Bei Rekordtemperaturen hat Haus & Grund seinen Tag der offenen Tür veranstaltet – es kamen laut Veranstalter weit über 500 Interessierte. Viele Fragen handelten vom Umbau im Bestand.
Die Hitzewelle! Einige Festivals fielen ihr zum Opfer. Haus & Grund trotzte den Rekordtemperaturen sowie der SSB-Baustelle vor der Geschäftsstelle in der Gerokstraße 3 – und sagte seinen Tag der offenen Tür nicht ab. Zum Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümerverein Stuttgart und Umgebung kamen Hunderte, um die Angebote kennenzulernen, die sonst Mitgliedern zur Verfügung stehen.
„Zwischen 500 bis 600 interessierte Bürger haben den Weg zu uns gefunden“, sagt Ulrich Wecker, Geschäftsführer von Haus & Grund Stuttgart. Rund 50 Neumitglieder habe man gewinnen können. „Das freut mich, auch dass einige junge Familien dabei sind.“
Eiscremewagen und Vorträge zu Mietverträgen
Nicht nur die schätzten das Programm, das aus Hausführungen, einer Ausstellung und Tombola sowie Abkühlung bestand: Eiscremewagen, gekühlte Getränke, eine Cocktailbar auf der Dachterrasse und Nebelduschen. Aber freilich kamen die meisten wegen Themen rund um die Immobilie. Die Kurzvorträge zu Mietverträgen und Mietanpassungen waren gut besucht, ebenso die individuellen Kurzberatungen der Haus & Grund-Experten. Laut Wecker interessierten ganz besonders Themen wie Kaufen und Bauen, energetische Sanierung und Neuvermietungen neben Serviceleistungen des Vereins wie Immobilienverwaltung, Verkauf und Vermietung.
Sanierungskosten in älteren Wohnungen sind ein Thema
„Ich bin schon ewig Mitglied, der Service hat mir immer sehr geholfen, wertneutral, unabhängig“, sagt Anne Scherer. Aufgrund der Beratungen und Berechnungen habe sie sich entschieden, die vermietete Wohnung zu verkaufen. „Man muss sanieren, bis sich das für mich amortisieren würde, wäre ich 110 Jahre alt“, meint die frühere Konstruktionsingenieurin. „Die junge Frau, die gekauft hat, mag das nun machen.“
Außerdem könne man – Mietpreisbremse hin oder her – ja nicht alles auf die Miete schlagen. „Das wollte ich auch nicht, ich wollte immer fair und loyal zu meinen Mieterinnen und Mietern sein.“
Ulrich Wecker (rechts), Geschäftsführer von Haus & Grund in Stuttgart im Gespräch am Tag der offenen Tür. Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Apropos, auch ein älteres Paar und eine Mittdreißigerin betonten, sie hätten ein „Superverhältnis“ zu ihren Mietern. „Wir wohnen in einem Haus zusammen, kurze Wege, man kann Dinge schnell klären“, beschrieb letztere. Als Problem sieht auch sie aufkommende Sanierungskosten:„Wir sind ja nur kleine Vermieter, kein Immobilienunternehmen. Das ist nicht so einfach, Heizung, Dach, Dämmung … trotz Förderungen; da kann man da schnell bei 100.000 Euro sein.“
Die Polizei informierte über Einbruchsprävention
Geschäftsführer Ulrich Wecker bestätigte, dass die Musik durchaus im Altbau spiele: „Es gibt kaum Neubau.“ Insbesondere bei Mehrparteienhäusern mit Gasetagenheizungen sei es anspruchsvoll, Sanierungen für alle Beteiligten gut zu lösen. Wecker: „Wir arbeiten mit Zukunft Altbau zusammen.“ Die hatten ihren Stand denn auch auf dem Parkplatz vor der Geschäftsstelle mit der Energieberatung – nebenan war die Polizei, die zu Einbruchsprävention informierte.
Was die allgemeine Immobiliensituation betrifft, sieht Wecker etwas Entspannung im Stuttgarter Kauf- und Mietmarkt: „Der Anstieg, wie er seit Jahren zu bemerken war, hat gestoppt, die Spitzen sind gekappt. Wenn wieder Balance einkehrt, ist das immer gut so. Aber das heißt auch, nicht alles geht sofort weg – die Mieter sind anspruchsvoller geworden. Wohnen ist eben keine Massenware.“