Eröffnung der Adenauer School of Government

Merz kommt nach Köln – Kritik an Besuch

30.06.2026 – 19:30 UhrLesedauer: 2 Min.

Friedrich Merz: Der CDU-Vorsitzende folgt nach eigener Aussage einer Einladung des ukrainischen Parlaments nach Kiew.Vergrößern des Bildes

Bundeskanzler Friedrich Merz: Er wird am 13. Juli an der Universität zu Köln erwartet. (Quelle: Oliver Berg/dpa)

Vorlesen

Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00

1x

Jetzt neu bei t-online:

Schriftgröße anpassen!

Artikel teilen

Die Universität zu Köln gründet die Adenauer School of Government. Zur feierlichen Eröffnung wird Bundeskanzler Friedrich Merz erwartet – doch es gibt auch Protest.

Bundeskanzler Friedrich Merz kommt nach Köln. Anlass ist die feierliche Eröffnung der neuen Adenauer School of Government an der Universität zu Köln. Merz soll dort am 13. Juli im Rahmen der „Kölner Gespräche“ sprechen und anschließend auch mit dem Publikum ins Gespräch kommen.

Mit der Adenauer School of Government will die Universität nach eigenen Angaben ein neues Zentrum für Public Policy, Governance und Verwaltungswissenschaften aufbauen. Die Einrichtung soll Forschung und Lehre verbinden und künftige Führungspersönlichkeiten im öffentlichen Bereich ausbilden. Inhaltlich soll es unter anderem um verantwortungsvolle Regierungsführung in einer daten- und technologiereichen Welt gehen.

Adenauer School of Government in Köln: Förderung durch Alfred Landecker Foundation

Ermöglicht wird die Gründung durch eine langfristige Förderung der Alfred Landecker Foundation. Zum Start steht laut Universität ein Jahresbudget von zehn Millionen Euro zur Verfügung. Die neue Einrichtung soll dauerhaft gefördert werden. Die Leitung wurde dem Kölner Wirtschaftsprofessor Axel Ockenfels übertragen, der auch Direktor am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn ist.

Der Name der Einrichtung bezieht sich auf Konrad Adenauer. Die Universität verweist dabei nicht nur auf seine Rolle als erster Bundeskanzler der Bundesrepublik, sondern auch auf seinen Köln-Bezug: Adenauer war Oberbürgermeister der Stadt und spielte nach Darstellung der Universität eine wichtige Rolle bei der Neugründung der Kölner Universität.

Merz in Köln: AStA kritisiert Kanzlerbesuch an Uni

Doch der Kanzlerbesuch und die neue Einrichtung stoßen auch auf Kritik. Der AStA der Universität ruft zu einem Bündnistreffen auf und will eine Demonstration gegen den Besuch von Merz und gegen das Projekt vorbereiten. In dem Aufruf kritisiert die Studierendenvertretung die Bundesregierung scharf und spricht von einer „Kampfansage an jegliche soziale Verbesserung und zivile Entwicklung“.

Auch die Beteiligung der von der Unternehmerfamilie Reimann gegründeten Alfred Landecker Foundation wird von den Kritikern problematisiert. Der AStA bezeichnet die neue School als „Prestigeprojekt“ einer der reichsten Unternehmerfamilien Deutschlands.

Die Universität sieht in der Adenauer School hingegen ein neues Aushängeschild für Forschung und Lehre in Köln. Rektor Joybrato Mukherjee erklärte zur Gründung, die Einrichtung schärfe das Profil der Universität. Sie solle internationale Spitzenwissenschaftler nach Köln holen und Lösungen für drängende gesellschaftliche Herausforderungen entwickeln.