Ukrainische Angriffe

Nur zwei russische Top-Raffinerien noch nicht getroffen

01.07.2026 – 01:52 UhrLesedauer: 2 Min.

Feuerball in einer Raffinerie in Moskau: Ein Öltank wurde offenbar von einer russischen Luftabwehrrakete getroffen.Vergrößern des Bildes

Feuerball in einer Raffinerie in Moskau: Immer wieder werden russische Anlagen von der Ukraine angegriffen. (Archivbild) (Quelle: Screenshot / X)

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Ukrainische Angriffe auf russische Ölanlagen zeigen Wirkung. Die Ölproduktion ist auf einem Rekordtief.

Die ukrainischen Angriffe auf russische Energieinfrastruktur haben mittlerweile die meisten der größten Raffinerien getroffen. Acht der zehn produktivsten Anlagen sind bereits Ziel ukrainischer Drohnen geworden. Darunter ist die Gazprom-Raffinerie in Moskau, die sowohl von ukrainischen Drohnen als auch von einer fehlgeleiteten russischen Abwehrrakete getroffen wurde.

Auch in Anlagen in den Städten Kirischi, Rjasan, Nischni-Nowgorod, Jaroslawl, Wolgograd, Perm und Salawat hat es in den vergangenen Monaten Explosionen gegeben. Die Moskauer Raffinerie und die in Jaroslawl sind mehrfach angegriffen worden.

imago images 0757112020Vergrößern des BildesDie Raffinerie in Omsk. Sie liegt wohl noch zu weit in Inneren Russland, um von ukrainischen Drohnen getroffen zu werden. (Quelle: IMAGO/Stringer/imago)

Nur zwei Anlagen sind noch nicht Ziel von Kiews Drohnen geworden. Die Anlage des Großkonzerns Gazprom Neft in Omsk ist die größte Raffinerie in Russland und blieb bisher verschont. Sie liegt weit östlich des Urals und außerhalb der Reichweite der meisten ukrainischen Drohnen. Allerdings hat es hier im August 2024 eine große Explosion gegeben, die zeitweise die Produktion lahmlegte. Die Ursache war nach offiziellen Angaben ein Brand in einem Teil der Anlage. Die Angarsk-Raffinerie in Irkutsk liegt ebenfalls weit im Osten Russlands und ist noch intakt.

Putin räumt Probleme ein

Tatsächlich steht ein Drittel der Ölverarbeitungsanlagen nach Angriffen still, wie Experten der Agentur Energy Intelligence berichten. Die Moskauer Anlage soll mindestens ein halbes Jahr lang ausfallen, berichtet der Sender n-tv. Die Verarbeitung sei auf vier Millionen Barrel gesunken, den niedrigsten Stand seit 20 Jahren.

Selbst Wladimir Putin musste vor einigen Tagen zugeben, dass es bei der Treibstoffversorgung knapp wird. „Was Angriffe auf die kritische Infrastruktur im Allgemeinen und die Energieinfrastruktur im Besonderen betrifft, so verursachen diese Angriffe auf unsere Infrastruktureinrichtungen natürlich Probleme, das ist offensichtlich“, sagte Putin. „Im Moment beobachten wir einen gewissen Mangel, aber er ist nicht kritisch.“

Russland führt nach Kremlangaben Gespräche mit anderen Ländern über mögliche Kraftstoffimporte. Kremlsprecher Dmitri Peskow stellte der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge Importe in Aussicht, wenn Vereinbarungen zu annehmbaren Preisen erreicht würden. Das wäre ein weiterer Schritt auf dem Weg, den Markt zu stabilisieren und ziele darauf, Panikkäufe abzuwehren. Konkrete Länder nannte er nicht. Aber es bestünden Kontakte, sagte Peskow.