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Seit Tagen brennt die Sonne unbarmherzig vom Himmel: Gefahr für Leib, Leben – und unsere Straßen! Die Sommerglut macht Asphalt weich, sprengt Betonplatten auf. Die Hitzeschäden auf unseren Straßen nehmen vor allem am Samstag richtig Fahrt auf, wie eine aktuelle Liste des ADAC zeigt. Der Automobilklub hat Informationen der Autobahn GmbH des Bundes (verantwortlich für die rund 13.200 deutschen Autobahnkilometer) ausgewertet, die belegen: Fast überall im Land kann es zu Einschränkungen auf den Autobahnen kommen – teilweise wurden sogar schon Maßnahmen wie Sperrungen oder Geschwindigkeitsbegrenzungen ergriffen. Ein Sprecher der Autobahn GmbH: „Bei hohen Temperaturen bitte besonders aufmerksam fahren. Wer Schäden an der Fahrbahn bemerkt, sollte diese umgehend der Polizei melden.“

A2 besonders hart getroffen

Besonders dramatisch ist die Lage auf der A2 in Brandenburg. Nach schweren Hitzeschäden bleibt die Autobahn zwischen Ziesar und Wollin in Fahrtrichtung Berliner Ring weiterhin voll gesperrt. Nach neuen Fahrbahnschäden rechnen Bauarbeiter vor Ort inzwischen frühestens Anfang der kommenden Woche mit einer Freigabe.

Die Hitze hat die Autobahn A2 in Brandenburg regelrecht aufgesprengt

Die Hitze hat die Autobahn A2 in Brandenburg regelrecht aufgesprengt. Die Konsequenz: XXL-Staus

Foto: Julian Stähle/NonstopNews

Die Sommerhitze hat die A2 regelrecht aufgesprengt. Jetzt arbeiten Bagger und Bauarbeiter an der beschädigten Fahrbahn

Die Sommerhitze hat die A2 regelrecht aufgesprengt. Jetzt arbeiten Bagger und Bauarbeiter an der beschädigten Fahrbahn

Foto: Julian Stähle

Aufgebrochene Fahrbahn auf der A2 in Brandenburg. Die Reparaturarbeiten sollen noch das gesamte Wochenende andauern

Aufgebrochene Fahrbahn auf der A2 in Brandenburg. Die Reparaturarbeiten sollen noch das gesamte Wochenende andauern

Foto: Julian Stähle

Autofahrer stundenlang im Stau

Die Vollsperrung sorgt für erhebliche Verkehrsprobleme. Bei Temperaturen von bis zu 36 Grad standen Autofahrer und Lkw-Fahrer teils stundenlang im Stau. Der Verkehr wird bereits frühzeitig von der Autobahn geleitet. Doch auch die Umleitungsstrecken sind überlastet: Für eine Strecke von rund 20 Kilometern mussten Verkehrsteilnehmer zeitweise bis zu zwei Stunden zusätzliche Fahrzeit einplanen.

Die aufgebrochene Fahrbahn wurde bereits entfernt. Der Schutthaufen zeigt, wie massiv die Hitze den Straßenbelag beschädigt hat

Die aufgebrochene Fahrbahn auf der A2 in Richtung Berlin

Foto: NonstopNews

Meterlange Risse und aufgebrochener Asphalt: Die extremen Temperaturen haben die A2 schwer beschädigt

Meterlange Risse und aufgebrochener Asphalt: Die extremen Temperaturen haben die A2 schwer beschädigt

Foto: Julian Stähle

Lastwagen liefern neuen Asphalt aus

Die Reparaturarbeiten laufen unter Hochdruck. Lastwagen haben bereits neuen Asphalt angeliefert. Dieser muss nach dem Einbau ausreichend auskühlen, bevor die Strecke wieder freigegeben werden kann. Allerdings verschärfte sich die Lage am Samstagnachmittag weiter: Bei Theeßen platzte die Fahrbahn erneut auf – nach ersten Informationen waren alle vier Fahrstreifen betroffen. Die Autobahnpolizei Michendorf leitete daraufhin unter Einsatz von Blaulicht und Martinshorn eine Notsperrung ein. Nach Einschätzung der Bauarbeiter vor Ort dürfte sich die Freigabe der A2 dadurch bis Anfang der kommenden Woche verzögern.

Da auch auf anderen Straßen in Brandenburg hitzebedingte Schäden aufgetreten sind, mahnt das Infrastrukturministerium zur Vorsicht. Schwertransporte sollen Fahrten nach Möglichkeit vermeiden oder besonders vorsichtig unterwegs sein, um die aufgeheizten Fahrbahnen nicht zusätzlich zu belasten.

Die A93 ist auf ganzer Breite aufgeplatzt

Die A93 ist auf ganzer Breite aufgeplatzt

Foto: picture alliance/dpa

Diese Autobahnen sind betroffen

Autobahn A1: Zwischen Bargteheide und Bad Oldesloe in Fahrtrichtung Lübeck. Erste Schäden wurden bereits behoben. A1 zwischen Kreuz-Wittlich und Wittlich-Mitte: Vollsperrung wegen Hitzeschäden bis voraussichtlich 1. Juli.

Autobahn A2: Wie oben beschrieben bleibt der Abschnitt zwischen Ziesar und Wollin in Fahrtrichtung Berliner Ring voll gesperrt. Außerdem ist die A2 zwischen Burg-Zentrum und Burg-Ost in Fahrtrichtung Hannover wegen Hitzeschäden gesperrt. Zwischen Lehrte und Lehrte-Ost in Fahrtrichtung Braunschweig ist der rechte Fahrstreifen wegen Asphaltverformungen bis voraussichtlich 29. Juni gesperrt.

Autobahn A3: Begrenzung auf maximal 80 km/h zwischen Mönchhofdreieck und dem Wiesbadener Kreuz.

Autobahn A6: Zwischen Autobahnkreuz Mannheim und Mannheim/Schwetzingen in Fahrtrichtung Heilbronn erste Schäden gemeldet.

Autobahn A7: Höhe Marmstorf Richtung Hamburg: Rechte Spur gesperrt bis voraussichtlich 29. Juni.

Autobahn A9: Bei Ingolstadt in beiden Richtungen erste Schäden durch Blow-ups behoben.

Heftige Risse ziehen sich durch die Autobahn A6

Heftige Risse ziehen sich durch die Autobahn A6

Foto: picture alliance/Rene Priebe/dpa

Autobahn A10: Zwischen Berlin-Marzahn und Berlin-Hohenschönhausen linker Fahrstreifen gesperrt. Erste Schäden auf der A10 zwischen Seeberg-Ost (Raststätte) und Berlin-Hellersdorf in Fahrtrichtung Dreieck Spreeau und zwischen Potsdam-Nord und Berlin-Spandau in Fahrtrichtung Dreieck Havelland.

Autobahn A13: Zwischen Rastanlage Berstetal und Freiwalde in Fahrtrichtung Schönefelder Kreuz und zwischen Staakow und Am Bugkgraben in Fahrtrichtung Dresden erste Schäden, teilweise Geschwindigkeitsbegrenzung.

Autobahn A48: Höchstgeschwindigkeit auf der Rheinbrücke bei Bendorf auf 60 km/h reduziert. Laut Behörde gab es durch die Hitze Bewegungen im Bauwerk, die Unebenheiten in der Fahrbahn zur Folge hatten.

Autobahn A66: Zwischen Wiesbaden-Biebrich und Wiesbaden-Frauenstein in Fahrtrichtung Wiesbaden. Standstreifen gesperrt wegen Baustelle.

Autobahn A93: zwischen Weiden-Süd und Luhe-Wildenau in Fahrtrichtung Regensburg.

Wasser gegen „schmelzende“ Straßen

Wegen der Hitzeschäden ist sogar der Winterdienst im Einsatz. Im Unstrut-Hainich-Kreis in Thüringen sind seit Tagen Mitarbeiter unter anderem auf den Landesstraßen 2028 und 1016 unterwegs. Weil die andauernde Hitze den Asphalt weich macht, fährt der Winterdienst mit Sprühfahrzeugen über die Abschnitte und kühlt die Straßen mit Wasser. Gegenüber der „Thüringer Allgemeine“ erklärte Andreas Bode, Leiter des Landesamtes für Bau und Verkehr für Nordthüringen, dass durch die Verdunstungskälte der Asphalt heruntergekühlt werden soll. In den Hitzeperioden der letzten Jahre wurden die Straßenabschnitte schon gesperrt, das soll in diesem Jahr vermieden werden.

Die Straßenschäden auf der A7 Höhe Marmstorf Richtung Norden bremsen den Verkehr aus

Die Straßenschäden auf der A7 Höhe Marmstorf Richtung Norden bremsen den Verkehr aus

Foto: -/Autobahn GmbH/dpa

Auch in Lünen (Nordrhein-Westfalen) testet die Stadt die Asphalt-Bewässerung zum Schutz vor Straßenschäden, ließ Sprühfahrzeuge über die betroffene Bergstraße fahren. In Hessen ist der Winterdienst im Hitze-Einsatz am Autobahnkreuz A643/A66.

Kurioser Hitze-Einsatz: Hier rückt der Winterdienst bei 40 Grad aus

Quelle: extremwetter.tv27.06.2026