Wenn die Sonne abends untergeht, verwandelt sich der Friedensplatz an der Donauwörther Straße in Oberhausen in einen Treffpunkt für Kinder, Familien und alle, die den Abend im Freien ausklingen lassen wollen. Doch damit, fürchten viele, könnte es bald vorbei sein: Am Mittwoch, 1. Juli, eröffnet ganz in der Nähe, im ehemaligen Pfarrhaus der Kirche St. Johannes, eine Betreuungseinrichtung für suchtkranke Menschen. Dort sollen insbesondere Menschen mit Drogensucht eine Anlaufstelle finden. Das Thema polarisiert seit langem, es kam bereits zu mehreren Petitionen, auch zwei Immobilienbesitzer klagten gegen die Stadt. Und was halten die Menschen am Friedensplatz von dieser Entscheidung?

Anwohner des Augsburger Friedensplatzes fürchten um ihren Treffpunkt

Angel Dimitrov hat seinen Sohn auf dem Arm und sitzt am Brunnen. Der Kleine hält die Füße ins Wasser. Dimitrovs Frau sitzt mit anderen Familien auf einer Bank in der Nähe. „Warum ausgerechnet hier?“, fragen sie sich, wenn sie auf die Eröffnung des Süchtigentreffs angesprochen werden. Der Platz sei ein schöner Ort, an dem besonders abends viele Kinder spielen. Dies sei vermutlich nicht mehr möglich, wenn der Süchtigentreff hier sei, fürchtet der Vater.

Auch ein weiterer Vater ist an diesem Abend da, er spielt mit seinem Sohn Fußball, seine Tochter spielt am Brunnen. Er habe sich nach der Arbeit auf den Weg hierher gemacht, um frische Luft zu schnappen. Auch er sieht die Süchtigen-Anlaufstelle kritisch: „Ich will damit nichts zu tun haben.“ Besonders habe er Angst davor, dass der Friedensplatz zu einem Ort des Konsums wird. Er werde sich in Zukunft fernhalten, sagt er.

Eine Gruppe von Männern sitzt unter einem Baum an der Donauwörther Straße. Sie sind sich einig, dass der Süchtigentreff hier eine schlechte Idee ist. „Dann können hier keine Kinder mehr spielen.“ Auch die Nähe zur viel befahrenen Donauwörther Straße sehen sie als Gefahr und befürchten, dass Menschen auf die Fahrbahn stolpern und Unfälle verursachen könnten.

Duncan und Roger Waligora sowie Andreas Külgen (v. l.) sehen den Süchtigentreff mit gemischten Gefühlen.

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Duncan und Roger Waligora sowie Andreas Külgen (v. l.) sehen den Süchtigentreff mit gemischten Gefühlen.
Foto: Johannes Hoose

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Duncan und Roger Waligora sowie Andreas Külgen (v. l.) sehen den Süchtigentreff mit gemischten Gefühlen.
Foto: Johannes Hoose

Andreas Külgen sowie Roger und Duncan Waligora sind geteilter Meinung. „Ich finde es in Ordnung, dass so ein Treff eingerichtet wird“, sagt Duncan Waligora. „Solange sich das Ganze im Rahmen hält und kontrolliert abläuft, finde ich das gut.“ Er verstehe aber auch die Sorgen und sehe die Gefahr, dass sich Drogenkonsumenten auf dem Friedensplatz treffen. Auch Roger Waligora zeigt Einsicht: „Irgendwo müssen diese Leute ja hin.“ Andreas Külgen betrachtet das Ganze kritischer, bemängelt aber vor allem, dass der Kirchenraum von St. Johannes entweiht wurde und in Zukunft als Ort für Veranstaltungen genutzt werden soll. Die Notwendigkeit einer Einrichtung für Suchtkranke sieht auch er.