Fans von Cillian Murphy kamen in den letzten Jahren häufig auf ihre Kosten. Nicht nur kehrte er in der Spielfilm-Auskopplung Peaky Blinders: The Immortal Man in seine ikonische Rolle als Tommy Shelby zurück, auch spielte er zuvor in Nolans Blockbuster Oppenheimer die Hauptrolle. Ein Jahr danach erschien ein bewegendes Drama, welches mich sehr bewegte, aber bis heute wegen der leisen Töne kaum beachtet wird.

Kleine Dinge wie dies beleuchtet ein dunkles Kapitel der irischen Geschichte

Rund um das Weihnachtsfest des Jahres 1985 wird der Kohlehändler Bill Furlong (Cillian Murphy) mit missbräuchlichem Verhalten in einem örtlichen Kloster konfrontiert. Gleichzeitig sieht er sich in seine Kindheit zurückversetzt und muss entscheiden, ob er den Machenschaften nachgeht und damit seine eigenen Privilegien aufs Spiel setzt.

Der Film basiert bei seiner Handlung auf wahren Begebenheiten aus Irland und folgt der Handlung des gleichnamigen Romans von Claire Keegan. Damals kam es vor, dass ungewollt schwangere Mädchen in sogenannten Magdalenenklöstern gegen ihren Willen festgehalten wurden. Nach der Schwangerschaft wurden ihnen die Kinder schließlich entzogen und an andere Familien weitergegeben.

Kleine Dinge wie diese wird seinem Titel sehr gerecht. Das Drama bleibt nah an den Figuren dran und spielt mit den kleinen Feinheiten. Was beispielsweise in Cillian Murphys Figur emotional los ist, wird nur vereinzelt angesprochen und muss vor allem aus dem Kontext und seinen Emotionen abgelesen werden.

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Cillian Murphy und Emily Watson sind mein großes Highlight

Das fiel mir auch nicht wirklich schwer, da Cillian Murphy hier wirklich stark spielt. Seine Figur ist sehr ruhig und nach innen gekehrt, die Last, die er schon seit seiner Kindheit auf sich trägt, kommt aber laufend zum Vorschein. Als Quasi-Gegenspielerin sehen wir übrigens Emily Watson (Dune: Prophecy) als eiskalte Vorsteherin des Klosters. Sie strahlt bei jedem Auftritt eine derart starke Autorität aus, die nicht nur die Hauptfigur, sondern auch mich beim Zuschauen einschüchterte.

Große Gefühlsausbrüche wie bei den meisten Hollywood-Dramen wird man hier vergebens suchen. Es sind die kleinen Dinge, die kleinen Gesten des alltäglichen Lebens, die das Drama verarbeitet. Genau dieser Fokus auf den Charakteren macht den Film für mich zu etwas ganz Besonderem. Falls euch das zusagt, könnt ihr das Drama derzeit ohne Zusatzkosten im Abo von Amazon Prime Video streamen.