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Hannover (Niedersachsen) – Fury in the Slaughterhouse waren eigentlich von der Bühne verschwunden. Doch nach „Won’t Forget These Days“ sangen 5000 Fans einfach weiter. Erst zaghaft. Dann immer lauter. Strophe für Strophe. Bis Sänger Kai Wingenfelder (66) und seine Mitstreiter zurückkamen und wieder einstimmten. Ein magischer Moment in der ausverkauften Gilde Parkbühne Hannover. Der zeigte, dass die Band auch nach fast 40 Jahren eine sehr enge Verbindung zu ihrem Publikum hat.
Zwei Stunden lang war es ein Heimspiel, das musikalisch nur nach vorne ging. Die sechs Musiker spielten mit Druck und ließen während des gesamten Konzerts nicht nach. Weil sie noch immer eine der stärksten Live-Bands des Landes sind.

Die Chemie bei den Furys mit Gero Drnek (65, l.) und Thorsten Wingenfelder (60) ist spürbar gut
Foto: Sebastian Madej
„Changes“ passt zu den Hits von Fury
Erstmals spielten Fury in the Slaughterhouse Songs ihres neuen Albums „Changes“ live. Die Titel klingen frischer, ohne den typischen Sound zu verlieren. Vor allem funktionierten sie dort, wo sich viele andere Bands schwertun: Zwischen den großen Klassikern „Every Generation Got Its Own Disease“ und „Trapped Today, Trapped Tomorrow“ gehören wie „Won’t Forget These Days“ seit Jahren zu den Höhepunkten eines Fury-Konzerts. Die neuen Lieder fügten sich ganz selbstverständlich ein. Sie wirkten wie die harmonische Fortsetzung einer Geschichte, die 1987 in kleinen Klubs in Niedersachsen begann.

Die Verbindung zwischen Fury in the Slaughterhouse und ihren Fans ist teilweise magisch
Foto: Sebastian Madej
Fury haben noch einmal richtig Schwung genommen
Die sechs Musiker sind authentisch, verlassen sich auf gute Songs, ihre Spielfreude und auf eine Chemie untereinander, die besser scheint als je zuvor. 13 Jahre hatten sie als eine der wichtigsten deutschen Rock-Formationen der 90er-Jahre bis zu ihrem Comeback 2021 mit dem Album „Now“ pausiert. Dieses landet auf Platz 2, „Hope“ wurde 2023 ihre erste Nummer 1. „Changes“ wirkt im Vergleich sogar stimmiger und wird sicher ähnlich erfolgreich. Es scheint, als hätten Fury, die früher als die „deutschen R.E.M.“ galten, noch einmal richtig Schwung genommen.

Nach zwei Stunden verabschiedeten sich Fury in the Slaughterhouse von den 5000 Fans in Hannover
Foto: Sebastian Madej
Fury in the Slaughterhouse auf Open-Air-Tournee
Hannover hat gezeigt, worauf sich die Fans bei der Open-Air-Tournee ab Ende Juli freuen können: zwei Stunden beste Rockmusik. Vielleicht kommt es wie in Hannover zu magischen Momenten. Die dann zu den Tagen gehören, die niemand vergessen möchte.