Benedikt Kahlstadt, Geschäftsführer der Sächsischen Seebad Zwenkau GmbH, sitzt vor verschiedenen Plänen zur Entwicklung des Zwenkauer Sees.

AUDIO: Nach über 20 Jahren Planung: Bewegung am Nordufer des Zwenkauer Sees (3 Min)

Tourismus

Stand: 23.06.2026 12:22 Uhr

Am Zwenkauer See bei Leipzig wird es nun etwas konkreter: Der Bebauungsplan für das Nordufer liegt bis Ende Juli aus. Geplant sind Feriendörfer, Campingplatz und Wassersport. In den kommenden Jahren wird dann erst einmal mit der Erschließung losgelegt. Danach werde gebaut und der Geschäftsführer des zuständigen Entwicklungsunternehmens denkt, dass ab 2033 die ersten Übernachtungen gebucht werden können.

von MDR SACHSEN

Am Nordufer des Zwenkauer Sees bei Leipzig sollen in den kommenden Jahren ein Feriendorf, ein großer Campingplatz und ein Wassersportareal entstehen. Diese Woche ist der Entwurf für den Bebauungsplan „Neue Harth Süd“ zur öffentlichen Auslegung freigegeben worden. Damit werde aus einer Idee, die seit über 20 Jahren diskutiert wird, zunehmend ein konkretes Projekt – auch wenn bis zum Baubeginn noch mehrere formale Schritte nötig sind, berichtet Benedikt Kahlstadt, der Geschäftsführer der Seebad Zwenkau GmbH im Gespräch mit MDR SACHSEN.

Boote liegen im Hafen am Kap Zwenkau des Zwenkauer Sees. (Archivbild)

Am Kap Zwenkau lässt es sich schon seit einigen Jahren gut an: Dort gibt es Unterkünfte, Wohnmobilstellplätze, einen Hafen und eine Bar. (Archivbild)

Ganzjähriges touristisches Angebot geplant

Kern des Vorhabens seien insgesamt drei Feriendörfer, erzählt Kahlstadt weiter. Ergänzt werden soll das Areal durch ein zentrales Gebäude mit Gastronomie, Unterkunft, Verleih und möglichem Schiffsanleger. Ziel ist ein ganzjährig nutzbares touristisches Angebot statt privater Ferienhäuser.

Doch warum hat der Planungsprozess überhaupt so lange gedauert? „Wir haben hier mehrere Kommunen, die Anrainer sind am Gewässer. Da gibt es Abstimmungsbedarfe“, erklärt er. Außerdem sei der Zwenkauer See ein Hochwasserschutzraum für die Stadt Leipzig: „Und das stellt uns nochmal vor besondere Herausforderungen“, so Kahlstedt weiter.

Bürger können sich zu Plan äußern

Noch bis Ende Juli können Bürgerinnen und Bürger also nun den Bebauungsplan einsehen und dazu entsprechend Stellung nehmen. Bleiben größere Änderungen aus, könnte der Plan Ende November beschlossen werden. Erst danach wäre die konkrete Umsetzungsplanung möglich, berichtet Sandra Brandt, die Geschäftsführerin des Tourismusverbands Leipzig-Region. „Wir denken schon, dass das noch sehr dringend gebraucht wird – sowohl für den See als auch für das Leipziger Neuseenland.“

Nichts tut sich auf der Baustelle für den zukünftigen Harthkanal zwischen dem Zwenkauer See (vorn) und dem Cospudener See. Am benachbarten Störmthaler See musste solch ein Kanal nach Böschungsschäden und Rissbildungen gesperrt werden. Das und die mehr oder minder endgültige Absage an den Bau des Harthkanals zwischen dem Cospudener und dem Zwenkauer See Anfang dieses Jahres wegen völlig aus dem Ruder gelaufener Kosten lassen die schöne Vision eines «Leipziger Gewässerverbundes» wohl so wie einstmals gedacht keine Realität werden. (Luftaufnahme mit Drohne)

Seit Jahren sind die Neue Harth und das Nordufer des Zwenkauer Sees in der Diskussion. Aus dem kargen Grasland soll ein Feriendorf entstehen. (Archivbild)

Große Entwicklungschancen durch Freizeitpark

Vor dem Baustart steht allerdings noch die Erschließung. Kahlstadt rechnet damit, dass 2028 mit der Erschließung begonnen werden könne. Bis Gäste am Nordufer tatsächlich umfassende Angebote wie Camping, Gastronomie oder Wassersport nutzen können, wird es also noch einige Jahre dauern.

Dennoch wächst die Zuversicht in der Region, dass das bislang eher ruhige Ufer des größten Sees im Leipziger Neuseenland langfristig zu einem wichtigen touristischen Anziehungspunkt wird. Erste Schritte dazu werden laut Brandt auch durch die Entwicklungen im Freizeitpark Belantis mit der neuen Themenwelt getan. „Wenn man nochmal auf die andere Seite der A38 schaut auf den Asterix-Park, dann ist das hier nochmal eine große Filetfläche, die es gilt zu entwickeln“.

Mehr zum Thema Neuseenland

Ssp-MARKLEEBERGER-WEIN

Störmthaler Kanal LMBV Luftbildaufnahme mittels Drohne.

Moderator Axel Bulthaupt am Geierswalder See

MDR (sme/dhe)