Der Brühler Sozialdezernent Gerno Böll soll neuer Kämmerer in Wuppertal werden. Das ist das Ergebnis der Findungskommission, die am Samstag in Wuppertal zwischen drei Bewerbern entschieden hat und mehrheitlich für den SPD-Kommunalpolitiker und Verwaltungsbeamten votierte.
SPD-Fraktion hat
das Vorschlagsrecht
Die Kooperationspartner SPD und CDU hatten bekanntlich vorher verabredet, bei der Wahl von Kultur- und Ordnungsdezernent auf der einen und Kämmerer auf der anderen ihrem jeweiligen Vorschlag zuzustimmen. So brachte die CDU wie berichtet Hagen W. Lippe-Weißenfeld ins Amt, jetzt soll Gerno Böll in der Ratssitzung am 13. Juli per Ratsentscheidung Nachfolger des nach Dortmund abgewanderten Kämmerers Thorsten Bunte werden. Böll leitet bis heute als Beigeordneter das Dezernat II in Brühl, wo er Verantwortung für Schule, Soziales, Kinder, Jugend und Sport trägt. Ein Zuschnitt, wie ihn in Wuppertal ähnlich bereits die Sozialdemokratin Annette Berg verantwortet. Bis zu seinem Wechsel nach Brühl 2023, wo ihn eine rot-grüne Ratsmehrheit installierte („Der Zuschnitt des Dezernats reizt mich und passt zu meinem Werdegang“, sagte er 2023 dazu dem Kölner Stadtanzeiger), war Böll in einer ähnlichen Konstellation als Dezernent in Velbert tätig. Dort hatte er auch lange als SPD-Fraktionsvorsitzender gewirkt. 2014 wollte er in Velbert Bürgermeister werden, scheiterte aber seinerzeit an CDU-Kandidat Dirk Lukrafka, der in der Stichwahl 55,2 Prozent der Stimmen auf sich vereinigte und noch heute Bürgermeister in Velbert ist.
Dienstanstritt in
schwieriger Haushaltslage
Gerno Böll, Vater von vier Kindern, dürfte auf eine starke Kämmerei-Leitung in Wuppertal angewiesen sein: Als Kämmerer war er zuvor nie tätig. Dabei übernimmt er einen prekären Doppelhaushalt mit hohen Sozialkosten und diversen Investitionsaufgaben.
Zusätzlich wird derzeit ein noch von Böll-Vorgänger Thorsten Bunte erstelltes Haushaltssicherungskonzept für Wuppertal von der Bezirksregierung in Düsseldorf in Augenschein genommen.