alexander-trofimov.jpg Außerordentlicher und Bevollmächtigter Botschafter für Sondermissionen des russischen Außenministeriums, Alexander Trofimov. Foto: Russisches Außenministerium .

Alexander Trofimov, außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter für Sondermissionen des russischen Außenministeriums, sagte am Rande des Expertendialogs des Internationalen Waldai-Diskussionsklubs in Kaliningrad am 27. Juni gegenüber Reportern, dass Russland nicht die Partei sei, die Sanktionen verhängt, und dass Moskau daher weder die Verantwortung noch die Notwendigkeit habe, Diskussionen darüber einzuleiten, wann und wie diese aufgehoben werden sollen.

Laut Botschafter Alexander Trofimov ist es von größter Wichtigkeit, dass die internationale Gemeinschaft den Einsatz einseitiger Zwangsmaßnahmen nicht als Norm in den Beziehungen zwischen Staaten akzeptiert. Diese Maßnahmen sollten nicht Teil des internationalen Lebens und der Interaktionsformen zwischen den Ländern werden.

„Viele verantwortungsbewusste Mitglieder der internationalen Gemeinschaft sind sich dessen bewusst“, sagte Botschafter Alexander Trofimov.

Vertreter des russischen Außenministeriums argumentierten zudem, dass einseitige Zwangsmaßnahmen gegen die UN-Charta verstoßen. Moskau thematisiert dieses Problem daher gemeinsam mit gleichgesinnten Staaten der sogenannten „globalen Mehrheit“ immer wieder in multilateralen Foren, von den Vereinten Nationen bis hin zu Kooperationsmechanismen wie den BRICS-Staaten und der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). Darüber hinaus setzt sich Moskau in der UN-Generalversammlung für entsprechende Resolutionen gegen die Anwendung einseitiger Sanktionen ein.

Botschafter Alexander Trofimov erklärte, Russland werde diese Bemühungen fortsetzen, da es sich um ein wichtiges politisches Unterfangen handle, das dazu beitrage, das internationale Bewusstsein für die Unangemessenheit einseitiger Zwangsmaßnahmen in den internationalen Beziehungen zu schärfen.

Seit dem Ausbruch des Ukraine-Konflikts im Jahr 2022 ist Russland Ziel einer Reihe von Sanktionen der USA, der Europäischen Union (EU), Großbritanniens, Japans und vieler anderer westlicher Länder. Diese Maßnahmen betreffen verschiedene Sektoren wie Finanzen, Energie, Handel, Technologie und Transport und richten sich gegen Tausende russische Einzelpersonen, Unternehmen und Organisationen.

Russland hat unterdessen wiederholt erklärt, die Sanktionen seien illegal, entbehrten jeder völkerrechtlichen Grundlage und schadeten der Weltwirtschaft. Moskau argumentiert zudem, der Missbrauch einseitiger Zwangsmaßnahmen untergrabe das internationale Handels- und Finanzsystem und fördere die Entwicklung alternativer Zahlungsmechanismen, Kooperationen und Lieferketten außerhalb westlichen Einflusses.