Was für die Zuschauer eine willkommene Erleichterung war, machte den Athleten zu schaffen: ein kräftiges Lüftchen. Für die 60 000 Zuschauer, die in den Münchner Olympiapark gekommen waren, um einige der weltbesten Extremsportler zu sehen, brachte der Wind etwas Linderung bei den hohen Temperaturen am Wochenende – von kühl konnte man angesichts der knapp 39 Grad nicht sprechen. Wenn man sich aber in etwa sieben Meter Höhe auf einem BMX-Fahrrad befindet und versucht mitsamt dem Sportgerät einen Doppelsalto zu springen, dann kann ein Windstoß fatale Folgen haben.

„Wenn man schräg aufkommt, dann kann das schon gefährlich werden“, erklärte Lars Kindermann, der den dritten Platz hinter dem Kolumbianer Juan Caicedo und dem Engländer Kaine Mitchell belegte. Um es vorwegzunehmen: Auch bei dieser mittlerweile 11. Auflage des Actionsport-Spektakels im Olympiapark blieben trotz einiger Stürze, die bei den riskanten Tricks in diesen irrwitzigen Sportarten einfach dazugehören, größere Verletzungen aus.

Kindermann ist seit drei Jahren Profi und hat mittlerweile die Top 20 in der Weltrangliste erreicht und ist der beste deutsche BMX-Athlet: „Dieser Wettbewerb ist nicht nur wegen seiner hohen Wertigkeit und dem Niveau der Athleten so einmalig, es ist auch einer der besten Veranstaltungsorte, an denen ich je gefahren bin.“ Jeder Wettkampf auf diesem Niveau bringe ihn seinem großen Ziel näher: „Ich will bei den Olympischen Spielen in Los Angeles starten.“ Besonders am Mash sei auch, dass so viele Extremsportarten gleichzeitig zu sehen seien, sagte der 18-Jährige. Zumal die Actionsportszene bekannt dafür ist, dass sich die Topathleten weniger als verbissene Konkurrenten denn als Gesinnungsgenossen verstehen. Skateboarder, Wakeboarder, BMX-Fahrer, Mountainbiker und Streetdancer an einem Ort, das gibt es sonst nur bei den X-Games.

Verkehrte Welt: Wakeboarder Dominik Gührs bei einem seiner Tricks, für den Münchner Lokalmatador war aber angesichts des Weltklassefeldes nach der Qualifikation Schluss.Verkehrte Welt: Wakeboarder Dominik Gührs bei einem seiner Tricks, für den Münchner Lokalmatador war aber angesichts des Weltklassefeldes nach der Qualifikation Schluss. Philippe Ruiz/Imago

Als sich diese 2014 zurückzogen, rief die Olympiapark München GmbH (OMG) unter der Federführung von Geschäftsführerin Marion Schöne kurzerhand Munich Mash ins Leben, das Risiko hat sich ausgezahlt, seither strömen die Zuschauer verlässlich in Massen in den Olympiapark. Die Skateboarder, wie BMX olympisch, starteten diesmal nicht in der Disziplin Park, sondern kehrten mit einer riesigen Halfpipe zurück zu ihren Wurzeln. Den Wettbewerb gewann der Italiener Alessandro Mazzara. Bei den Mountainbikern, die nach zehnjähriger Abstinenz ebenfalls wieder im Programm waren triumphierte der Schwede Alex Alanko.

Den Abschluss bildete traditionell der Wakeboard-Contest, der das Alleinstellungsmerkmal des Mash ist, denn die Wassersportler zählen nicht zum Programm der X-Games. Entsprechend versammelt sich Jahr für Jahr die absolute Weltelite, am Sonntag hatte der Brite Liam Peacock das beste Ende für sich, Nico von Lerchenfeld wurde als bester Deutscher Fünfter, für den Münchner Lokalmatador Dominik Gührs war nach der Quali Schluss.