Die siebte Vollzugsmeldung des Sommers steht bevor: Jan Leszczyński soll vom polnischen Erstligisten Legia Warschau zu Borussia Mönchengladbach wechseln. Das berichtete am Mittwoch unter anderem das Portal „legia.net“.

Leszczyński soll demnach bereits aus dem Trainingslager in Herzogenaurach abgereist sein, um in Gladbach den Medizincheck zu absolvieren. Unsere Redaktion kann bestätigen, dass der Wechsel Leszczyńskis in den nächsten Tagen über die Bühne gehen soll.

Nach Informationen unserer Redaktion liegt die Ablösesumme bei drei Millionen Euro, die zunächst für den U19-Nationalspieler fällig werden. Die Summe kann in Zukunft durch Boni weiter steigen. Leszczyńskis Vertrag in Warschau lief ursprünglich noch bis 2029, sein Marktwert wird aktuell auf 600.000 Euro taxiert – und bietet bei einer positiven Entwicklung das Potenzial, sich schnell zu vervielfachen.

Leszczyński hat den Sprung aus der eigenen Jugend zu den Profis in der abgelaufenen Saison geschafft. Am 13. Februar 2026 gab er im Alter von 18 Jahren sein Debüt in der Ekstraklasa. Drei Startelfeinsätze sammelte er bis zum Saisonende schließlich noch.

Die Spielzeit schloss Legia Warschau auf einem enttäuschenden sechsten Rang ab. Die Teilnahme an der Qualifikation zur Conference League wurde am letzten Spieltag verpasst, weil Liga-Konkurrent GKS Katowice in der Tabelle dank eines Ausgleichstreffers in der siebten Minute der Nachspielzeit noch vorbeizog. Zwischenzeitlich war der Klub, der zuletzt 2021 die polnische Meisterschaft gewann, gar in Abstiegsgefahr geraten.

Ohne mögliche Europapokal-Einnahmen ist der Verein um Sportdirektor Fredi Bobic dringend auf Transfereinnahmen angewiesen, für die nun unter anderem Leszczyński sorgen soll. Dem Abwehr-Talent des Jahrgangs 2007 wird dank seiner Beidfüßigkeit unter anderem ein gutes Aufbauspiel nachgesagt.

Mit einer Größe von 1,91 Metern erfüllt er das Profil eines physischen Innenverteidigers, der sich in den Zweikämpfen robust behaupten kann. Das Portal „Football Talent Scout – Jacek Kulig“ hat weitere Stärken Leszczyńskis herausgearbeitet. Ein gutes Stellungsspiel, eine ausgeprägte Antizipation und ein zuverlässiges Passspiel sollen Leszczyński unter anderem auszeichnen.

In dem Scoutingbericht wird ein Vergleich zur belgischen Verteidiger-Legende Jan Vertonghen gezogen. Obacht: Prominente Vergleiche dieser Art dienen in erster Linie dazu, das Profil einzuordnen und nicht dazu, einen ähnlichen Karriereweg zu prognostizieren.

Dafür ist es bei Leszczyński ohnehin zu früh. Einen Rückschlag musste er bereits 2024/25 einstecken, als er sich nach einem Kreuzbandriss zurück ins Fußballgeschäft kämpfen musste. Für ihn geht es in den nächsten Monaten vor allem darum, in einem fremden Land Fuß zu fassen und sich über das Training in Gladbach nach und nach an das Bundesliga-Niveau heranzutasten.

Wie schnell das im Zweifel gehen kann und wie regelmäßig Legia Warschau gute Spieler ausbildet, belegt der Mainzer Kacper Potulski. 2023 wechselte der Innenverteidiger zu Mainz 05, mittlerweile ist sein Marktwert auf 18 Millionen Euro gestiegen.

In Nico Elvedi, den Borussia einst für vier Millionen Euro vom FC Zürich verpflichtete, Kevin Diks und Fabio Chiarodia stehen derzeit drei Innenverteidiger im Gladbacher Kader. Auch unabhängig von Elvedis ungeklärter Zukunft hatten die Gladbacher auf der Position noch Handlungsbedarf. Bei einem Elvedi-Abgang müsste Borussia erneut tätig werden.

Mit 19 Jahren ist Leszczyński bislang der jüngste Sommer-Zugang der Profis. Mit den Attributen talentiert, hungrig und entwicklungsfähig erfüllt er drei Punkte, auf die Sportchef Rouven Schröder bei den meisten seiner bisherigen Transfers grundsätzlich Wert gelegt hat.