits erworbene Tickets können laut Gärten der Welt storniert werden, wenn ein neuer Termin durch den Veranstalter bekannt gegeben wurde.
15.22 Uhr: Konditorei in Spandau feiert trotzdem
In Berlins größter Fußgängerzone soll am Sonnabend ein großes Jubiläum gefeiert werden: Die stadtbekannte „Konditorei Fester“ wird 100 Jahre alt, feiert mit dem Bürgermeister am Marktplatz der Altstadt Spandau. „Das Fest findet auch bei der Hitze statt“, sagt Chefin Heike Rödiger, 63. „Statt Sekt wird’s mehr Orangensaft und Wasser geben. Wir haben auch Eiskaffee und eine Eisvitrine am Marktplatz.“ Nur reinlegen darf man sich nicht.
100 Jahre Kuchen und Leckereien in Berlin Von der Ostsee nach Spandau – das süße Jubiläum der „Konditorei Fester“ 15.00 Uhr: Berlin zapft bis zu 49 Millionen Liter Wasser pro Stunde
Die Berlinerinnen und Berliner haben angesichts des heißen Wetters gestern bis zu 49 Millionen Liter Wasser pro Stunde genutzt. Wie die Berliner Wasserbetriebe mitteilten, wurde der höchste Tageswert zwischen 20 und 21 Uhr erreicht.
Die Wasserbetriebe stellen derzeit Statistiken zum Wasserverbrauch während der Fußball-Weltmeisterschaft bereit. Während der Spiele der deutschen Mannschaft bricht der Wasserverbrauch in der Regel zum Anpfiff ein, schnellt zu Beginn der Halbzeitpause nach oben und sinkt dann weiter ab. Während des Spiels gegen Curaçao lag der Wasserverbrauch in der Halbzeitpause besonders deutlich höher als am gesamten Nachmittag dieses Tages.
Gestern war das nicht der Fall. Der Anstieg in der Halbzeitpause ist sichtbar, aber im Vergleich zu den frühen Abendstunden gering. Neben der Hitze dürfte das auch daran liegen, dass um die Uhrzeit wohl schon einige Menschen im Bett lagen statt vor dem Fernseher mitzufiebern.
14.53 Uhr: Schlösser schließen wegen Hitze schon gegen Mittag
Wegen der erwarteten extremen Hitze schließen am Wochenende die preußischen Schlösser bereits um 13 Uhr. Es gehe darum, Gefahren für Besucher und Mitarbeiter durch Hitzebelastung abzuwenden, teilte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) mit. „Auch der Fährbetrieb zur Pfaueninsel in Berlin wird jeweils ab 13.00 Uhr eingestellt.“
Zudem würden alle Veranstaltungen abgesagt. Die Maßnahme ist eine absolute Ausnahme. In den zwölf Jahren der Betriebszugehörigkeit des Stiftungssprechers sei das noch nicht einmal vorgekommen.
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14.50 Uhr: Wasserträger für Fahrer – BVG bereitet sich auf Hitze vor
Die Berliner Verkehrsbetriebe lassen am Wochenende auch in den Abendstunden U-Bahnen mit der maximalen Wagenzahl fahren, damit die Fahrgäste nicht zu eng in den Fahrzeugen sitzen und stehen müssen. Auch die Beschäftigten werden unterstützt – unter anderem durch die Bereitstellung von Trinkwasser an Endstellen, in Betriebshöfen und Werkstätten, wie die BVG mitteilte.
Darüber hinaus seien Kollegen und Kolleginnen im Einsatz, um an die Fahrer und Fahrerinnen an ausgewählten Knotenpunkten entlang der Strecken zusätzlich Wasser zu verteilen. Das Nahverkehrsunternehmen stellt den Beschäftigten zudem Kühltücher zur Erfrischung zur Verfügung. In den Straßenbahnen stehen den Fahrern und Fahrerinnen außerdem kleine Kühltruhen zur Verfügung, in denen Getränke während der gesamten Schicht gekühlt aufbewahrt werden können.
14.43 Uhr: Kreuzberg schützt sich mit Rettungsdecken
In Kreuzberg versuchen Bewohnerinnen und Bewohner, die Hitze mithilfe von Rettungsdecken aus ihren Wohnungen zu halten.
© Julius Geiler
Immer mehr Menschen in Berlin wappnen sich für die heißen Tage, wie hier in Kreuzberg. Die Bewohnerinnen und Bewohner haben ihre Fenster mit Rettungsdecken verhangen, um die Wohnungen ein bisschen mehr vor der Hitze zu schützen. Viele Apotheken berichten, dass sie derzeit keine Rettungsdecken mehr im Angebot haben.
Alternativ eignen sich auch Sonnenschutzfolien für Autos oder im größten Notfall Aluminiumfolie. Aber aufgepasst: Die Schutzfolien unbedingt von außen anbringen. Innen angebrachte Folien können das Fenster so stark aufheizen, dass die Scheibe durch einen Hitzestau springt.
14.17 Uhr: Fast alle Sommerbäder in Berlin geöffnet
Für das bislang heißeste Wochenende des Jahres stehen in Berlin 14 Sommerbäder und das Strandbad Wannsee zur Verfügung. Das teilten die Berliner Bäderbetriebe (BBB) am Freitag mit. Sie rechnen mit bis zu 100.000 Gästen in den kommenden zwei Tagen und empfehlen, Tickets bereits online zu erwerben.
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Zum Schutz der Angestellten und für eine bessere Versorgung der Gäste würden die Mitarbeitenden in den Bädern von Angestellten aus dem Stadtbad Tiergarten und der Schwimmhalle Allendeviertel unterstützt. Diese bleiben entsprechend geschlossen.
Ansonsten haben die Schwimmhalle im Kombibad Spandau-Süd, das Stadtbad Charlottenburg – Alte Halle – und die Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark geöffnet. Nur das Sommerbad Mariendorf in Tempelhof-Schönefeld ist derzeit wegen eines Stromausfalls geschlossen.
Ab dem 9. Juli gibt es dann noch eine gute Nachricht für Schülerinnen und Schüler unter 18 Jahren: Mit dem Superferienpass können sie für nur 9 Euro in den Ferien unbegrenzt in die Bäder gehen und erhalten jeden Tag freien Eintritt. Nur am Wochenende müssen sie bereits vor 12 Uhr da sein. Die Karten sind bereits in den Bädern erhältlich.
14.07 Uhr: Berliner Bezirk Mitte schließt wegen Hitze Kultureinrichtungen
Aufgrund der Hitze in Berlin schließt der Bezirk Mitte am Samstag und Sonntag mehrere Kultureinrichtungen. Das betrifft nach Angaben des Bezirksamtes:
- Bärenzwinger Berlin
- Galerie Wedding
- Klosterruine Berlin
- Kunst Raum Mitte
- Studio I Galerie Nord
- Mitte Museum
Ebenso werde der Workshop „Kollektives Drucken & Zine-Launch“ am Samstag im Studio I Galerie Nord nicht stattfinden. Ebenso fällt die geführte Tour im Rahmen des Monats der Kunst am Bau aus, teilte das Bezirksamt mit.
„Blow-up“ auf der Autobahn Warum Straßen bei Hitze plötzlich aufbrechen Zwei Hitzeschäden auf der A2 Das müssen Fahrer Richtung Berlin nun wissen Extreme Trockheit in Brandenburg Waldbrandgefahr erreicht teils höchste Stufe 13.47 Uhr: Hitzewarnung in Berlin: Stadtbibliothek Lichtenberg schließt
Aufgrund der aktuellen Hitzewarnung bleiben am Samstag alle Standorte der Stadtbibliothek Lichtenberg ganztägig geschlossen. „Mit dieser Vorsichtsmaßnahme sollen Besuchende und Mitarbeitende vor den gesundheitlichen Belastungen durch die hohen Temperaturen geschützt werden“, teilte das Bezirksamt mit.
13.40 Uhr: Paare lassen sich in Sommerhitze an Schnapszahl-Datum trauen
Schnapszahl schlägt hohe Temperaturen: In der Sommerhitze geben sich in Berlin-Schöneberg heute viele Hochzeitspaare das Ja-Wort. Anlässlich des besonderen Datums – 26.06.2026 – lud das Standesamt des Bezirks Tempelhof-Schöneberg zu einer langen Nacht der Eheschließung.
Bis in den Abend wollen sich den Angaben zufolge 32 Paare das Ja-Wort geben. Wie ein dpa-Reporter vor Ort erfuhr, gab es bislang keine Absagen. Am Vormittag ließ sich ein Feuerwehrmann trauen und durchquerte mit seiner Frau einen Tunnel aus einem aufgestellten Feuerwehrschlauch.
13.33 Uhr: „Sommerliebe Schmargendorf“ findet nicht statt
Das Straßenfest „Sommerliebe Schmargendorf“ findet nicht statt. Wie das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf mitteilt, habe das Amt gemeinsam mit einem Großteil der mitwirkenden Akteure beschlossen, das Fest am Samstag abzusagen.
13.15 Uhr: Veranstaltungen in der Freilichtbühne Spandau finden statt
Die Veranstaltungen in der Freilichtbühne Spandau finden an diesem Wochenende wie geplant statt. Darüber informiert das Bezirksamt Spandau. „Da uns aktuell viele Nachfragen erreichen: Alle unsere Veranstaltungen finden wie geplant statt. Wir versuchen im Rahmen der Möglichkeiten Kompensationsmaßnahmen gegen die Hitze zu treffen“, teilte das Amt mit. „Wir freuen uns trotz der Hitze, Sie am Wochenende in der Freilichtbühne Spandau begrüßen zu dürfen.“
Um diese Veranstaltungen geht es:
- Freitag 20 Uhr: Deutsches Filmorchester Babelsberg – Love Stories
- Samstag 20 Uhr: More Town Soul – The Best of Motown and more
- Sonntag 11 Uhr: Umsonst & Draußen – Jugendblasorchester Spandau
Kurzfristige Ticketrückgaben aufgrund der aktuellen Wetterlage seien nicht möglich, heißt es weiter.
13.00 Uhr: Berliner Feuerwehr rüstet sich für mehr Hitze-Einsätze
Kreislaufprobleme, Badeunfälle: Die Feuerwehr stellt sich – wie üblich bei hochsommerlicher Wärme – auf ein arbeitsreiches Wochenende ein. Untypisch ist aus ihrer Sicht nur der Monat. Vereinzelt behandeln die Teams in Berliner Rettungsstellen wegen der hohen Temperaturen auch Kinder. Mehr dazu:
Große Hitze in Berlin Kopfschmerzen, Fieberkrämpfe, Hitzschlag – auch Kinder in Berliner Rettungsstellen eingeliefert 12.45 Uhr: Grüne wollen Kunstmuseen als Kühlorte
Kunstmuseen als Zuflucht vor der Hitze? Die Grünen fordern kostenlose Abkühlung in klimatisierten Ausstellungen – und kritisieren fehlenden Hitzeschutz in Berlin. Auch die Linken üben Kritik:
Hitzewelle in Berlin Grüne wollen Museen als Schutzräume für alle öffnen 11.35 Uhr: Extremhitze in Berlin – Warnstufe am Wochenende
Mit einer amtlichen Mitteilung wird für dieses Wochenende auch für Berlin vor der großen Hitze gewarnt. „Am Samstag wird eine extreme Wärmebelastung erwartet“, teilte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe mit. „Mit einer zusätzlichen Belastung aufgrund verringerter nächtlicher Abkühlung ist insbesondere im dicht bebauten Stadtgebiet von Berlin zu rechnen.“ Die Warnstufe lautete: Unwetter.
Dann folgte der Hinweis, der schon aus der letzten Zeit bekannt ist: „Hitzebelastung kann für den menschlichen Körper gefährlich werden und zu einer Vielzahl von gesundheitlichen Problemen führen. Vermeiden Sie nach Möglichkeit die Hitze, trinken Sie ausreichend Wasser und halten Sie die Innenräume kühl.“
Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) ist die Hitzebelastung nahezu in ganz Deutschland extrem. Am Samstag und Sonntag sollen die Temperaturen auf 38 bis 41 Grad steigen.
11.10 Uhr: Weitere Schulen steigen auf Kurzunterricht um
Aufgrund der extremen Hitze und zu heißer Klassenräume teilen immer mehr Schulen in Berlin Änderungen in ihrem Schulablauf mit. Viele Schülerinnen und Schüler bekommen heute Nachmittag hitzefrei, einige Schulen beenden ihren Unterricht kurz nach 12 Uhr.
Verkürzten Unterricht haben beispielsweise diese Schulen:
- Grundschule an der Victoriastadt, Lichtenberg
- Schule im Ostseekarree, Green Campus Malchow, Neu-Hohenschönhausen
- Moabiter Grundschule, Mitte
- Bertha von Suttner, Reinickendorf (Mittagessen findet statt)
- Schadow-Gymnasium, Zehlendorf
- Reinhardswald-Grundschule, Kreuzberg
- Otto-Nagel-Gymnasium, Marzahn
- Grundschule am Senefelder Platz, Pankow (Hort ist ganz normal geöffnet)
- Rosa-Luxemburg-Gymnasium, Pankow
- Maria-Montessori-Schule, Tempelhof
- Gymnasium 9Y12, Treptow
- Franz-Carl-Achard-Grundschule, Kaulsdorf
- Herder-Gymnasium, Charlottenburg-Wilmersdorf
Die Eichendorff-Grundschule in Charlottenburg hat die Schulpflicht für heute komplett aufgehoben. Eine Betreuung der Kinder ist aber möglich.
10.50 Uhr: ZLB sagt Veranstaltungen ab – Schließungen möglich Die ZLB
© imago images/A. Friedrichs
Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) sagt wegen der Hitze am Wochenende alle Veranstaltungen in der Amerika-Gedenkbibliothek ab. „Aktionen gegen Einsamkeit, Digital-Beratungen, Kreativworkshops für Familien und Spiel- und Leseangebote für Kinder fallen aus“, teilte die ZLB am Freitag mit.
Bei weiterem Temperaturanstieg müssten Bibliotheksräume geschlossen werden. Bereits morgens seien in der Kinder- und Jugendbibliothek Temperaturen von über 30 Grad gemessen worden. Die Gebäude seien baulich veraltet und nicht für extreme Wetterlagen ausgelegt.
„Bibliotheken sollten stets sichere und gut zugängliche öffentliche Aufenthaltsorte für alle sein – und zwar zu allen Jahreszeiten. Dass wir genau das gerade mal wieder nicht anbieten können, zeigt, wie dringend Berlin ein Bibliotheksgebäude braucht, das auf der Höhe der Zeit ist. Die Berliner*innen verdienen eine Bibliothek, die immer funktioniert“, sagte Jonas Fansa, Direktor der ZLB.
10.10 Uhr: Wegner warnt vor Hitze in Berlin
Es ist heiß in der Hauptstadt – und es wird noch heißer. Berlins Regierender Bürgermeister, Kai Wegner, warnt deshalb vor den damit verbundenen Gefahren. „Passen Sie auf sich auf und auch auf Ihre Mitmenschen!“, bat der CDU-Politiker auf der Onlineplattform X.
Die aktuelle Hitzewelle könne insbesondere für ältere Menschen, kleine Kinder, Schwangere, Menschen mit Vorerkrankungen sowie Obdachlose und „alle, die draußen arbeiten“, gefährlich sein. „Deshalb meine Bitte an alle Berlinerinnen und Berliner: Passen Sie auf sich auf. Trinken Sie ausreichend, vermeiden Sie die Mittagshitze und suchen Sie Schatten oder kühle Räume auf. Und achten Sie bitte auch auf die Menschen in Ihrer Umgebung.“
Wegner wies darauf hin, dass es an mehr als 240 Trinkbrunnen kostenloses Wasser gebe. Die „Kühle-Orte-Karte“ zeige Orte auf, wo sich die Menschen in der Stadt abkühlen könnten.
8.17 Uhr: Berliner Philharmoniker lockern Kleiderordnung
Angesichts der erwarteten Hitze wird die Kleiderordnung bei den Berliner Philharmonikern gelockert. Das Spitzenorchester spielt am Samstagabend sein berühmtes Saisonabschlusskonzert in der Waldbühne vor rund 22.000 Menschen – in der Hauptstadt werden bis zu 41 Grad erwartet. Die Bühne liege abends glücklicherweise im Schatten, sagte eine Sprecherin des Orchesters.
„Die Herren treten ohne Jackett auf, dafür mit einem schwarzen Hemd als Oberteil“, sagte die Sprecherin. Die Ärmel dürften auch hochgekrempelt werden. Das Oberteil der Damen müsse nur bis zum Ellenbogen reichen und nicht langärmelig sein. Backstage gebe es Getränke und Kühlpacks.
„Wir sind es gewohnt, draußen zu spielen“, sagte die Sprecherin. Die Philharmoniker nutzen bei Konzerten im Freien in der Regel nicht ihre besten Instrumente, sondern hätten auch sehr gute Zweitinstrumente. Mit hohen Temperaturen hätten sie außerdem Erfahrung.
Besucherinnen und Besucher dürfen einen Liter alkoholfreies Getränk in Kunststoffflaschen oder -packs mitnehmen. Auch Taschenschirme als Sonnenschutz sind erlaubt, aber keine Stockschirme. Die Sprecherin der Philharmoniker rät außerdem zu Sonnenhut und Mückenspray. Das Konzert wird auch im Fernsehen und Radio übertragen. (mit dpa)