Der Schweiß floss in Strömen. Nicht nur der Hitze wegen. Die letzten Monate haben die Vorstände und Aktiven des ASV Botnang, des MTV Stuttgart, des SSV Zuffenhausen und des SV Cannstatt alles getan, um ihre vereinseigenen Bäder zu retten. Und wenn nicht alle Signale täuschen, scheinen sie diesem Ziel näher gekommen zu sein.
Einen Fragebogen haben sie beantwortet, Einzeltermine mit dem Sportamt gehabt, Kosten vor und zurück gerechnet, überlegt, wie sie die Einnahmen erhöhen können, mit dem Ziel, das Defizit zu verringern. Zur Erinnerung: Die vier vereinseigenen Bäder bekamen bisher von der Stadt 80 Prozent ihrer Betriebskosten ersetzt. Anders als bei den städtischen Bädern, da trägt die Stadt das Defizit komplett.
Defizite sind stetig gestiegen
Diese Defizite der vereinseigenen Bäder waren über die Jahre hinweg auf zuletzt 1,65 Millionen Euro gestiegen. Die Zuschüsse der Stadt betrugen im Jahr 2010 noch 670.000 Euro, 2025 waren es schon 1,32 Millionen Euro, für 2026 werden 1,44 Millionen Euro vorhergesagt. Die Personalkosten tragen dazu 45 Prozent bei, die Energie und Reinigungskosten 36 Prozent, der Rest sind Wartungen und Sonstiges. Nun haben die Stadträte für den Haushalt des Jahres 2026 beschlossen, die 80 Prozent weiter zu bezahlen. Aber für 2027 ist der Zuschuss auf 730.000 Euro gedeckelt. Denn die Stadt muss sparen, der Sport-Etat wurde gekürzt.
Tatsächlich haben sie eine Herkulesaufgabe gemeistert und so, wie es derzeit aussieht, den nötigen Zuschussbedarf durch Erhöhungen von Beiträgen und Eintritten und der Reduzierung von Kosten auf unter eine Million Euro gedrückt. Das heißt für 2027 müsste die Stadt knapp 300.000 Euro drauflegen. Wobei der einzelne Bedarf je nach Struktur des Vereins und des Bades in unterschiedlicher Höhe ist, man kann die eine Million nicht einfach vierteln.
Diese Anstrengung scheint von den Stadträten gewürdigt zu werden, zumindest mal waren die Signale bei einem gemeinsamen Gesprächstermin aller Beteiligten recht positiv. Die Vertreter der Vereine haben dies zumindest so empfunden.
Tatsächlich ließe sich das Defizit noch weiter drücken. Würde das Schulverwaltungsamt für den Schwimmunterricht in den Bädern dasselbe bezahlen wie in anderen Bädern, würde dies höhere Einnahmen in Höhe von 100.000 Euro bedeuten. Das Defizit würde also auf 200.000 Euro sinken.
Im Sportausschuss Ende Juli werden die Stadträte noch einmal darüber diskutieren. Und dann wird voraussichtlich nach der Sommerpause der Verwaltungssauschuss über eine Lösung befinden müssen. Doch damit wird es nicht getan sein. Denn im nächsten Doppelhaushalt für die Jahre 2028/2029 braucht es eine dauerhafte Lösung, will man nicht Jahr für Jahr neu debattieren und die Bäder für die Zukunft erhalten.