An diesem Freitagnachmittag ist der kleine Parkplatz neben dem Dasinger Freibad längst voll und die Autos stehen längs der Straße Richtung Bauernmarkt. Kein Wunder, der Deutsche Wetterdienst wird später für diesen Tag einen Hitzerekord berichten. Besonders ist aber, dass die Autos hier nicht nur aus dem Wittelsbacher Land kommen: Viele Augsburger Kennzeichen sind zu sehen, auch Dachauer Autos sind über die Landkreisgrenze gekommen. Das Einzugsgebiet des Schwimmbads reiche bis Schrobenhausen, beobachtet Vivien Kurfer: „Unsere Besucher kommen aus einem Umkreis von 50 Kilometern, da wir durch die A8 und B300 ums Eck mit dem Auto sehr gut angebunden sind.“

Kurfer ist Bademeisterin, im Wechsel mit einem Kollegen. Was ihre Aufgabe ist? „Irgendwie Mädchen für alles“, meint sie und muss lachen. Wenn sie Frühschicht hat, beginnt der Arbeitstag schon drei Stunden vor der Öffnung: Die Filter müssen ausgespült werden, und über mehrere Tage hinweg werden die Becken immer wieder nach einem Plan mit dem Hochdruckreiniger geputzt. Dann kann das Einlaufen des Wassers beginnen, sodass um 10 Uhr für die ersten Gäste alles bereit ist. An gut besuchten Tagen, also grundsätzlich am Wochenende oder wenn hohe Temperaturen vorhergesagt sind, setzt das Bad insgesamt vier Rettungsschwimmer abwechselnd als zusätzliche Aufsicht und Absicherung ein. „Wir haben aber zum Glück keine größeren Probleme mit Nichtschwimmern.“

Das Freibad in Dasing ist vor allem für Familien attraktiv

Wenn Kinder noch unsicher beim Schwimmen sind, ist das große Familienbecken super, findet Dennis Ruoff, der sich gerade Sonnencreme aufträgt. „Ich wohne in Dasing und bin jetzt aus der Arbeit mit meiner Familie hinterhergefahren.“ Nun will er sich noch eine Viertelstunde sonnen und dann ins Wasser, um mit den Kindern zu spielen. „Es ist hier immer sauber, es liegt so praktisch in der Nähe, und wenn man es mal daheim vergessen hat, kann man sich auch was zum Essen und Trinken besorgen.“

Auf den Weg zum Essen hat sich ein Friedberger Familienvater gemacht. Er erzählt, eher ein Baggerseebesucher zu sein: „Wir sind mit Freunden hier, die uns das Freibad empfohlen haben. Ich bin vor allem wegen meiner Kinder da, es ist so warm und unser Pool ist veralgt.“ Das erste Schwimmbad seit Jahren, das er besucht, gefällt ihm grundsätzlich, auch wenn es schon sehr voll sei.

Im tieferen Schwimmerbecken ziehen auch Sportler ihre Bahnen.

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Im tieferen Schwimmerbecken ziehen auch Sportler ihre Bahnen.
Foto: Michael Probst

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Im tieferen Schwimmerbecken ziehen auch Sportler ihre Bahnen.
Foto: Michael Probst

Am Kiosk freut sich Juniorchef Dilon über die vielen Gäste. Noch immer sei die Portion Pommes am meisten gefragt, verrät er: „Aber die Erwachsenen mögen auch gerne Pizza.“ Für eine Abkühlung sorgen Getränke und die große Auswahl Eis am Stiel. „Wir haben mehr Angebot als andere. Das geht, weil wir auch die Sportanlage ganzjährig versorgen.“ Wenn die TSV-Sportler nach dem Training durstig sind, kehren sie im Kiosk ein.

Aus Friedberg ist Elke Meincke hergefahren. Gerade passt sie auf der großen Liegewiese auf die Handtücher und Taschen auf, während ihr Mann mit den Enkelkindern im Wasser ist. „Was soll man bei der Hitze sonst groß machen? Ich mag die Weitläufigkeit hier und die Bäume spenden Schatten.“ Von Augsburg ist Stefanie Hiller mit ihren Kindern gekommen: „Es gefällt uns hier gut, das Bad passt genau zum Alter meiner Kinder, die sind fünf und acht. Und vor allem unter der Woche, wenn man nach der Schule rausfährt, ist es nicht ganz so voll.“

Gäste kommen bis von Augsburg und Schrobenhausen nach Dasing

Warum fahren Leute so weit nach Dasing? Vielleicht, weil es dort meistens eher friedlich ist. „Wir haben eine sehr disziplinierte Besucherklientel“, findet Vivien Kurfer. Gerade im Nichtschwimmerbereich seien die Leute „sehr gesittet.“ Mehr Ermahnungen müssen am Schwimmerbecken ausgesprochen werden: Gäste springen verbotenerweise vom Beckenrand, oder die Leine, die die Sportbahn abtrennt, wird als Sitzbank missbraucht. Auch werden manchmal Plastikbecher mit Bier zu nah ans Becken gestellt: „Wir sind keine Therme, wenn zehn Becher umkippen, beeinträchtigt das die Wasserqualität.“ Manchmal müssen Jugendliche an die Vorsicht auf andere erinnert werden: „Gerade heranwachsende Männer neigen manchmal zum Raufverhalten.“ Harte Strafen müssen aber nur selten ausgesprochen werden, vieles lässt sich im Dialog lösen.

Es gibt die verschiedensten Anlässe, das Schwimmbad aufzusuchen: Eine Mädelsgruppe aus Aichach und Umgebung hat Muffins mitgebracht, sie feiern einen fünfzehnten Geburtstag. „Nachher gehen wir auch noch ins Wasser“, sagt das Geburtstagskind: „Bei der Hitze dachte ich, es ist besser, etwas an der frischen Luft zu machen.“ Dasing sei von ihr daheim das nächste Schwimmbad: „Wenn man noch keinen eigenen Führerschein hat, ist das entscheidend.“