Seit Jahrzehnten wird die ehemalige Hofstelle Am Hüttenhof 7 nicht mehr landwirtschaftlich genutzt und seit vielen Jahren stehen die historischen Gebäude leer. Bürger und Politiker befürchten deshalb, dass die denkmalgeschützte Anlage verfällt und dann abgerissen wird. Das soll aber nicht erfolgen, wie Peter Thunnissen, seit einigen Jahren der Besitzer der Hofanlage, auf Anfrage betont. „Mit der Planung haben wir das im Bereich Revitalisierung denkmalgeschützter baulicher Anlagen sehr renommierte Architekturbüro Professor Anderhalten aus Berlin beauftragt. Dieser versucht seit nunmehr fünf Jahren, eine Baugenehmigung zu erhalten, stößt jedoch immer wieder auf neue Bedenkenträger, obwohl wir inzwischen in allen Bereichen den Wünschen der Denkmalbehörde gefolgt sind“, sagt Thunnissen. Er ist im Dorf kein Unbekannter, war er doch einige Zeit der Eigentümer von Schloss Kalkum.

Die Pläne für den Hüttenhof sehen 13 Wohneinheiten mit jeweils hofseitiger, überwiegend ebenerdiger Erschließung vor. Der Innenhof wird verkehrsfrei gehalten und soll den dort lebenden Familien als Gemeinschaftsbereich dienen. Der ruhende Verkehr wird vollständig unterhalb des zentralen Wirtschaftshofes in einer natürlich belüfteten Tiefgarage untergebracht. An der nördlichen Gebäudeseite sollen die geplanten Terrassen aufgeständert errichtet werden, damit bei einer möglichen Überflutung der Flächen das Wasser abfließen kann.

Zuletzt hat sich Ende Juni der Beirat bei der Unteren Naturschutzbehörde mit dem Objekt befasst. Er möchte, dass noch vor Abriss- und Baubeginn drei Schleiereulennistkästen fachgerecht an geeigneten Stellen der Hofanlage aufgehängt werden. Denn ein artenschutzrechtliches Gutachten hat in den ungenutzten Gebäudeteilen einen Brutplatz der Schleiereule festgestellt. Die Nistkästen sollen als vorgezogene Ausgleichsmaßnahme für den Wegfall des Brutplatzes dienen.

Beim Hüttenhof im Kalkumer Ortsteil Zeppenheim handelt es sich um eine vierflügelige Hofanlage mit repräsentativem Wohnhaus und parkartigem Garten. Die Geschichte der Anlage lässt sich bis in das Jahr 1419 zurückverfolgen. Die Gebäude wurden immer wieder zerstört. 1913 wurde das stattliche Wohnhaus errichtet. 1949 wurde der landwirtschaftliche Betrieb eingestellt, Teile der Wirtschaftsgebäude wurden zu Wohnzwecken umgebaut. 1996 wurde die Anlage in die Liste der denkmalgeschützten Häuser Düsseldorfs aufgenommen. „Die Anlage insgesamt ist in einem qualitativ minderwertigen Zustand“, heißt es in der Vorlage der Naturschutzbehörde.