Stand: 29.06.2026 18:08 Uhr
Eine digitale Messkabine misst in der Notaufnahme am UKSH in Kiel ab sofort die Körperwerte der neu ankommenden Patienten. Das soll Abläufe beschleunigen und das Pflegepersonal entlasten.
Direkt in eine automatisierte Messkabine statt vom Pflegepersonal untersucht zu werden? Das testet das UKSH in Kiel nach eigenen Angaben derzeit als erstes Klinikum bundesweit in einer Notaufnahme. So soll das ärztliche Personal laut UKSH schneller über den Zustand einer Person entscheiden können. Bewährt sich das Pilotprojekt in Kiel, soll die Messkabine auch am UKSH in Lübeck zum Einsatz kommen.
Digitaler Check dauert etwa fünf Minuten

Dr. Domagoj Schunk, Leiter der Interdisziplinären Notaufnahme am UKSH
in Kiel, hofft auf eine Entlastung seines Teams und schnellere Prozesse bei der Aufnahme.
Die digitale Messkabine liefert einen vollautomatisierten Gesundheits-Check. Patientinnen und Patienten stellen sich dazu in die Kabine, die dann Blutdruck, Puls, Sauerstoffsättigung, Atemfrequenz, Temperatur und Gewicht misst. Dies dauert etwa fünf Minuten. Bedienen lässt sich der Automat per Anleitung an einem Bildschirm. Welche Personen die Messkabine nutzen sollen, entscheidet das Personal bei der Anmeldung.
Die Ergebnisse werden direkt in das Krankenhausinformationssystem übermittelt – noch vor der ersten medizinischen Einschätzung. Das soll Pflegekräfte entlasten und den Behandlungsablauf beschleunigen.
Medizinische Entscheidung bleibt beim Personal
Die Entscheidung, wie krank jemand ist und wer zuerst behandelt wird, trifft weiterhin das medizinische Personal, heißt es vom UKSH. Laut dem ärztlichen Leiter der Interdisziplinären Notaufnahme am UKSH in Kiel, Dr. Domagoj Schunk, kommen im Schnitt täglich etwa 140 Patientinnen und Patienten. Mit der Messkabine würden pro Person fünf Minuten Zeit eingespart: „Wir können vielleicht diese Zeit dann auch nutzen, um nochmal tiefere Gespräche über die Krankengeschichte oder Ähnliches zu führen.“
In der Notaufnahme zählt ein schneller, strukturierter und zuverlässiger Überblick über den Zustand unserer Patientinnen und Patienten. Jede Information, die bereits zu Beginn vorliegt, hilft uns, die Situation eines Menschen besser einzuordnen.
Dr. Domagoj Schunk, Leiter der Interdisziplinären Notaufnahme am UKSH in Kiel
Ob diese Automatisierung im Klinikalltag tatsächlich funktioniert, soll jetzt die Testphase am UKSH in Kiel zeigen.

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