Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Russen überleben wohl nur 20 bis 35 Minuten auf dem Schlachtfeld
29.06.2026 – 09:51 UhrLesedauer: 2 Min.
Russische Soldaten (Archivbild): Die Nachrekrutierung wird für Putin zunehmend schwierig. (Quelle: IMAGO/Stanislav Krasilnikov/imago)
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Das Betreten des Schlachtfelds ist für russische Soldaten Berichten zufolge ein sicheres Todesurteil. Putin hat einen Krisenstab einberufen. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Russische Soldaten überleben wohl nur 20 bis 35 Minuten auf dem Schlachtfeld
Russland verzeichnet aktuell acht Tote oder Schwerverletzte für jeden Gefallenen der Ukraine, schreibt Peter Frankopan, Professor für Weltgeschichte an der Universität Oxford, unter Berufung auf finnische Berichte. Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Rekruten soll von Ankunft auf dem Ausbildungsgelände bis zum Tod im Kampfgebiet zwischen zehn Tagen und drei Wochen dauern, schreibt Frankopan unter Berufung auf russische Militärblogger in seinem Essay für „Foreign Policy“ weiter. Auf dem Schlachtfeld überleben russische Kämpfer demnach im Schnitt nur 20 bis 35 Minuten.
Hauptgrund sei der starke Wandel der Kriegsführung – insbesondere der massive Einsatz von Drohnen. Durch die über 30.000 gefallenen Soldaten pro Monat in diesem Jahr habe die russische Armee Schwierigkeiten, diese durch neue Rekruten zu ersetzen.
Ukraine: Fünf Tote bei russischen Angriffen
Bei russischen Angriffen im Südosten und Nordosten der Ukraine wurden nach Angaben örtlicher Behörden mindestens fünf Menschen getötet. In der südöstlichen Stadt Saporischschja kamen zwei Menschen ums Leben, 16 weitere wurden verletzt, teilt der regionale Gouverneur Iwan Fedorow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. In der nordöstlichen Grenzregion Charkiw kam eine Person bei einem Raketenangriff auf die Stadt Smijiw ums Leben, acht weitere wurden verletzt, darunter zwei Kinder, erklärt Gouverneur Oleh Synjehubow. Zudem starb nach Polizeiangaben ein Beamter bei der Evakuierung von Anwohnern in einer anderen Gemeinde der Region. In der ebenfalls an Russland grenzenden Region Sumy wurde nach Angaben des dortigen Gouverneurs eine ältere Frau getötet.
Ukraine macht weitreichenden Vorschlag – Putin lehnt ab
Der russische Präsident Wladimir Putin weist einen nach seinen Worten von der Ukraine vorgeschlagenen gegenseitigen Verzicht auf Langstreckenangriffe zurück. Moskau betrachte den Vorstoß als Ablenkungsmanöver von dem Ziel, vier ukrainische Regionen vollständig einzunehmen, sagt Putin in einem Fernsehinterview. Der Vorschlag werde nur gemacht, da die russischen Gegenschläge tief ins ukrainisches Gebiet „viel stärker, wirkungsvoller und, ehrlich gesagt, zerstörerischer“ seien. Russland habe nicht die Absicht, „das Kiewer Regime zu retten“. Die ukrainischen Angriffe sollten die russischen Streitkräfte lediglich von der vollständigen Einnahme des Donbass sowie der Regionen Saporischschja und Cherson ablenken.
