Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Putin klagt über „Probleme“ für Russland
Von T. Schibilla, M. Lattemann, J. Seiferth, M. Küper, J. Fischer, C. Cöln, A. Janzen, T. Wanhoff, S. Cleven, J. Hartung, C. Siemer, F. Michalski, M. Kloft
Aktualisiert am 28.06.2026 – 16:01 UhrLesedauer: 36 Min.
Wadimir Putin: Er muss Schwächen eingestehen. (Quelle: IMAGO/Sergei Bulkin/imago)
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Putin beklagt westliche Sanktionen. Mit neuen Drohnenattacken erhöht die Ukraine den Druck auf die Krim. Alle Entwicklungen im Newsblog.
„Ja, wir sehen Probleme“: Putin klagt über Sanktionen
Trotz aktueller Rückschläge an den Fronten und erheblicher wirtschaftlicher Probleme gibt sich Russlands Präsident Wladimir Putin kämpferisch. Der Kremlchef beim Kongress der Regierungspartei „Edinaja Rossija“ (Geeintes Russland) in Moskau sagte: „Dem Westen gelingt es nicht, Russland auf dem Schlachtfeld zu besiegen, deshalb versucht er, die politische Lage zu destabilisieren, doch auch das gelingt ihm nicht.“ Die Parteiführung war zusammengekommen, um die Linien für die Parlamentswahlen im September festzulegen.
Putin erklärte, Russland sehe sich aktuell einem „beispiellosen Druck“ seitens westlicher Eliten ausgesetzt. Er warf dem Westen vor, die Angriffe Kiews gegen Russland zu ignorieren. „Und gleichzeitig verhängt er gerade gegen uns immer neue – ich betone: unrechtmäßige – Sanktionen“, sagte er und wies seinem Land, das seit über vier Jahren einen brutalen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt, damit eine Opferrolle zu.
„Ja, wir sehen Probleme“, sagte Putin weiter. „Wir sind uns dessen bewusst, reagieren darauf, werden aber auf jeden Fall sowohl die Sicherheit des Landes als auch die unserer Bürger sowie die Unverletzlichkeit unserer Grenzen auf lange Sicht gewährleisten.“ Trotz anderslautender Berichte von den Fronten behauptete Putin, die ukrainischen Truppen zögen sich „in alle Richtungen zurück“. Kiew greife zudem zu „terroristischen Methoden“ und werde gleichzeitig vom Westen „als Rammbock im Kampf gegen Russland“ unterstützt.
Polen befürchtet russische Übergriffe an Nato-Ostflanke
Die polnische Führung sieht ein wachsendes Risiko russischer Provokationen an der Nato-Ostflanke. „Wir sehen die Ereignisse in der Ukraine und dass der Krieg für Russland derzeit nicht gut läuft. Das ist ein Grund zur Besorgnis, dass Moskau die Situation weiter eskalieren könnte“, sagte der Chef des polnischen Auslandsgeheimdienstes, Oberst Pawel Szota, der Zeitung „Rzeczpospolita“.
Seiner Einschätzung nach könnte ein begrenzter Angriff auf die baltischen Staaten so aussehen, dass dort „grüne Männchen“ auftauchen. Mit diesem Begriff wurden die russischen Soldaten ohne Hoheitsabzeichen bezeichnet, die 2014 die ukrainische Halbinsel Krim unter Kontrolle brachten.
„Russland überschreitet systematisch rote Linien, um die Reaktion der Nato zu testen“, sagte Szota. „Die Kosten solcher Provokationen sind gering, aber das Bündnis reagiert vor allem politisch, was zu weiterer Eskalation einlädt.“ Ähnlich hatte der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski vergangene Woche vor möglichen Aktionen der Russen unter falscher Flagge gewarnt. Kremlchef Wladimir Putin und andere Mitglieder der Moskauer Führung haben mehrfach erklärt, dass Russland nicht Nato-Gebiet angreifen werde. Militär und Geheimdienste mehrerer Nato-Staaten sehen die Lage aber ähnlich wie die Polen, wobei die Einschätzungen zu Zeitraum und Ausmaß möglicher Angriffe auseinandergehen.

