Wegen Hitzeschäden
Straßenbahnbetrieb in Nürnberg bleibt vorerst eingestellt
Aktualisiert am 30.06.2026 – 09:30 UhrLesedauer: 2 Min.
Deformierte Straßenbahngleisen am Hauptbahnhof: Der Betrieb bleibt eingestellt – bis auf weiteres. (Quelle: IMAGO/Ardan Fuessmann/imago)
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Auch für den Dienstag gibt es vorerst keine Entwarnung: Die Straßenbahnen bleiben weiterhin stehen. Das Netz kapituliert vor den Hitzeschäden. Wie es jetzt weitergeht.
Der Straßenbahnbetrieb der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg ist bis auf Weiteres eingestellt. Grund sind hitzebedingte Schäden an den Gleisen: Durch die tagelang sehr hohen Temperaturen hat sich die Füllmasse Bitumen gelöst, sich auf den Schienen verteilt und ist an den Fahrwerken der Straßenbahnen haften geblieben.
Wer etwa den Bahnhofsvorplatz überquert, dem fallen sofort die schwarz-grauen Klumpen auf, die rund um die Straßenbahngleisen auf dem Boden verteilt liegen. Das Material wurde so heiß, dass es sich verformte und unter der Last der Straßenbahnen herausquoll. Seit Samstagabend steht die Flotte deshalb im gesamten Stadtgebiet still.
Von den Schäden sind das gesamte Straßenbahnnetz und alle eingesetzten Fahrzeuge betroffen. Die VAG hat bereits am Wochenende erste Maßnahmen ergriffen. Wann der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, ist derzeit noch unklar.
VAG arbeitet unter Hochdruck
Die Verkehrs-Aktiengesellschaft (VAG) arbeitet unter Hochdruck und bietet Ersatzverkehr an. Derzeit seien alle verfügbaren Mitarbeitenden des Gleisbaus im Einsatz, um die Schienen zu reinigen. Auch die Straßenbahnen selbst müssten von den Bitumenrückständen befreit werden. Inzwischen seien zumindest an den Fahrzeugen die groben Verunreinigungen entfernt, heißt es in einer Pressemitteilung vom Montagabend.
Inzwischen laufe weiterhin auch die Reinigung des Schienennetzes an. Dies betrifft einmal die Schienen selbst, sowie auch die Flächen daneben sowie die Weichen. Die VAG habe außerdem eine Fachfirma beauftragt, die bei der Reinigung der Gleise und Flächen mit einem speziellen Trockeneis-Verfahren unterstütze, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Schienen müssten speziell bearbeitet werden, um sie wieder befahrbar zu machen.
Der Sprecher des VAG-Vorstandes, Tim Dahlmann-Resing, erklärt in der Pressemitteilung: Die vergangenen Tage haben „deutlich gemacht, welche konkreten Auswirkungen der Klimawandel bereits heute auf unseren Alltag und unsere Infrastruktur hat – auch für die VAG.“ Die außergewöhnlich hohen Temperaturen seien für den Straßenbahnbetrieb eine enorme Belastungsprobe. „Dadurch wurden Gleise, Weichen und Fahrzeuge so stark beeinträchtigt, dass ein sicherer Betrieb nicht mehr gewährleistet werden konnte.“ Ihm sei bewusst, welche Belastung diese Situation für viele Fahrgäste bedeutet. Der VAG entstehe nach eigenen Angaben durch die Schäden der vergangenen Tage Kosten in Höhe von mehreren 100.000 Euro.
Die VAG bittet Fahrgäste, wenn möglich auf U-Bahnen und Busse auszuweichen. Auch das VAG-Rad stehe uneingeschränkt zur Verfügung. Über die Website sowie die Anzeigen und Durchsagen würden die Passagiere stets auf dem Laufenden gehalten.


