
AUDIO: Lina E. schweigt im Antifa-Ost-Prozess – Gericht ordnet Beugehaft an (1 Min)
Oberlandesgericht Dresden
Stand: 30.06.2026 16:18 Uhr
Weil sie im Antifa-Ost-Prozess vor dem Oberlandesgericht Dresden als Zeugin die Aussage verweigerte, hat das Gericht gegen Lina E. eine sechsmonatige Beugehaft verhängt. Die 31-Jährige kündigte an, weiter zu schweigen.
Die Linksextremistin Lina E. hat im Antifa-Ost-Prozess vor dem Oberlandesgericht Dresden die Aussage als Zeugin verweigert. Nach Gerichtsangaben wurde deshalb eine sechsmonatige Beugehaft gegen die 31-Jährige angeordnet. Zudem müsse sie ein Ordnungsgeld von 750 Euro zahlen und die Verfahrenskosten tragen. Nach MDR-Informationen soll Lina E. bereits festgenommen worden sein und in eine Haftanstalt gebracht werden.
Aussageverweigerung ohne Grund
Nach Auffassung des Gerichts hatte Lina E. ihre Aussage ohne rechtlichen Grund verweigert. Der Vorsitzende Richter Joachim Kubista betonte, ihre Aussage sei wegen ihrer mutmaßlich herausragenden Rolle innerhalb der Gruppe für das Verfahren von erheblicher Bedeutung. Eine Gefahr weiterer Strafverfolgung sehe das Gericht nicht.
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Lina E. bekräftigte nach Verlesung des Beschlusses zur Beugehaft noch einmal ihre Entscheidung. Von den Argumenten des Gerichts sei sie nicht überzeugt. „Sie meinen, ich könnte Wissen teilen, ohne mich selbst zu belasten, ich weiß, dass dem nicht so ist“, sagte sie unter Applaus der Zuschauer.
Beschwerde angekündigt
Der Anwalt der 31-Jährigen kündigte Beschwerde gegen die Entscheidung an. Er begründete das mit dem Ermittlungsverfahren der Generalstaatsanwaltschaft Dresden gegen seine Mandantin. Da darin bereits Beugehaft wegen der Verweigerung einer Aussage verhängt worden sei, beantragte er die vorläufige Aussetzung des Vollzugs. Das Gericht will darüber außerhalb der Verhandlung im aktuellen Prozess entscheiden.
Antifa-Ost-Prozess in Dresden
Vor dem Oberlandesgericht Dresden müssen sich derzeit sieben weitere mutmaßliche Mitglieder der linksextremen Gruppe Antifa Ost verantworten. Die 31-Jährige sollte sich bei der Verhandlung am Oberlandesgericht Dresden (OLG) zu den Taten äußern, für die sie 2023 schuldig gesprochen worden war. Unter den Angeklagten am OLG ist auch Johann G., der neben Lina E. als mutmaßlicher Kopf der Gruppierung gilt.


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Staatsanwaltschaft Leipzig
MDR (ben)/dpa