Mehr als jeder Zweite unterhalb des Vitamin-D-Grenzwerts

Die Auswertung zeigte, dass mehr als die Hälfte der älteren Erwachsenen und knapp drei Viertel der Teilnehmenden aus ethnischen Minderheiten Vitamin-D-Werte unterhalb des Grenzwerts von 50 Nanomol/Liter (nmol/l) aufwiesen.

Überraschend war aus Sicht der Forschenden, dass sich die Werte im Sommer kaum verbesserten. Zwischen Juni und August lagen bei durchschnittlich 55,6 Prozent der älteren Teilnehmenden die Vitamin-D-Werte unter 50 nmol/L. Damit lagen die Werte deutlich über Schätzungen für die Allgemeinbevölkerung, bei der etwa 20 Prozent als unzureichend versorgt gelten. Da Studien teilweise unterschiedliche Grenzwerte verwenden, ist dieser Vergleich jedoch nur eingeschränkt möglich.

Sommer-Sonne führte nicht automatisch zu höheren Werten

Vitamin D kann durch Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet werden. Daher wird häufig angenommen, dass sich niedrige Vitamin-D-Spiegel in den Sommermonaten ausgleichen. Die aktuelle Untersuchung zeigt jedoch, dass dies in den untersuchten Gruppen nicht der Fall war. Die Forschenden sehen darin einen Hinweis, dass Sonnenlicht allein für manche Menschen möglicherweise nicht ausreicht, um einen ausreichenden Vitamin-D-Status zu erreichen.

Studie untersuchte Risikogruppen in Nordengland

Die Forschenden der Newcastle University hatten für die Studie den Vitamin-D-Status von knapp 300 Menschen in Nordbritannien untersucht. An der Studie nahmen Erwachsene ab 65 Jahren sowie Menschen aus ethnischen Minderheiten verschiedener Altersgruppen teil. Als Unterversorgung oder Mangel galten Vitamin-D-Werte unter 50 nmol/l.

Ergebnisse vorsichtig einordnen

Aus der Studie lässt sich jedoch nicht ableiten, warum die Werte auch im Sommer niedrig blieben. So wurde beispielsweise nicht untersucht, wie viel Zeit die Teilnehmenden tatsächlich im Freien verbrachten oder welche weiteren Faktoren ihre Vitamin-D-Versorgung beeinflussten. Über die Ursachen lassen sich anhand der Daten demnach keine sicheren Aussagen treffen.

Vitamin D bei Risikogruppen stärker in den Blick nehmen

Nach Ansicht der Forschenden könnten Menschen mit erhöhtem Risiko für eine Vitamin-D-Unterversorgung stärker in den Blick der Gesundheitsvorsorge rücken. Diskutiert werden eine bessere Aufklärung, eine gezielte Erfassung des Vitamin-D-Status und – falls medizinisch angezeigt – eine Supplementierung.

DOI: 10.1038/s41430-026-01760-z