Opfer ukrainischer Oligarch
Mysteriöse Explosion im Fürstentum Monaco
Aktualisiert am 30.06.2026 – 00:40 UhrLesedauer: 2 Min.
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Explosion in Monaco: Verdächtiger auf der Flucht.
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Drei Menschen werden bei einer Explosion in einem Wohngebäude in Monaco verletzt. Französische Medien berichten, dass es sich bei den Opfern um Ukrainer handeln soll.
Bei einer Explosion in einem Wohngebäude im Fürstentum Monaco sind am Montag drei Menschen verletzt worden. Monacos Regierungschef, Staatsminister Christophe Mirmand, sprach gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von einem „wahrscheinlichen Angriff“ und einem Sprengsatz, der gezündet worden sei.
Nach Angaben des Ministers wurden zwei Eheleute im Alter um die 50 oder 60 Jahre lebensgefährlich verletzt; eine 13-jährige Person habe leichtere Verletzungen erlitten. Der TV-Sender BFMTV berichtet unter Berufung auf Rettungskräfte, dass die Opfer zum Teil schwere Verletzungen davongetragen haben sollen. Vier weitere Personen wurden offenbar leicht verletzt.
Wie französische Medien zunächst berichteten, sollen Zeugen eine Person gesehen haben, die einen Rucksack am Tatort hinterließ und dann geflüchtet sein soll. Staatsanwalt Stéphane Thibault bestätigte später, dass ein Verdächtiger eine Tasche oder ein Paket in der Eingangshalle des Wohngebäudes deponiert habe. Nach Angaben Mirmands enthielt der Sprengsatz offenbar Schrauben und Schrot.
Bei einem der Opfer soll es sich um den ukrainischen Oligarchen Wadim Jermolajew handeln, der in Monaco lebt. Die Ermittler im Fürstentum bestätigten die Identität des Opfers. Jermolajew wurde in Dnipro, in der ehemaligen Sowjetunion, geboren. Der 58-Jährige liegt laut „Forbes“ auf Platz 23 der vermögendsten Menschen der Ukraine. Ihm werden zahlreiche wirtschaftliche Verbindungen zum Putin-Regime zugeschrieben.
Monaco: „Das erste Mal, dass so eine Tat verübt wurde“
Jermolajew ist Vorsitzender der Alef Corporation, einem Konglomerat von verschiedenen Unternehmen, die unter anderem in der Industrieproduktion, Landwirtschaft und im Immobiliensektor tätig sind. Im Jahr 2019 gab er seine ukrainische Staatsbürgerschaft zurück und erhielt einen zyprischen Pass. Im Jahr 2024 setzte die ukrainische Regierung Jermolajew auf eine Liste mit Geschäftsleuten, denen enge Verbindungen zum russischen Machthaber Putin zugeschrieben werden. Im Zuge dessen wurde der Oligarch mit Sanktionen belegt.
Laut der „Kiyv Post“ soll Jermolajew zu einer elitären Gruppe gehören, die kurz nach Beginn des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges Russlands die Ukraine verlassen haben und ihren Wohnsitz ins Fürstentum Monaco verlagerten.
Die Explosion in Monaco ereignete sich am Abend in einem Gebäude, das sich an einer Straße entlang der Grenze zu Frankreich befindet. Staatsanwalt Stéphane Thibault sagte: „Dies ist meines Wissens das erste Mal in der Geschichte, dass eine solche Tat im Fürstentum verübt worden ist“.
Der Bürgermeister der südfranzösischen Stadt Nizza, die rund 20 Kilometer von dem Fürstentum entfernt liegt, bezeichnete den Vorfall in einem Beitrag auf der Plattform X als einen „Anschlag“. Es sei eine „Tragödie, die Monaco erschüttert“. Er bekundete volle Unterstützung für die Sicherheits- und Rettungskräfte, die im Einsatz seien. Staatsanwalt Thibault bestätigte, dass die Behörden von einem versuchten Mordanschlag gegen den Oligarchen ausgehen.