Straßenbahnen stehen still, schwarzer Baustoff quillt auf die Straße und Züge verkehren wegen der Gefahr sich verziehender Schienen nicht mehr: Die Hitze hat der Infrastruktur des öffentlichen Nahverkehrs in Bayern ordentlich zugesetzt. Auch am Montag sind die Auswirkungen des Wochenendes mit Temperaturen von teils mehr als 40 Grad deutlich spürbar.

Durch die Hitze löste sich an vielen Orten in Nürnberg die Füllmasse an den Straßenbahnschienen.

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Durch die Hitze löste sich an vielen Orten in Nürnberg die Füllmasse an den Straßenbahnschienen.
Foto: Irena Güttel, dpa (Symbolbild)

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Durch die Hitze löste sich an vielen Orten in Nürnberg die Füllmasse an den Straßenbahnschienen.
Foto: Irena Güttel, dpa (Symbolbild)

Sichtbar waren diese besonders in Nürnberg: Denn schwarze Fladen, die viele zunächst für Pferdeäpfel hielten, säumten seit Samstagabend (28. Juni 2026) die Straßen. Dabei handelte es sich um den Baustoff Bitumen, der zum Bauen von Gleisen verwendet wird.

Extreme Hitze am Wochenende: In Nürnberg quillt Bitumen auf die Gleise

Dieses löste sich laut der Nürnberger Verkehrsgesellschaft VAG aufgrund der hohen Temperaturen an vielen Stellen. Seit Samstag, 18 Uhr, ist der Straßenbahnverkehr daher eingestellt. Auch am Sonntag und am Montag blieb es dabei. Alternativ sollen Busse und Taxis die Reisenden ans Ziel befördern.

„Unter diesen Umständen ist ein sicherer Straßenbahnbetrieb nicht zu gewährleisten“, begründete die VAG die Entscheidung in einer Mitteilung. Am Sonntag seien demnach alle verfügbaren Mitarbeiter des Gleisbaus mit der Reinigung der Schienen beschäftigt gewesen. Auch die Fahrzeuge müssten nun gereinigt werden.

Aber: „Das sind sehr aufwendige Arbeiten. Wir schaffen zwei Fahrzeuge pro Tag“, sagte eine Sprecherin der dpa. Der VAG-Vorstandssprecher Tim Dahlmann-Resing schätzte die Kosten für die VAG wegen der Schäden der vergangenen Tage gegenüber der Agentur auf mehrere Hunderttausend Euro.

Deutsche Bahn stellt Zugverbindungen ein – Hitze kann Gleise verziehen

Auch in Würzburg musste der Straßenbahnverkehr zwischen der Zellerau und dem Hauptbahnhof, sowie zwischen Grombühl und dem Hauptbahnhof aufgrund der Hitze eingestellt werden. Mittlerweile wurde dieser jedoch wieder aufgenommen. Dort löste sich das bitumenhaltige Material ebenfalls und lief auf die Schienen. Das war nicht nur in Bayern ein Problem: In Leipzig und Heidelberg kam es zu ähnlichen Szenen.

Sind die Temperaturen zu hoch, können sich Schienen bei extremer Hitze zudem verziehen, teilte eine Sprecherin der Bahn auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. In Bayern ist der Zugverkehr daher momentan auf den Strecken von Zwiesel nach Bodenmais, von Cham nach Bad Kötzting und zwischen Murnau und Oberammergau eingestellt. Denn die erforderlichen Arbeiten könnten nur bei kühleren Temperaturen durchgeführt werden. In den nächsten Tagen sollen die Strecken jedoch wieder freigegeben werden.

Hitze-Sonderregel bei der Deutschen Bahn: Tickets kostenlos stornieren

Erstmals führte die Deutsche Bahn zudem eine Hitze-Sonderregelung ein: Aktuell können Fahrten aufgrund der Hitze kostenlos storniert werden. Dieses Angebot soll noch bis zum 30. Juni gelten. Eine Stornierung legte die Bahn allen Reisenden nahe, die auf ihre Fahrt verzichten können. (mit dpa)