Verkehr
Stand: 30.06.2026 19:57 Uhr
Sachsen-Anhalt plant drei neue Elbebrücken bei Sandau, Pretzsch und Ferchland-Grieben. Sie sollen die dortigen Fähren ersetzen. Bis zur Fertigstellung der Brücken könnte es dem Infrastrukturministerium zufolge allerdings rund 20 Jahre dauern.
Sachsen-Anhalt soll drei neue Brücken über die Elbe bekommen. Das hat Infrastrukturministerin Lydia Hüskens (FDP) am Dienstag bei der Bekanntgabe des neuen Landesstraßenbauplans 2040 verkündet. Der sieht vor allem die Erhaltung und die Modernisierung des bestehenden, rund 4.000 Kilometer langen Landesstraßennetzes vor. „Erhalt geht vor Neubau“, sagt Hüskens. In dem Plan sind aber auch 38 Neubauprojekte aufgelistet, zu denen die drei Elbebrücken gehören.

Als Ersatz für Fähre
Das Land Sachsen-Anhalt prüft den Bedarf für drei neue Brücken über die Elbe an bisherige Fähr-Standorten. Gutachter errechnen, ob Kosten und Nutzen aufwiegen. Auch weil Fähren immer öfter ausfallen.
Hüskens rechnet mit Brücken erst in 20 Jahren
Die Brücken sind als Ersatz für die Fähren bei Sandau, Pretzsch sowie Ferchland-Grieben geplant. Hüskens will für eine verlässlichere Verbindung sorgen. Denn der Betrieb der Fähren ist z. B. im Winter sowie bei Hoch- oder Niedrigwasser nur eingeschränkt möglich ist.
Die Ministerin geht allerdings nicht davon aus, dass die Brücken bis 2040 fertig werden. „Wir müssen mit längeren Zeiträumen rechnen, weil wir hier in einen Bereich eingreifen, der besonders sensibel ist, was den Umwelt- und Naturschutz anbelangt“. Hüskens schätzt, dass die Brücken in etwa 20 Jahre stehen werden, betont aber zugleich: „Diese drei Elbebrücken werden kommen.“
Gemeinden sollen vom Lkw-Verkehr entlastet werden
Neben den Brücken liegt der Fokus auf neuen Ortsumgehungen. „Gerade dort, wo es viel Lkw-Verkehr gibt, ist das eine echte Belastung für Menschen, die innerorts leben. Und ich finde, da müssen wir uns auch stärker drum kümmern, als wir das in der Vergangenheit getan haben“, betont Hüskens.
Wegen unerwarteter Steuerausfälle hatte Sachsen-Anhalts Finanzminister Michael Richter (CDU) kürzlich angekündigt, dass vorerst keine neuen Förderprogramme und Bauvorhaben zur Verfügung stehen. Hüskens zufolge ist der neue Landesstraßenbauplan davon aber nicht betroffen. „Wir reden von einem Plan bis 2040. Das heißt, mit dem neuen Jahr 2027 können wir wieder planen und umsetzen“, so die Ministerin.
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MDR (Marius Rudolph, Til Schäbitz)