Reinhard Ploss (links) und Rutger Wijburg waren jahrzehntelang für Infineon, NXP, Globalfoundries und andere Mikroelektronik-Riesen leitend tätig. Nun wollen sie den KI-Speicherchips von FMC Dresden zum Durchbruch verhelfen. Fotos (2) Heiko WeckbrodtReinhard Ploss (links) und Rutger Wijburg waren jahrzehntelang für Infineon, NXP, Globalfoundries und andere Mikroelektronik-Riesen leitend tätig. Nun wollen sie den KI-Speicherchips von FMC Dresden zum Durchbruch verhelfen. Fotos (2) Heiko Weckbrodt
Uni-Ausgründung beruft früheren Infineon-Chef sowie Ex-Manager von NXP und Glofo in Beirat

Dresden, 30.06.26. Als Toröffner in den Massenmarkt für ihre neue, ferroelektrische Speicherchip-Technologie hat das „FMC“-Team in Sachsen nun zwei Mikroelektronik-Veteranen an Bord geholt: Der langjährige Infineon-Konzernchef Reinhard Ploss sowie der Niederländer Rutger Wijburg, der jahrelang für NXP, Globalfoundries und Infineon tätig war, gehören nun zum Beirat der „Ferroelectric Memory Corporation“ (FMC). Das hat das Dresdner Halbleiter-Unternehmen heute mitgeteilt.

Dresdner ringen um Kapital für eine eigene Chipfabrik in Magdeburg

„Die Entscheidung von Reinhard und Rutger ist ein starkes Zeichen für die Leistungsfähigkeit unserer Technologie und das vor uns liegende Potenzial“, deutet dies FMC-Chef Thomas Rückes. Das Duo soll dem Dresdner Unternehmen helfen, genug Kapital für seine geplante Speicherchip-Fabrik in Magdeburg zu sammeln und „unser Ziel zu verwirklichen, aus Europa heraus ein weltweit relevantes Unternehmen für KI-Systemspeicher aufzubauen“.

Wurzeln bei Qimonda und Exzellenz-Uni

FMC war 2016 als Ausgründung der TU entstanden. Die Uni hatte zuvor eine Qimonda-Architektur für merkfähige und besonders schnelle und leicht verkleinerbare Speicherchips weiterentwickelt. Nun versucht das Unternehmen, derartige Chips als Ersatz für klassische DRAM-Speicherriegeln, als schnelle Zwischenspeicher und speziell auch für den Einsatz in KI-Rechenzentren und -systemen am Markt zu etablieren. Die schon länger avisierte Großfabrik für diese ferroelektrischen Speicher lässt aber noch auf sich warten.

„Das Unternehmen hat ein starkes Fundament geschaffen, um …ein deutsches Deep-Tech-Unternehmen von Weltklasse aufzubauen.“
FMC-Beiratsvorsitzender Reinhard Ploss

Ex-Infineon-Chef Ploss ist jedenfalls optimistisch: „Das Unternehmen hat ein starkes Fundament geschaffen, um ein weltweit führender Anbieter KI-relevanter Speicherlösungen zu werden und ein deutsches Deep-Tech-Unternehmen von Weltklasse aufzubauen, das zur technologischen

Resilienz Europas beiträgt.“ Auch Wijburg sieht viel Potenzial: FMC habe die Chance, „Europas Fähigkeiten im Bereich moderner Speichertechnologien wieder aufzubauen“.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: FMC, Oiger-Archiv