Bielefeld. Die Versuche von Kriminellen, an das Geld ihrer Opfer zu kommen, sind vielfältig. Wie ein Bielefelder Fall zeigt, reagieren sie offenbar auch ganz kurzfristig auf Wetterphänomene und das Leiden der Menschen darunter. Demnach springen die Täter sogar auf Trends auf den üblichen Verkaufsplattformen wie kleinanzeigen.de und Co. auf.

Wie die Polizei Bielefeld mitteilt, wollte ein Bielefelder am heißesten Wochenende des Jahres auf so einer Online-Plattform eine Klimaanlage erwerben. Wie berichtet, sind seit den Tagen der Hitze auch in Bielefeld Raumventilatoren stark nachgefragt und Klimaanlagen ausverkauft. Das bemerken auch Kriminelle und sorgen für ein plötzliches Angebot auf dem Secondhand-Markt.

Wenn es richtig heiß wird: Ventilatoren in Bielefeld fast ausverkauft

Wie Polizeisprecherin Sarah Siedschlag berichtet, wollte der Bielefelder auf der Kleinanzeigen-Plattform eine solche Klimaanlage kaufen. Offenbar handelte der Bielefelder sogar noch einen tieferen Preis aus. Der 65-jährige Bielefelder hatte den vermeintlichen Verkäufer auf einen Kaufpreis von 300 Euro für das Gerät runtergehandelt.

Der Bielefelder sollte die 300 Euro per Freunde-Funktion überweisen

Nach dem Zuschlag einigten sich Käufer und Verkäufer auf den Online-Bezahldienst Paypal, über den die Bezahlung über die Bühne gehen sollte. Allerdings bestand der Verkäufer darauf, den Kauf über die einfache Funktion „Geld senden an Freunde und Familie“ abzuwickeln. Der Bielefelder ließ sich darauf ein. Doch dann behauptete der Betrüger, dass sein Konto gesperrt worden sei, und forderte den Bielefelder auf, das Geld nun auf ein anderes Konto zu überweisen.

Bielefelder Polizei warnt: Das sind die aktuellen Maschen der „Kleinanzeigen“-Betrüger

Jetzt wurde der Bielefelder skeptisch und erstattete Anzeige bei der Polizei. Polizeisprecherin Sarah Siedschlag warnt: „Transaktionen ohne Käuferschutz sind nicht für den Kauf bei fremden Personen gedacht.“ Die Funktion „Geld senden an Freunde“ wird ausdrücklich ohne Käuferschutz angeboten, weil sich beide Personen ja ohnehin kennen oder befreundet sind. „Betrüger nutzen diese Funktion, weil sie darüber das Geld von ihren Opfern erhalten, und zwar ohne Rückbuchungsmöglichkeiten.“ Die 300 Euro dürfte der Bielefelder an Kriminelle verloren haben.