
Stand: 29.06.2026 05:53 Uhr
Nach dem Fund toter Eheleute in Bremen hat die Polizei den mutmaßlichen Täter festgenommen. Er wurde lebensgefährlich verletzt in einem Maisfeld in Schwanewede gefunden.
Im Fall des getöteten Ehepaares in Bremen hat die Polizei den mutmaßlichen Täter festgenommen. Der 22-Jährige sei von Spezialeinsatzkräften in einem Maisfeld in Schwanewede in Niedersachen nordwestlich von Bremen mit lebensgefährlichen Verletzungen gefunden worden, teilte die Polizei mit. Einsatzkräfte reanimierten den Mann laut Polizei, anschließend wurde er begleitet von Beamten ins Krankenhaus gebracht.
Öffentliche Fahndung nach dem Mann
Zur Ursache der Verletzungen machte die Polizei auch auf Nachfrage zunächst keine Angaben. Die Ermittler hatten zuletzt öffentlich nach dem Mann gefahndet. Nach Angaben der Polizei führten auch Hinweise aus der Bevölkerung sowie die enge Zusammenarbeit innerhalb der Polizei zur Festnahme des Mannes in Niedersachsen. Die Ermittlungen der Mordkommission und der Staatsanwaltschaft Bremen dauern an.
Frau wird tot in Keller gefunden
Die Taten hatten sich am Freitag ereignet. Anwohner im Bremer Ortsteil Fähr-Lobbendorf meldeten gegen 14 Uhr einen verletzten und laut schreienden Mann auf der Straße. Das teilte die Polizei mit. Die Einsatzkräfte fanden den 40-Jährigen mit schweren Stich- und Schnittverletzungen auf der Straße. Sofort eingeleitete Rettungsmaßnahmen blieben ohne Erfolg. Wenig später fanden die Einsatzkräfte im Keller eines nahegelegenen Mehrfamilienhauses zudem die tote 35-jährige Ehefrau des Mannes.
22-Jähriger bereits im April auffällig geworden
Bereits Mitte April war der Tatverdächtige polizeilich in Erscheinung getreten: Nachbarn hatten damals Schüsse gemeldet. Als die Polizei eintraf, soll der 22-Jährige aus dem Fenster gesprungen sein und sich in einem Gebüsch versteckt haben. Mit einer Langwaffe mit einem Messer an der Spitze soll er Stichbewegungen in Richtung der Polizisten gemacht haben, die ihn daraufhin mit einem Taser überwältigten. In seiner Wohnung fanden sich mehrere gefährliche und verbotene Gegenstände, unter anderem eine Gaspistole und ein Teleskopschlagstock. „Der Mann war im April aufgrund seines damaligen Verhaltens durch die Polizei Bremen einem Klinikum zur psychiatrischen Begutachtung zugeführt worden“, sagte der Sprecher der Bremer Polizei Nils Matthiesen dem NDR Niedersachsen. „Dort wurde entschieden, dass keine psychische Erkrankung beziehungsweise keine Fremdgefährdung vorliegt, die eine Unterbringung rechtfertigt. Er musste daher wieder entlassen werden.“

Das 47-jährige Opfer kam schwer verletzt ins Krankenhaus. Die Polizei ermittelt wegen versuchter Tötung.