
Stand: 28.06.2026 15:47 Uhr
Nach dem Fund toter Eheleute in Bremen haben Polizei und Staatsanwaltschaft ein Fahndungsfoto des Verdächtigen veröffentlicht. Die Ermittler bitten um Hinweise, warnen aber vor dem 22-Jährigen. Er war bereits im April auffällig geworden.
Brandon Sami Caglar stehe im dringenden Tatverdacht, die 35-jährige Frau und ihren 40 Jahre alten Ehemann am Freitag getötet zu haben. Der Gesuchte sei etwa 1,80 Meter groß, habe kurze braune Haare und zuletzt eine Camouflagejacke getragen. Die Polizei interessieren vor allem Angaben zu seinem derzeitigen Aufenthaltsort. Aber auch sonstige Hinweise, die für die Ermittlungen von Bedeutung sein könnten, erhoffen sich die Ermittler.
Verdächtiger aus Bremen gilt als gefährlich
Die Polizei appelliert an die Menschen, den Gesuchten nicht anzusprechen. Der Mann gilt als gewalttätig und gefährlich. Hinweise nimmt der Kriminaldauerdienst der Polizei Bremen jederzeit unter der Telefonnummer (0421) 362-3888 entgegen. In akuten Fällen solle der Notruf 110 gewählt werden. Die Polizei Bremen hat auch ein Hinweisportal eingerichtet, über das Zeugen Hinweise sowie Fotos und Videos direkt an die Ermittler übermitteln können – auf Wunsch auch anonym.
Frau wird tot in Keller gefunden
Die Taten hatten sich am Freitag ereignet. Anwohner im Ortsteil Fähr-Lobbendorf meldeten gegen 14 Uhr einen verletzten und laut schreienden Mann auf der Straße. Das teilte die Polizei mit. Die Einsatzkräfte fanden den 40-Jährigen mit schweren Stich- und Schnittverletzungen auf der Straße. Sofort eingeleitete Rettungsmaßnahmen blieben ohne Erfolg. Wenig später fanden die Einsatzkräfte im Keller eines nahegelegenen Mehrfamilienhauses zudem die tote 35-jährige Ehefrau des Mannes.
22-Jähriger bereits im April auffällig geworden
Bereits Mitte April war der nun flüchtige Tatverdächtige polizeilich in Erscheinung getreten: Nachbarn hatten damals Schüsse gemeldet. Als die Polizei eintraf, soll der 22-Jährige aus dem Fenster gesprungen und sich in einem Gebüsch versteckt haben. Mit einer Langwaffe mit einem Messer an der Spitze soll er Stichbewegungen in Richtung der Polizisten gemacht haben, die ihn daraufhin mit einem Taser überwältigten. In seiner Wohnung fanden sich mehrere gefährliche und verbotene Gegenstände, unter anderem eine Gaspistole und ein Teleskopschlagstock. „Der Mann war im April aufgrund seines damaligen Verhaltens durch die Polizei Bremen einem Klinikum zur psychiatrischen Begutachtung zugeführt worden“, sagte der Sprecher der Bremer Polizei Nils Matthiesen dem NDR Niedersachsen. „Dort wurde entschieden, dass keine psychische Erkrankung beziehungsweise keine Fremdgefährdung vorliegt, die eine Unterbringung rechtfertigt. Er musste daher wieder entlassen werden.“

Das 47-jährige Opfer kam schwer verletzt ins Krankenhaus. Die Polizei ermittelt wegen versuchter Tötung.