Acht Jahre nach der „Römer in LU“-Ausstellung im Stadtmuseum gibt es nun ein Buch über das Auxiliarkastell in Rheingönheim. Und Hoffnung auf einen Archäologiepark.

Dass die Römer in Rheingönheim ein oder vielmehr nacheinander zwei Kastelle errichtet hatten, ist schon lange bekannt. Im 19. Jahrhundert gab es erste Funde, 1886 wurde gar ein menschliches Skelett entdeckt. Richtige archäologische Grabungen gab es dann 1912, Anfang der 1960er-Jahre, 1974 und schließlich von 2008 bis 2010. Obwohl das Gelände im Süden Ludwigshafens immer wieder wissenschaftlich erforscht wurde, gab es eines nie: eine Publikation.

Zweite Auflage geplant

Diese Lücke ist nun mit der Veröffentlichung des Bandes „Das Auxiliarkastell von Ludwigshafen-Rheingönheim. Ein Pfälzer Acker und seine Römische Geschichte“ geschlossen worden. Herausgegeben von der Leiterin des seit fünf Jahren heimatlosen Stadtmuseums, Regina Heilmann, und von Bernd Neumann, dem Vorsitzenden des Fördervereins Archäologiepark Rheingönheim, erzählt das Buch umfassend und für Nichthistoriker absolut verständlich die römische Geschichte Rheingönheims. „Die Erstauflage lag bei 250 Stück“, sagt Heilmann, „und es sind gar nicht mehr so viele Bücher übrig.“ Eine zweite Auflage sei geplant.

Groß ist offenbar sowohl in musealen und wissenschaftlichen Institutionen in der Region als auch in der Bevölkerung das Interesse daran, was sich genau dort befand auf dem bis vor kurzem landwirtschaftlich genutzten Gelände zwischen Rheingönheim und Altrip: Im 1. Jahrhundert nach Christus errichteten die Römer am Rhein, der die Grenze zum freien Germanien markierte, ein erstes Militärlager und einige Jahre später ein zweites, kleineres. Eingesetzt wurden Hilfslegionäre. „Die Funktion der Lager in Rheingönheim bestand vor allem darin, die damals direkt gegenüberliegende Neckarmündung zu sichern“, schreibt Heilmann in dem Buch. „Zum Lager gehörten noch eine kleine Siedlung (vicus) in unmittelbarer Nähe sowie ein Gräberfeld, also ein Friedhof, der sogar länger in Benutzung war als das Kastell besetzt und die Siedlung bewohnt waren.“

Exemplare für Schulen

Aufgegeben wurde das Lager, nachdem die Römer zwischen 70 und 80 nach Christus rechtsrheinische Gebiete erobert hatten und sich die Grenze nach Osten verschoben hatte. Heute ist davon nichts mehr zu sehen – abgesehen von (im Buch abgebildeten) Artefakten. Regina Heilmann und Bernd Neumann schwebt ein Archäologiepark auf dem Gelände vor, der über die zwei 2018 installierten Informationstafeln hinausgeht und die Geschichte des Kastells anschaulich macht. „Was in der Erde ist, muss in der Erde bleiben“, sagt Heilmann. „Aber man kann mit Begrünung, einem Informationshäuschen, Augmented Reality und QR-Codes ganz viel machen. Das ist auch gar nicht so teuer. Und wir können ganz viel aus dem Buch einspeisen.“

Stichwort Kosten: Das Buch soll Ludwigshafener Schulen preisgünstig als E-Book zur Verfügung gestellt werden.

Lesezeichen

Regina Heilmann/Bernd Neumann (Hg.): „Das Auxiliarkastell von Ludwigshafen-Rheingönheim. Ein Pfälzer Acker und seine Römische Geschichte“; Stadtmuseum Ludwigshafen; 144 Seiten; 20 Euro

Erhältlich ist das Buch in der Tourist-Information, im Wilhelm-Hack-Museum, beim Bürgerbüro Rheingönheim und im Kiosk von Marion Cirulli, Hauptstraße 163.