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Berichtet von Missständen im Jobcenter Bremen: Fred Göcken.
Bild: Radio Bremen
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Ein früherer Mitarbeiter wirft dem Jobcenter Bremen vor, Leuten Geld zu geben, die keinen Anspruch darauf haben. Mit buten un binnen spricht Fred Göcken über Details.
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Die Arbeitslosenquote im Land Bremen liegt derzeit bei 11.2 Prozent. Das entspricht mehr als 42.000 Menschen. Von diesen 42.000 bekommen etwas mehr als 31.000 Arbeitslosengeld II, beziehungsweise Bürgergeld.
Wenn Fred Göcken recht hat, dann bekommen bis zu 12.000 Menschen das Bürgergeld zu Unrecht, zumindest teilweise: weil sie gegenüber dem Jobcenter falsche Angaben gemacht haben. 12.000 – das entspricht etwa den 30 bis 40 Prozent, von denen Göcken, ein langjähriger Mitarbeiter des Bremer Jobcenters, in einer ZDF-Doku gesprochen hat.
Diese und andere Aussagen haben eine Debatte losgetreten oder wiederbelebt, die über die Landesgrenzen hinausgeht: über Menschen, die es sich mutmaßlich im Sozialsystem bequem gemacht haben und über Jobcenter, die sich das einfach gefallen lassen und weiter sinnlos Geld ausgeben. Warum wollen Sie das System kippen? Das fragen wir Fred Göcken.
Fehler im System?
Göcken ist der Überzeugung, dass unser Sozialsystem nicht gut aufgestellt ist. Daher müsse es gekippt werden. Es gehe nicht nur um den angesprochenen Leistungsbetrug. Das System sei insgesamt nicht gut für den modernen Arbeitsmarkt aufgestellt. So sei es auch überfordert mit dem seit 2015 „relativ ungesteuerten Zuzug von Flüchtlingen“. Mehr dazu sagt Göcken ab Minute 2.56.
Göcken im Clinch mit Jobcenter
Unabhängig von der Debatte über den Sozialstaat, die Göcken angestoßen hat, liegt er schon länger im Clinch mit dem Jobcenter. Er räumt ein, dass er sich schon vor der Doku mit dem Jobcenter vor dem Arbeitsgericht gestritten habe. Worum es dabei ging, sagt er ab Minute 7.22.
Was wirft Göcken dem Jobcenter vor?
Göcken ist überzeugt davon, dass viele Kundinnen und Kunden des Jobcenters nicht arbeiten wollen. „Das spürst du ja, wenn du Angebote machst“, sagt er dazu. Trotzdem zahle das Jobcenter diesen Menschen Bürgergeld. Im Detail erklärt Göcken seinen Eindruck ab Minute 11.58.
Die Ungerechtigkeit, die dort entsteht gegenüber dem Steuerzahler – das hat mich irgendwann fertiggemacht.
Fred Göcken
Typische Tricks?
Göcken beschreibt mehrere Methoden, mittels derer Menschen im Jobcenter Bremen seiner Meinung nach immer wieder versuchen, Leistungen zu erschleichen. Es beginne beim Antrag auf Bürgergeld und der Frage danach, in was für einer Bedarfsgemeinschaft jemand lebt.
Auch bei der Frage nach den Vermögenswerten machten viele gezielt unvollständige Angaben – zumal jene, die schwarz arbeiten. Schließlich täten einige Menschen nur so, als wenn sie Arbeit suchten und versuchten tatsächlich zu verhindern, dass sie eingestellt werden.
Im Einzelnen beschreibt Göcken das Vorgehen, wie es sich aus seiner Sicht zuträgt, ab Minute 19.23.
Ist Schwarzarbeit das Hauptproblem?
buten un binnen möchte von Göcken wissen, wieso er sich bei seinen Verdächtigungen so sicher ist. Göcken sagt: „Ich habe in 20 Jahren nicht einmal gehört, dass das Geld nicht reicht, selten jedenfalls. Gucken Sie sich an, mit welchen Autos die Antragsteller teilweise vorfahren.“
Es sei ein naheliegender Verdacht, dass viele Leute das Bürgergeld lediglich abgreifen wollten, um sich ein bequemes Leben zu machen. Viele von ihnen arbeiteten schwarz. Das sei vielen Beschäftigten im Jobcenter klar. Sie könnten aber kaum etwas dagegen machen. Beweise, die seine Vorwürfe erhärten könnten, legt Göcken nicht vor. Er erklärt seine Beobachtungen ab Minute 22.58.
Viele Kunden nicht vermittelbar?
Göcken ist überzeugt davon, dass viele Kundinnen und Kunden des Jobcenters in Wahrheit nicht vermittelbar sind, weil sie beispielsweise krank sind. Er schätzt, dass es sich hierbei um etwa 30 bis 40 Prozent derjenigen handelt, die in die Arbeitsvermittlung kommen. Eigentlich, so Göcken, müssten diese Menschen Sozialhilfe bekommen – und damit Geld vom Land Bremen, nicht vom Bund. Mehr dazu ab Minute 38.20.
Keine Aussicht auf Besserung?
Göcken beschreibt, inwiefern er das Jobcenter Bremen als ineffiziente Behörde sieht, die die Politik vor sich hertreibt und die Maßnahmen bewilligt, um sich selbst zu legitimieren. Dass sich daran etwas durch den Wechsel in der Geschäftsführung ändern wird, glaubt er nicht. Weshalb, erklärt er ab Minute 62.13.
Quelle:
buten un binnen.
Dieses Thema im Programm:
buten un binnen, 27. Juni 2026, 19:30 Uhr