Drohungen aus Moskau

Russischer Abgeordneter: „Können halb Finnland in die Luft jagen“

28.06.2026 – 06:32 UhrLesedauer: 2 Min.

Der russische Duma-Abgeordnete Alexej Schurawljow: Er droht dem Nato-Staat Finnland mit Zerstörung.Vergrößern des Bildes

Der russische Duma-Abgeordnete Aleksey Schurawljow: Er droht dem Nato-Staat Finnland mit Zerstörung. (Quelle: IMAGO/Vladimir Gerdo)

Vorlesen

Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00

1x

Jetzt neu bei t-online:

Schriftgröße anpassen!

Artikel teilen

Die Spannungen zwischen Russland und dem Nato-Staat Finnland verschärfen sich. Nun droht ein russischer Parlamentarier den Skandinaviern unverhohlen.

Ein hochrangiger russischer Parlamentarier hat Finnland mit scharfen Worten bedroht. Aleksey Schurawljow, Vizevorsitzender des Verteidigungsausschusses der russischen Staatsduma, erklärte laut dem kremlnahen Portal „Gazeta.ru“, Russland verfüge bereits über genügend militärisches Gerät an der Grenze, um „die Hälfte Finnlands in die Luft zu sprengen“.

Die Äußerungen erfolgten einen Tag, nachdem Finnland Pläne für ein gemeinsames Projekt mit dem US-Rüstungskonzern Lockheed Martin bekannt gegeben hatte. In Tampere soll Europas erstes Wartungszentrum für Mehrfachraketenwerfer entstehen.

Schurawljow warf der finnischen Regierung vor, das Land „in den Abgrund“ zu führen und Russland bewusst zu provozieren. Zugleich erklärte er, Moskau werde seine Verteidigung an der gemeinsamen Grenze weiter verstärken. Zudem behauptete er, Finnland entwickle sich nach seinem Nato-Beitritt „allmählich zu einer zweiten Ukraine“. Der Politiker gilt selbst für russische Verhältnisse als Hardliner und hatte Finnland bereits in der Vergangenheit mit dessen „Vernichtung“ gedroht.

Finnland stärkt seine Verteidigung

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 hatte Finnland seine jahrzehntelange Neutralität aufgegeben, um der Nato beizutreten. Die Skandinavier teilen sich eine rund 1.300 Kilometer lange Grenze mit Russland und arbeiten in Verteidigungsfragen seit Beginn der russischen Invasion deutlich enger mit den westlichen Verbündeten zusammen.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte den Nato-Beitritt Finnlands bereits damals kritisiert und erklärt, Helsinki werde dadurch „Probleme“ bekommen.

Die finnisch-russische Grenze ist seit 2023 geschlossen. Die Regierung in Helsinki wirft Russland vor, hybride Einflussoperationen zu betreiben und seine militärische Infrastruktur entlang der Grenze auszubauen.

Plant Russland einen Angriff auf die Nato?

In den vergangenen Monaten kamen verschiedene Berichte mehrfach zu dem Schluss, dass Russland seine Militärpräsenz an den Grenzen mit den skandinavischen Staaten deutlich ausbaut. Auch deshalb haben Finnland, Norwegen und Schweden eine Verteidigungskonferenz ins Leben gerufen, um koordiniert auf das Säbelrasseln aus Moskau reagieren zu können.