Nach rund 200 Jahren ist in Baden-Württemberg erstmals wieder ein Luchs in der Natur geboren worden. Das Jungtier stammt von der Luchskatze Elisabeth, die Ende September 2025 vom Team der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) im Nordschwarzwald ausgewildert wurde.

Ein wichtiger Teil des Erfolgs ist auch dem Zoo Karlsruhe zu verdanken: Die Luchsmutter war zuvor in einem Koordinationsgehege des Zoos untergebracht und wurde bis zu ihrer Auswilderung von Zoo-Tierärzten medizinisch begleitet.

Zoo Karlsruhe hilft Luchskatze auszuwildern

Bevor Elisabeth in die Natur entlassen werden konnte, war sie mehrere Monate im Koordinationsgehege des Zoos untergebracht – fernab der Besucherwege im Tierpark Oberwald. „Hier werden die Tiere auf ein Leben in der Natur vorbereitet“, erklärt Timo Deible gegenüber der Redaktion. Den Begriff „freie Wildbahn“ vermeidet er in diesem Zusammenhang bewusst: „Die Beschränkungen für die Tiere in der Natur sind größer, als man denkt“, etwa durch Straßen oder Wege, die in den Lebensraum eindringen.

Die Luchskatze Elisabeth wurde 2025 erfolgreich ausgewildert.

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Die Luchskatze Elisabeth wurde 2025 erfolgreich ausgewildert.
Foto: Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA)

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Die Luchskatze Elisabeth wurde 2025 erfolgreich ausgewildert.
Foto: Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA)

Zur Vorbereitung gehört auch, dass die Tiere im Koordinationsgehege wieder Scheu vor Menschen entwickeln und den Menschen nicht mit etwas Positivem verbinden – etwa mit Futter, so Deible. Zudem müssten sie lernen, wie man Beute „aufbricht“. Das Jagen selbst sei hingegen Instinkt.

Zoo Karlsruhe übernimmt medizinische Betreuung der Luchse

Die Wurfhöhle konnte anhand der Positionsdaten eines Senders lokalisiert werden, mit dem das Luchsweibchen ausgestattet ist. Gemeinsam mit Zootierarzt Marco Roller, der seit Jahren am Luchsprojekt mitarbeitet, untersuchten Fachleute der FVA das Jungtier vor Ort – mit erfreulichem Ergebnis: „Es ist gesund und munter“, verkündet Ulrich Schraml, Direktor der FVA. Anschließend wurde das Jungtier sofort wieder in die Wurfhöhle zurückgebracht.

Luchsjunges beim Wiegen.

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Luchsjunges beim Wiegen.
Foto: Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA)

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Luchsjunges beim Wiegen.
Foto: Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA)

Die erfolgreiche Auswilderung und der gesunde Nachwuchs sind das Ergebnis eines Gemeinschaftsprojekts der FVA mit dem Landesjagdverband Baden-Württemberg, WWF Deutschland, dem Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe und der Luchs-Initiative Baden-Württemberg. „Niemand bekommt so etwas alleine hin – es braucht immer verschiedene Partner“, betont Deible.