Neun Jahre nach dem G20-Gipfel müssen sich erstmals Polizeibeamte wegen mutmaßlicher Polizeigewalt vor Gericht verantworten – und bitten um Entschuldigung.

30. Juni 2026, 21:41 Uhr

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Der Polizist Jürgen S. zahlt Marvin H. 500 Euro Schmerzensgeld für Polizeigewalt beim G20-Gipfel in Hamburg. Lange bestritt der Senat solche Vorwürfe, doch nun räumen Polizisten ihr Fehlverhalten ein. Marvin H. schildert vor Gericht, wie er von drei Polizisten angegriffen wurde. Die belastende Situation während des Gipfels prägte eine ganze Generation von Polizeibeamten. Marvin H. nimmt die Entschuldigung an, betont aber, dass solche Vorfälle nicht passieren dürfen.

Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Vereinzelt kann es dabei zu Fehlern kommen.

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Strafprozess nach G20-Gipfel: Polizisten stellen sich beim G20-Gipfel im Juli 2017 vor der Roten Flora im Schanzenviertel auf. Nach den schweren Krawallen mussten sich Hunderte G20-Gegner vor Gericht verantworten. Der erste und bislang einzige Prozess gegen Polizeibeamte begann dagegen erst jetzt.

Polizisten stellen sich beim G20-Gipfel im Juli 2017 vor der Roten Flora im Schanzenviertel auf. Nach den schweren Krawallen mussten sich Hunderte G20-Gegner vor Gericht verantworten. Der erste und bislang einzige Prozess gegen Polizeibeamte begann dagegen erst jetzt.
© Axel Heimken/​dpa

Die Worte von Olaf Scholz sind unvergessen. Der spätere Bundeskanzler war noch Erster Bürgermeister von Hamburg, als 2017 der G20-Gipfel in der Stadt stattfand. Als die Staatsgäste wieder abgereist und die schwersten Verwüstungen auf den Straßen beseitigt waren, trat Scholz vor die Kameras und sagte bestimmt: »Es gab keine Polizeigewalt.«

An diesem Dienstag, neun Jahre später, schiebt der Polizist Jürgen S. im Saal 142 des Hamburger Amtsgerichts seinen Stuhl zurück und steht auf. Er zieht sein Portemonnaie aus der Hosentasche und holt ein Bündel Geldscheine heraus. Es sind genau 500 Euro, er hat sie abgezählt. »Das ist Schmerzensgeld«, sagt er und hält die Scheine einem jungen Mann namens Marvin H. entgegen. »Ich war damals schlichtweg überfordert«, schiebt Jürgen S. noch hinterher. Marvin H. nimmt die Entschuldigung mit einem Händedruck an.