Bandmitglieder von Muse stehen auf der Bühne vor dem Schlagzeug.

AUDIO: Inspiriert und gigantomanisch: Album „The Wow! Signal“ von Muse (5 Min)

Stand: 30.06.2026 06:00 Uhr

Muse ist eine der erfolgreichsten Rockbands des 21. Jahrhunderts und spielt bombastischen Rock mit Ausflügen Richtung Heavy Metal und Synth Pop. Mit ihrem zehnten Album „The Wow! Signal“ präsentiert Muse eine existenzialistische Weltraum-Rock-Sinfonie, mit „Wow“-Effekt.

von Mathias Mauersberger

Zugegeben: Man kann am Ouevre der britischen Band Muse ganz schön viel schlimm finden. Den theatralischen Falsett-Gesang, die durchgängig zur Schau gestellte Weltuntergangsstimmung, den Kitsch und die Klassik-Referenzen, die tiefen, breitbeinigen E-Gitarren-Riffs, die an obskure Stile wie „Nu Metal“ oder „Metalcore“ denken lassen.

Zu Beginn ihrer Laufbahn wurden die drei Schulfreunde aus der britischen Provinz noch als Radiohead-Kopisten belächelt. Heute sind Muse, bestehend aus Matt Bellamy, Chris Wolstenholme und Dominic Howard längst erfolgreicher als ihre ehemaligen Vorbilder. Wenn ein Album die Stärken des Power- und Pathos-Trios auf den Punkt bringt, so ist es die neue Veröffentlichung „The Wow! Signal“.

Sterne die aus Angst verglühen und pulsierende Bässe

Das erste Stück „The Dark Forest“ überrascht mit einem pulsierenden Synth Bass und orientalisch anmutenden Streichermelodien. Matt Bellamy singt von Sternen, die aus Angst verglühen. Von mordenden Maschinen. Und Menschen, die zitternd im Dunkeln um Erlösung betteln. Ein Endzeit-Szenario, das angesichts der realen Gefahren der Künstlichen Intelligenz zumindest eine gewisse, beunruhigende Plastizität erhält.

Das nächste Stück „Nightshift Superstar“ entführt mitten auf die neonbeleuchtete Tanzfläche. Zu einem, an die französische Gruppe Daft Punk erinnerndem Beat trauert Bellamy um seine Königin der Nacht, verloren im Nebel und Flackern des Stroboskops.

Das Album „The Wow! Signal“ ist nach einem extrem starken Radiosignal bekannt, das 1977 vom „Big Ear“-Radioteleskop in Ohio empfangen wurde. Der Astrophysiker Jerry R. Ehman entdeckte das Signal bei der Durchsicht von Computerausdrucken und war so verblüfft, dass er das berühmte Wort „Wow!“ daneben schrieb. Bis heute gilt das Signal als möglicher Kandidat für eine außerirdische Botschaft.

Die Songtexte enthalten Referenzen an Astrologie und Science Fiction; sie sind aber in erster Linie durch Umwälzung in Matt Bellamys Privatleben beeinflusst. Vergangenes Jahr ließen sich der 48-Jährige und seine damalige Ehefrau Elle Evans scheiden.

Zwischen Gigantomanie und Trennungsschmerz

Muse kehren zurück zum progressiven, komplexeren Rock früherer Tage. Keines der zehn Stücke ist unter fünf Minuten lang. Die E-Gitarre jault, die Kirchenorgel wummert, Bass und Schlagzeug ballern. Muse spielen längst eine Art „Hyper-Rock“, überlebensgroß und maximalistisch.

Wer die Band bislang nicht mochte, könnte auch mit diesem gigantomanen SciFi-Trennungs-Epos Probleme haben. So inspiriert wie auf ihrem zehnten Album „The Wow! Signal“ klang Muse aber selten.

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CD-Cover: Muse: The Wow! Signal

The Wow!Signal

Muse

Genre:
Rock
Preis:
19,99 € €
Veröffentlichung:
26.06.2026