Berlin schwitzt, die Temperaturen klettern und klettern: Bis zu 41 Grad könnten es am Wochenende in der Hauptstadtregion werden. Die Auswirkungen sind jetzt schon zu spüren: Vor den Freibädern bilden sich lange Schlangen, zahlreiche Veranstaltungen wurden abgesagt. Welche Auswirkungen sind am Wochenende zu erwarten? Alles zur Hitzewelle in Berlin – hier im Live-Blog.
Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:
- Feuerwehr meldet deutlich erhöhtes Einsatzaufkommen
- Unwetterpotenzial am Sonntag – mit heftigem Starkregen und Hagel
- Hohe Waldbrandgefahr in Berlin und Brandenburg
Mehr zur Hitze in BerlinBerlins großer Temperatur-Test So heiß ist es auf Plätzen, in Imbissbuden, Bus und Bahn Markise, Außenrollo, Klimaanlage Was Mieter gegen die Sommerhitze tun dürfen – und wo Vermieter zustimmen müssen Matschen, planschen, toben Das sind die zwölf besten Wasserspielplätze Berlins 14.59 Uhr: Berliner Feuerwehr meldet deutlich erhöhtes Einsatzaufkommen
Die Einsätze häufen sich am Samstag bei Berlins Rettern. Wie ein Feuerwehrsprecher dem Tagesspiegel mitteilte, rechnen die Einsatzkräfte am Samstag mit einem vergleichbaren Aufkommen wie am Freitag, als über 300 Einsätze mehr als an durchschnittlichen Tagen gezählt wurden. Die Rettungskräfte fahren vor allem wegen vermehrter Hitzeeinsätze raus, darunter Kreislaufbeschwerden, Kreislaufstillstände und Einsätze an den Badestellen.
14.54 Uhr: Badetoter in Charlottenburg
Im Jungfernheideteich ist am Samstag ein lebloser Mann entdeckt worden. Reanimationsversuche waren erfolglos.
Reanimation blieb erfolglos Mann stirbt beim Baden in der Berliner Jungfernheide 14.48 Uhr: Polizei ändert Orte für Wasserwerfer-Aktion
Die Polizei verspricht Abkühlung per Wasserwerfer. Der Start soll in wenigen Minuten am Brandenburger Tor sein. Weitere Orte sollen am Platz der Republik, Potsdamer Platz, Roten Rathaus und der Jugendfarm Schwedter Straße sein. Die Beamten sind nach eigenen Angaben mit zwei Wasserwerfern unterwegs, die Sprühregen erzeugen sollen.
14.37 Uhr: Autobahnmeistereien kontrollieren auf Hitzeschäden
Wegen der Hitze schauen die Autobahnmeistereien aktuell besonders auf den Zustand der Fahrbahnen. „Zur Früherkennung erfolgen in Hitzephasen verstärkte Streckenkontrollen“, sagte ein Sprecher der Autobahn GmbH. Hitzeschäden würden umgehend ausgebessert, da sie eine Gefährdung für die Verkehrsteilnehmenden darstellten. Bei Betonfahrbahnen würde in der Regel die betroffene Stelle mit Asphalt aufgefüllt.
Bei Asphaltschichten kann es wegen der Hitze laut Autobahn GmbH zu Verformungen und Spurrinnen kommen. Der Grund dafür liegt häufig im Bitumen. „Es ist elastisch und kann bei hohen Temperaturen ab etwa 60 Grad Celsius weich werden“, erklärte der Sprecher. Bereits am Freitag war es auf mehreren Autobahnen in Brandenburg zu Schäden gekommen.
14.11 Uhr: Freibäder stoppen Ticketverkauf
Fast alle Berliner Freibäder haben den Verkauf von weiteren Tickets gestoppt, weil sie zu voll sind. Laut der Webseite der Berliner Bäder werden nur noch Menschen eingelassen, die bereits ein Zeitfenster-Ticket gebucht haben oder ein Abo besitzen. Einzig im Strandbad Wannsee ist demnach noch Platz.
Am völlig überfüllten Sommerbad Mariendorf an der Rixdorfer Straße steht die Polizei mit mehreren Einsatzfahrzeugen vor dem Eingang. Beamte verkünden mit Megafonen, es würden nur noch Personen mit Tickets eingelassen. In der Schlange vor dem Eingang warten noch zahlreiche Menschen, darunter viele Familien mit Kindern, berichtet eine Tagesspiegel-Reporterin.
Vor dem Sommerbad Mariendorf stehen zahlreiche Menschen Schlange. Doch nur wer ein Online-Ticket hat, wird noch hineingelassen. Auch die Polizei ist vor Ort.
© Frank Jansen
Auch am Sommerbad Pankow ist die Polizei im Einsatz. Wie ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur (DPA) sagte, helfen die Beamten auch dort dem Personal des Bades und informieren die vielen wartenden Menschen mit Lautsprechern, dass niemand mehr eingelassen wird. Vor beiden Bädern seien jeweils bis zu 400 Menschen vor Ort, sagte die Polizei dem Tagesspiegel.
13.29 Uhr: Polizei setzt Wasserwerfer zur Abkühlung ein
Die Polizei kündigt an, ihre Wasserwerfer heute in Mitte und Charlottenburg zur Erfrischung einzusetzen. Mit den Fahrzeugen wollen die Beamten Sprühregen generieren, in dem sich jedermann abkühlen darf. Losgehen soll die Aktion zwischen 13.45 und 14 Uhr und dann an folgenden Orten fortgesetzt werden: Pariser Platz und Platz des 18. März, Humboldtforum und Lustgarten, Rotes Rathaus, Potsdamer Platz, Schloss Charlottenburg. Die Polizei weist darauf hin, dass Orte kurzfristig entfallen und dafür andere hinzukommen können.
Wer sich lieber etwas luxuriöser abkühlen möchte, findet in diesem Text Anregungen:
Luxuriöse Abkühlung mit Aussicht Hier können Sie über Berlins Dächern schwimmen 12.45 Uhr: Spontane Hitzedemo angekündigt
Die Klimagruppe Fridays for Future mobilisiert für eine spontane Demo am Sonntag. „So heiß war es noch nie: Gestern haben die Temperaturen in Deutschland alle bisherigen Rekorde gebrochen“, heißt es in der Ankündigung. Die Versammlung mit Hundert angemeldeten Teilnehmern findet ab 21 Uhr im Invalidenpark statt.
12.34: Darf man wegen der Hitze absagen?
Wenn selbst die Verabredung zum Abendessen zur Zumutung wird, stellt sich plötzlich eine Frage: Darf man wegen der Hitze absagen, ohne jemanden vor den Kopf zu stoßen? Unsere Autorin zeigt, wie man in solchen Situationen taktvoll bleibt.
Absagen wegen Hitze?
© Getty Images/E+/Silvia Jansen
12.00 Uhr: Flohmarkt am Kranoldplatz abgesagt
Der beliebte Flohmarkt am Kranoldplatz in Neukölln ist für Sonntag abgesagt worden. „So schade das auch ist, die Sicherheit von unseren Verkäufern und Mitarbeitern hat oberste Priorität“, teilten die Veranstalter in einem Instagram-Post mit. Verkäufer mit einer Standreservierung sollen per E-Mail benachrichtigt werden.
Schon am Morgen hat sich vor dem Sommerbad am Insulaner eine lange Schlange gebildet.
© dpa/Andreas Heimann
11.45 Uhr: Großer Andrang bei den Freibädern
Die angekündigte Hitze sorgt bereits seit dem Vormittag für großen Andrang bei den Berliner Freibädern – bei einigen ist der Ticketverkauf sogar schon gestoppt worden. Vor dem Sommerbad am Insulaner in Berlin-Schöneberg bildete sich bereits vor 10.30 Uhr eine mehrere hundert Meter lange Schlange, wie ein dpa-Reporter vor Ort berichtete.
Auf der Webseite der Berliner Bäder waren um kurz nach 11.00 Uhr Warnhinweise für das Sommerbad Humboldthain und das Sommerbad Pankow zu sehen: „Aktuell maximale Auslastung: Ticket-Verkauf-Stopp“. Der Zugang wird in den beiden Bädern den Angaben zufolge nur noch mit bereits gebuchten Zeitfenster-Tickets oder Abos gestattet. (dpa)
„Diskussionen gibt es schon, vor allem mit jüngeren Männern“ Was eine Berliner Bademeisterin Tag für Tag erlebt 10.56 Uhr: Am Sonntag sind Hitzegewitter möglich
Der Höhepunkt der Hitzewelle steht Berlin und Brandenburg an diesem Wochenende noch bevor. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) steigen die Temperaturen im Tagesverlauf und am Sonntag auf bis zu 41 Grad.
Am Samstag scheint zunächst verbreitet die Sonne. Die Temperaturen klettern auf 38 bis 41 Grad. Erst am Abend sind in der Prignitz vereinzelt Schauer und Gewitter möglich. Auch die Nacht bleibt mit Tiefstwerten zwischen 24 und 19 Grad warm.
Am Sonntag setzt sich die extreme Hitze den Angaben nach zunächst fort. Im Tagesverlauf bilden sich jedoch von Südwesten her Quellwolken, bevor örtlich kräftige Hitzegewitter entstehen können. Laut DWD besteht Unwetterpotenzial mit heftigem Starkregen, Hagel sowie schweren Sturmböen. Zum Wochenstart wird es etwas kühler. Am Montag ziehen wiederholt Schauer und Gewitter durch, die Höchstwerte liegen dann noch zwischen 29 und 32 Grad. Am Dienstag gehen die Temperaturen mit 23 bis 28 Grad weiter zurück. (dpa)
08.39 Uhr: Hohe Waldbrandgefahr in Berlin und Brandenburg
Die anhaltende Trockenheit lässt die Waldbrandgefahr am Wochenende zunächst weiter steigen. In fast allen Landkreisen Brandenburgs gilt derzeit eine hohe Gefahrenstufe. In Potsdam-Mittelmark, den Städten Potsdam und Brandenburg an der Havel sowie in der Prignitz und im Havelland wird sie sogar als sehr hoch eingestuft, wie das Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz mitteilte.
Mehr zum Thema Klima und Energie Hier zu lesen, von kiezig bis global, über Krise und Anpassung
Auch innerhalb Berlins reicht die Waldbrandgefahr laut Waldbrandgefahrenindex des DWD je nach Bezirk von mittel bis sehr hoch. (dpa)
08.11 Uhr: Experte warnt vor Kopfsprüngen ins kalte Wasser
Ein Sprung kopfüber ins flache Wasser kann schwerwiegende Verletzungen zur Folge haben, warnen Experten. „Die Halswirbelsäule ist besonders fragil“, sagt Jan Schwab, Direktor der Klinik für Rückenmarkverletzte und Paraplegiologie am BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin (UKB), der dpa. „Das führt direkt zu einer Lähmung“, sagte Schwab, dann seien Beine und Arme betroffen. „Wenn man den Boden nicht sieht, auf keinen Fall springen.“
Schwab sieht davon am UKB jährlich mindestens zehn Fälle. Oft handele es sich um „übermütige junge Männer“, die aus Lebensfreude kopfüber ins flache Wasser springen und im Anschluss querschnittsgelähmt seien. Auch Alkohol spiele oft eine Rolle. „Man möchte die Lebensfreude nicht einschränken“, sagte Schwab. „Aber es ist eine vermeidbare Verletzung.“
Ein bis anderthalb Meter tiefes Wasser sei zu flach für einen Sprung kopfüber, sagte Schwab, der auch eine Professur für Klinische und Experimentelle Paraplegiologie an der Charité hat. Auch zwei bis zweieinhalb Meter können zu flach sein, je nach Sprunghöhe. Er empfiehlt, auch nicht in Hockstellung ins Wasser zu springen, weil dann Beckenfrakturen möglich seien. (dpa)
20.06 Uhr: Konfirmationsfest in Kladow auch bei Hitze
Stadtweit finden Konfirmationsfeste statt – auch in Berlin-Kladow. 1000 Menschen werden am heißen Sonnabend im Kirchengarten erwartet. Wie machen die das beim großen Tauffest mit 44 Jugendlichen in der Hitze? „Mich rufen gerade sehr viele Familien an, ob das Fest stattfindet. Ja, wird es. Aber wir bereiten uns vor“, sagt Pfarrer Nicolas Budde, der mit Flip-Flops durch den Ortskern läuft. „Wir haben viel Wasser besorgt, verlegen die Bühne unter die Bäume und weichen in den Schatten aus“, sagt der 41-Jährige. „Kladower Vereine und die Kladower Feuerwehr helfen uns mit Sonnenschutz und Pavillons. Die ganze Nachbarschaft hilft.“ Und es sind mehr erfahrene Ersthelfer vor Ort. (AG)
Sommerlich-leichte Kleidung versteht sich von selbst. Pfarrer Nicolas Budde macht es vor. Nur eine Kopfbedeckung fehlt.
© André Görke
17.15 Uhr: Wasser, Wasser, Wasser
Berlin schwitzt, stöhnt und ächzt unter der Hitze. Da hilft nur… Wasser! Aus diesem Grund weisen die Berliner Wasserbetriebe darauf hin, dass es in der Stadt zahlreiche Wasserstationen gibt:
- An 250 Trinkbrunnen in der ganzen Stadt können Berliner:innen sowie Besucher:innen der Stadt sich jederzeit erfrischen oder ihre mitgebrachte Flasche auffüllen.
- Beim Trinkbrunnen am Mauerpark sorgt am ersten Berliner Cooling Point sogar eine Vernebelungsanlage für angenehme Kühle.
- Wasserspender in öffentlichen Gebäuden wie Bürgerämtern oder Bibliotheken sind ebenfalls beliebte Anlaufstellen.
- In Berlin gibt es mehr als 600 Refill-Stationen. Ein hellblauer Aufkleber mit der Aufschrift Refill verrät, welche Cafés, Geschäfte, Apotheken oder Arztpraxen kostenlos die mitgebrachte Wasserflasche auffüllen.
Aber Achtung bei den 163 Zierbrunnen, die derzeit in Berlin in Betrieb sind: „Ihr Wasser ist kein Trinkwasser und sollte weder getrunken noch zum Befüllen von Flaschen verwendet werden“, heißt es von den Wasserbetrieben.
Nassim Rad, Marie Nadler, Muhamad Abdi
17.02 Uhr: 17-Jähriger in Berlin gestorben: Debatte um Sicherheit an Badeseen
Am Donnerstagmittag starb ein 17-Jähriger in der Krummen Lanke. Wie sicher ist es dort und am Schlachtensee? Und warum gibt es an den beliebten Badeseen keine Wasserretter?
„Wir sind uns des Bedarfs bewusst“ Bade-Tod eines Jugendlichen führt zu Debatte um Rettung an Berliner Seen 16.59 Uhr: Einrichtungen in Charlottenburg-Wilmersdorf zu, Veranstaltungen abgesagt
Auch in Charlottenburg-Wilmersdorf bleiben am Wochenende Einrichtungen geschlossen und Veranstaltungen fallen aus, wie das Bezirksamt mitteilt:
- Die Kleine Orangerie am Schloss Charlottenburg bleibt am Samstag Sonntag geschlossen.
- Die Kommunale Galerie bleibt ebenfalls an beiden Tagen zu.
- Der „Mut-Muskel-Workshop“ am Samstag entfällt und wird nachgeholt.
- Die Finissage der Ausstellung „Stories We Carry. Comics über Diaspora und Zugehörigkeit“ am Sonntag entfällt.
- Die Veranstaltungen der Musikschule City West finden im Rahmen der Möglichkeiten statt.
- Die Kurse in der Volkshochschule City West finden statt.
„Sollten die Bedingungen der vielen Veranstaltungen und Kurse vor Ort die Gesundheit der Teilnehmenden und Mitarbeitenden gefährden, werden weitere Maßnahmen ergriffen“, heißt es vom Bezirksamt.
Die Öffnungszeiten des Schoeler-Schlösschens, des Museums in der Villa Oppenheim, der Dietrich-Bonhoeffer-Bibliothek und der Heinrich-Schulz-Bibliothek bleiben unverändert. Diese Einrichtungen öffnen am Wochenende wie gewohnt.
16.48 Uhr: Regionalbahn-Stopps entfallen am Wochenende hitzebedingt
Wegen der erwarteten Hitze am Wochenende entfallen auf den Regionalbahnlinien RE1 und RE8 die Stopps Schwerin Süd und Holthusen. Die betroffenen Linien verkehren zwischen Hamburg und Rostock (RE1) beziehungsweise Wismar, Berlin und Elsterwerda (RE8). Grund sind nach Angaben der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH (Odeg) die fehlenden Möglichkeiten, sich an diesen Bahnhöfen während des Umstiegs vor der Hitze zu schützen.
Alternativ bestünde die Umsteigemöglichkeit zwischen RE1 und RE8 im Schweriner Hauptbahnhof. Nicht betroffen seien die Züge des RE8, die ausschließlich zwischen Ludwigslust, Schwerin Hbf und Wismar sowie in der Gegenrichtung verkehrten. Die Einschränkung gilt den Angaben zufolge ab Samstag 0.00 Uhr bis Sonntag 24.00 Uhr.
16.39 Uhr: Ventilatoren und Luftkühler in Berlin ausverkauft
In vielen Berliner Baumärkten und Elektronikmärkten sind Ventilatoren, mobile Klimageräte und Luftkühler inzwischen ausverkauft. Eine Suche bei Bauhaus nach entsprechenden Geräten ergab in fast allen Berliner Filialen das Ergebnis „Nicht verfügbar“.
Auch bei MediaMarkt/Saturn ist das „WM-Highlight“, der Standventilator von Philips für 79 Euro, nicht mehr auffindbar. Das Unternehmen erklärt dazu auf Anfrage: „Die anhaltende Hitzeperiode führt derzeit zu einer überdurchschnittlich hohen Nachfrage nach Ventilatoren und Klimageräten. Wir gehen auch für die nächsten Wochen davon aus, dass das Interesse hoch bleiben wird. Da die Kapazitäten der Hersteller aber grundsätzlich begrenzt sind und wir daher sowohl für unsere Märkte als auch für unsere Onlineshops nur begrenzt nachordern können, empfehlen wir, die Anschaffung zeitnah anzugehen.“
Auch Bauhaus spricht von „eingeschränkten Beständen“ und „längeren Lieferzeiten“. Ein Hornbach-Sprecher redet dagegen Klartext: „Jedes Jahr steigt die Nachfrage. Der erste Schwung an Geräten ist weg.“ Man arbeite am Nachschub, aber versprechen könne man nichts. „Die Geräte kommen fast alle aus China.“ Für kurzfristige Nachlieferungen eher ungünstig.
Allerdings wirft die Knappheit auch Fragen auf:
Empfohlener redaktioneller Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden.
Externen Inhalt anzeigen
Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können.
16.14 Uhr: Berliner Krankenhäuser: Moderater Anstieg an Notfällen durch Hitze
Die „Vivantes“-Kliniken in Berlin haben in den vergangenen Tagen einen Anstieg hitzebedingter Einlieferungen von Patienten verzeichnet. Über die sieben Rettungsstellen verteilt sei dieser aber „moderat“ ausgefallen, teilte der Krankenhausbetreiber am Freitag auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) mit. In den Einrichtungen der Universitätsmedizin Charité sei die Versorgung stabil und bleibe sichergestellt, wie ein Sprecher sagte.
Die Vivantes-Rettungsstellen hätten überwiegend unter Flüssigkeitsmangel leidende ältere Menschen behandelt, in wenigen Fällen auch Sonnenstiche, hieß es. Auch in Kinderrettungsstellen seien mehr hitzebedingte Fälle verzeichnet worden.
Die vorgestellten Kinder hätten unter Kopfschmerzen, Fieberkrämpfen oder Hitzschlägen bis hin zu Hirnhautentzündungen gelitten, hieß es. Gerade Kleinkinder seien anfällig, da deren „relative Kopfgröße im Vergleich zum Körper naturgemäß groß ist“. Die „Vivantes“-Kliniken erwarten, dass die Fälle am Wochenende weiter moderat steigen. Schichten in den Notaufnahmen seien nicht verstärkt worden.
16.07 Uhr: Brandenburger Tor einer der kühlsten U-Bahnhöfe in Berlin
Klimaanlagen gibt es in Berlins U-Bahnen bekanntlich nicht – sehr zum Leidwesen vieler Fahrgäste. „Eine klassische Klimaanlage würde in unserem über 100 Jahre alten Tunnelsystem nur mit immensen Umbauten möglich sein. Das wäre nicht nur teuer, sondern würde auch den Energieverbrauch deutlich erhöhen und die Klimabilanz verschlechtern“, begründet die BVG das. Auf dem Dach sei zu wenig Platz – und Anlagen in den Fahrzeugen würden Sitzplätze kosten.
Abkühlung gibt es immerhin in manchen Bahnhöfen. Wie die BVG verrät, ist der Bahnhof Brandenburger Tor der Linie U5 einer der kühlsten U-Bahnhöfe in Berlin. Er liegt etwa 17 Meter unter der Oberfläche.
Wie eine Tagesspiegel-Reporterin am Mittag nachgemessen hat: Dort sind es angenehme 24,5 Grad. Beim Aussteigen aus der 27,3 Grad warmen U5 freuen sich viele Fahrgäste: „Oh, hier ist es ja schön“, „Sooo kühl“, „Hier sollten wir bleiben“.
15.58 Uhr: Landeskirche sagt Sommer-Empfang wegen Hitze ab
Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz hat wegen der extremen Hitze ihren am Sonntag geplanten Sommer-Empfang der Kirchenleitung abgesagt. Die Entscheidung sei „aus Verantwortung für die Gesundheit aller Gäste und Mitarbeitenden“ getroffen worden, teilte die Landeskirche am Freitag in Berlin mit. Die Verleihung des Ehrenamtspreises, der Paul-Gerhardt-Medaille, soll zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr nachgeholt werden.
Der Sommer-Empfang hätte am Sonntagnachmittag am Dom St. Peter und Paul in Brandenburg an der Havel stattfinden sollen. Am Mittwoch war er wegen der erwarteten Hitze bereits vom Garten des Doms in das Innere des mittelalterlichen Bauwerks verlegt worden.
An dem Empfang wollten neben Bischof Christian Stäblein und weiteren Kirchenvertretern unter anderem die Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses, Cornelia Seibeld, und Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (beide CDU) teilnehmen. Das Gebiet der Landeskirche umfasst Berlin, Brandenburg sowie den nordöstlichen Teil Sachsens. Ihr gehören rund 746.000 Protestantinnen und Protestanten in 520 Kirchengemeinden an. (epd)
15.40 Uhr: Starke Hitze: Berliner Polizei erhöht Präsenz in der Stadt
Auch die Berliner Polizei stellt sich auf die besondere Lage mit der ungewöhnlich starken Hitze am Wochenende ein. Man wolle in der Stadt fortlaufend eine hohe Polizeipräsenz zeigen, sagte ein Sprecher der dpa. Dazu gebe es auch Sonderstreifen, die im ganzen Stadtgebiet unterwegs seien.
An solchen Tagen käme einiges zusammen: freie Tage für die meisten Menschen am Wochenende, eine volle Stadt, in der die Touristensaison bereits laufe, die Schulferien aber noch nicht begonnen hätten, sowie eine extreme Hitze mit Auswirkungen auf Gesundheit und das Verhalten der Menschen.
15.28 Uhr: Seen heizen sich auf
Nicht nur die Wohnungen und Büros heizen sich immer weiter auf, auch die Seen werden durch die hohen Temperaturen immer wärmer. Aktuelle Messwerte zeigen, dass der Wannsee 25,6 Grad Celsius warm ist. Der Tegeler See hat sogar schon 25,9 Grad Celsius. Der Müggelsee im Süd-Osten der Stadt hat mittlerweile 25,1 Grad Celsius.
Eine wirkliche Erfrischung gibt es hingegen in der Havel in Spandau. Das Fließgewässer hat derzeit eine Temperatur von 22,6 Grad Celsius.
25,6 Grad hat der Wannsee.
© dpa/Carsten Koall
15.00 Uhr: Berlin zapft bis zu 49 Millionen Liter Wasser pro Stunde
Die Berlinerinnen und Berliner haben angesichts des heißen Wetters gestern bis zu 49 Millionen Liter Wasser pro Stunde genutzt. Wie die Berliner Wasserbetriebe mitteilten, wurde der höchste Tageswert zwischen 20 und 21 Uhr erreicht.
Die Wasserbetriebe stellen derzeit Statistiken zum Wasserverbrauch während der Fußball-Weltmeisterschaft bereit. Während der Spiele der deutschen Mannschaft bricht der Wasserverbrauch in der Regel zum Anpfiff ein, schnellt zu Beginn der Halbzeitpause nach oben und sinkt dann weiter ab. Während des Spiels gegen Curaçao lag der Wasserverbrauch in der Halbzeitpause besonders deutlich höher als am gesamten Nachmittag dieses Tages.
Gestern war das nicht der Fall. Der Anstieg in der Halbzeitpause ist sichtbar, aber im Vergleich zu den frühen Abendstunden gering. Neben der Hitze dürfte das auch daran liegen, dass um die Uhrzeit wohl schon einige Menschen im Bett lagen statt vor dem Fernseher mitzufiebern.
14.53 Uhr: Schlösser schließen wegen Hitze schon gegen Mittag
Wegen der erwarteten extremen Hitze schließen am Wochenende die preußischen Schlösser bereits um 13 Uhr. Es gehe darum, Gefahren für Besucher und Mitarbeiter durch Hitzebelastung abzuwenden, teilte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) mit. „Auch der Fährbetrieb zur Pfaueninsel in Berlin wird jeweils ab 13.00 Uhr eingestellt.“
Zudem würden alle Veranstaltungen abgesagt. Die Maßnahme ist eine absolute Ausnahme. In den zwölf Jahren der Betriebszugehörigkeit des Stiftungssprechers sei das noch nicht einmal vorgekommen.
Weekender: Unsere Tipps für Ihr Wochenende
Zu viel Kultur, zu wenig Zeit? Unser „Weekender“-Newsletter sortiert Berlins Highlights für Ihr Wochenende – persönlich kuratiert, kostenlos im Postfach.
14.50 Uhr: Wasserträger für Fahrer – BVG bereitet sich auf Hitze vor
Die Berliner Verkehrsbetriebe lassen am Wochenende auch in den Abendstunden U-Bahnen mit der maximalen Wagenzahl fahren, damit die Fahrgäste nicht zu eng in den Fahrzeugen sitzen und stehen müssen. Auch die Beschäftigten werden unterstützt – unter anderem durch die Bereitstellung von Trinkwasser an Endstellen, in Betriebshöfen und Werkstätten, wie die BVG mitteilte.
Darüber hinaus seien Kollegen und Kolleginnen im Einsatz, um an die Fahrer und Fahrerinnen an ausgewählten Knotenpunkten entlang der Strecken zusätzlich Wasser zu verteilen. Das Nahverkehrsunternehmen stellt den Beschäftigten zudem Kühltücher zur Erfrischung zur Verfügung. In den Straßenbahnen stehen den Fahrern und Fahrerinnen außerdem kleine Kühltruhen zur Verfügung, in denen Getränke während der gesamten Schicht gekühlt aufbewahrt werden können.
14.43 Uhr: Kreuzberg schützt sich mit Rettungsdecken
In Kreuzberg versuchen Bewohnerinnen und Bewohner, die Hitze mithilfe von Rettungsdecken aus ihren Wohnungen zu halten.
© Julius Geiler
Immer mehr Menschen in Berlin wappnen sich für die heißen Tage, wie hier in Kreuzberg. Die Bewohnerinnen und Bewohner haben ihre Fenster mit Rettungsdecken verhangen, um die Wohnungen ein bisschen mehr vor der Hitze zu schützen. Viele Apotheken berichten, dass sie derzeit keine Rettungsdecken mehr im Angebot haben.
Alternativ eignen sich auch Sonnenschutzfolien für Autos oder im größten Notfall Aluminiumfolie. Aber aufgepasst: Die Schutzfolien unbedingt von außen anbringen. Innen angebrachte Folien können das Fenster so stark aufheizen, dass die Scheibe durch einen Hitzestau springt.
14.07 Uhr: Berliner Bezirk Mitte schließt wegen Hitze Kultureinrichtungen
Aufgrund der Hitze in Berlin schließt der Bezirk Mitte am Samstag und Sonntag mehrere Kultureinrichtungen. Das betrifft nach Angaben des Bezirksamtes:
- Bärenzwinger Berlin
- Galerie Wedding
- Klosterruine Berlin
- Kunst Raum Mitte
- Studio I Galerie Nord
- Mitte Museum
Ebenso werde der Workshop „Kollektives Drucken & Zine-Launch“ am Samstag im Studio I Galerie Nord nicht stattfinden. Ebenso fällt die geführte Tour im Rahmen des Monats der Kunst am Bau aus, teilte das Bezirksamt mit.
„Blow-up“ auf der Autobahn Warum Straßen bei Hitze plötzlich aufbrechen Zwei Hitzeschäden auf der A2 Das müssen Fahrer Richtung Berlin nun wissen Extreme Trockheit in Brandenburg Waldbrandgefahr erreicht teils höchste Stufe 13.47 Uhr: Hitzewarnung in Berlin: Stadtbibliothek Lichtenberg schließt
Aufgrund der aktuellen Hitzewarnung bleiben am Samstag alle Standorte der Stadtbibliothek Lichtenberg ganztägig geschlossen. „Mit dieser Vorsichtsmaßnahme sollen Besuchende und Mitarbeitende vor den gesundheitlichen Belastungen durch die hohen Temperaturen geschützt werden“, teilte das Bezirksamt mit.
13.33 Uhr: „Sommerliebe Schmargendorf“ findet nicht statt
Das Straßenfest „Sommerliebe Schmargendorf“ findet nicht statt. Wie das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf mitteilt, habe das Amt gemeinsam mit einem Großteil der mitwirkenden Akteure beschlossen, das Fest am Samstag abzusagen.
13.00 Uhr: Berliner Feuerwehr rüstet sich für mehr Hitze-Einsätze
Kreislaufprobleme, Badeunfälle: Die Feuerwehr stellt sich – wie üblich bei hochsommerlicher Wärme – auf ein arbeitsreiches Wochenende ein. Untypisch ist aus ihrer Sicht nur der Monat. Vereinzelt behandeln die Teams in Berliner Rettungsstellen wegen der hohen Temperaturen auch Kinder. Mehr dazu:
Große Hitze in Berlin Kopfschmerzen, Fieberkrämpfe, Hitzschlag – auch Kinder in Berliner Rettungsstellen eingeliefert 12.45 Uhr: Grüne wollen Kunstmuseen als Kühlorte
Kunstmuseen als Zuflucht vor der Hitze? Die Grünen fordern kostenlose Abkühlung in klimatisierten Ausstellungen – und kritisieren fehlenden Hitzeschutz in Berlin. Auch die Linken üben Kritik:
Hitzewelle in Berlin Grüne wollen Museen als Schutzräume für alle öffnen 11.35 Uhr: Extremhitze in Berlin – Warnstufe am Wochenende
Mit einer amtlichen Mitteilung wird für dieses Wochenende auch für Berlin vor der großen Hitze gewarnt. „Am Samstag wird eine extreme Wärmebelastung erwartet“, teilte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe mit. „Mit einer zusätzlichen Belastung aufgrund verringerter nächtlicher Abkühlung ist insbesondere im dicht bebauten Stadtgebiet von Berlin zu rechnen.“ Die Warnstufe lautete: Unwetter.
Dann folgte der Hinweis, der schon aus der letzten Zeit bekannt ist: „Hitzebelastung kann für den menschlichen Körper gefährlich werden und zu einer Vielzahl von gesundheitlichen Problemen führen. Vermeiden Sie nach Möglichkeit die Hitze, trinken Sie ausreichend Wasser und halten Sie die Innenräume kühl.“
Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) ist die Hitzebelastung nahezu in ganz Deutschland extrem. Am Samstag und Sonntag sollen die Temperaturen auf 38 bis 41 Grad steigen.
10.50 Uhr: ZLB sagt Veranstaltungen ab – Schließungen möglich Die ZLB
© imago images/A. Friedrichs
Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) sagt wegen der Hitze am Wochenende alle Veranstaltungen in der Amerika-Gedenkbibliothek ab. „Aktionen gegen Einsamkeit, Digital-Beratungen, Kreativworkshops für Familien und Spiel- und Leseangebote für Kinder fallen aus“, teilte die ZLB am Freitag mit.
Bei weiterem Temperaturanstieg müssten Bibliotheksräume geschlossen werden. Bereits morgens seien in der Kinder- und Jugendbibliothek Temperaturen von über 30 Grad gemessen worden. Die Gebäude seien baulich veraltet und nicht für extreme Wetterlagen ausgelegt.
„Bibliotheken sollten stets sichere und gut zugängliche öffentliche Aufenthaltsorte für alle sein – und zwar zu allen Jahreszeiten. Dass wir genau das gerade mal wieder nicht anbieten können, zeigt, wie dringend Berlin ein Bibliotheksgebäude braucht, das auf der Höhe der Zeit ist. Die Berliner*innen verdienen eine Bibliothek, die immer funktioniert“, sagte Jonas Fansa, Direktor der ZLB. (mit dpa)