Die Inflation in Deutschland ist im Juni ​wegen gefallener Ölpreise und durch den Tankrabatt erneut gesunken. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich nur um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, nach 2,6 Prozent im Mai und 2,9 Prozent im April. Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in einer ersten Schätzung mit.

Insbesondere Tanken war mit dem Ölpreisschock durch den Iran-Krieg sprunghaft teurer geworden. Im Juni kosteten Haushaltsenergie und Sprit 3,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, sagen die Statistiker. Im Mai hatten die Energiepreise um gut 6,6 Prozent angezogen, im April waren es rund zehn Prozent. »Die Inflation ist im Juni vor allem wegen des gesunkenen Ölpreises zurückgegangen«, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. »Im Juli sollte sie aber wieder steigen, weil der Tankrabatt dann wieder wegfällt.«

Auch Importpreise haben angezogen

Nahrungsmittel kosteten im Juni 0,4 Prozent mehr als im Mai. Für Dienstleistungen wie Versicherungen oder Reisen wurden 3,1 Prozent mehr verlangt. Die ‌Preise ohne Nahrungsmittel und Energie, auch als Kerninflation bezeichnet, stiegen um 2,5 Prozent.

Volkswirte fürchten, dass Unternehmen zeitverzögert höhere Energie- und Transportkosten an Kunden weitergeben und die Preise für Lebensmittel und Dienstleistungen weiter steigen könnten. Auch die Importpreise haben angezogen, sie stiegen im Mai so stark wie seit Ende 2022 nicht mehr.

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