Bielefeld. Die neue Entgeltordnung des Umweltbetriebs ist beschlossen – und sie fällt an mehreren Stellen anders aus als zunächst von der Verwaltung vorgeschlagen. Nach Angaben der Ratsfraktionen von CDU und SPD wird die Sperrmüllabholung günstiger, zugleich steigt der Preis für Grünabfälle weniger stark als ursprünglich geplant.
Die Abholung von bis zu vier Kubikmetern Sperrmüll kostet künftig 25 Euro statt bisher 28 Euro. Die Verwaltung hatte zunächst vorgesehen, den Preis bei 28 Euro zu belassen. Gleichzeitig wird die Anlieferung an den Wertstoffhöfen deutlich teurer: Dort fallen künftig 43 Euro pro Kubikmeter an.
„Damit schaffen wir einen Anreiz, Sperrmüll künftig direkt vor der Haustür abholen zu lassen, anstatt ihn selbst zu den Wertstoffhöfen zu bringen“, erklärt Louisa Siekmann, Sprecherin der SPD-Fraktion im Betriebsausschuss Umweltbetrieb. Diesen Effekt hatte auch Clemens Pues, kaufmännischer Betriebsleiter des Umweltbetriebs, bei der Vorstellung der Entgeltordnung betont: „Wir erhoffen uns davon eine gewisse Lenkungswirkung.“ Hintergrund sei, dass sich in den vergangenen Jahren „eine relativ klare Schere zwischen Sperrmüllabholung und der Anlieferung an den Wertstoffhöfen“ entwickelt habe: Zahlreiche Bielefelder packten ihren Krempel lieber in den Anhänger oder in den Kofferraum, statt ihn an die Straße zu stellen – was zu einer massiven Überlastung der Wertstoffhöfe geführt hat.
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„Früh rausgestellter Sperrmüll zieht noch mehr Müll an“
Ein weiterer Anreiz ist die einfachere Regelung der Bereitstellung des Sperrmülls. Künftig reicht es aus, den angemeldeten Sperrmüll bis 7 Uhr am Morgen des Abholtages an die Straße zu stellen. „Das ist eine Erleichterung für viele Haushalte“, sagt André Langeworth, Sprecher der CDU-Fraktion im Betriebsausschuss Umweltbetrieb. „Weniger Sperrmüll auf den Straßen über Nacht bedeutet mehr Sauberkeit in den Quartieren und weniger Beeinträchtigungen für Anwohnerinnen und Anwohner.“ Damit greift die Regelung eine Erfahrung des Umweltbetriebs auf. Pues hatte zuletzt an die Bürger appelliert, Sperrmüll möglichst erst am Abholtag herauszustellen. Wenn er mitunter Tage vorher an der Straße stehe, „zieht das natürlich noch mehr Müll an“, so Pues.
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Eine weitere Änderung der Verwaltungsvorlage betrifft die Kosten für Grünabfälle. Vorgeschlagen wurde, den Preis von 10 auf 20 Euro pro Kubikmeter zu erhöhen. Beschlossen wurde nun ein Preis von 16 Euro. „Wir haben die geplante Verdopplung verhindert und stattdessen einen moderaten Preis durchgesetzt“, freut sich Langeworth. „Damit werden Gartenbesitzer nicht übermäßig belastet.“
Bei gewerblichen Anlieferungen bleibt die Linie strenger. Höhere Entgelte sollen laut Koalition dazu beitragen, Anlieferungen aus Nachbarkommunen einzudämmen. „Es darf nicht sein, dass Gewerbetreibende von außerhalb die Bielefelder Entsorgungsinfrastruktur auf Kosten der Bielefelderinnen und Bielefelder nutzen“, sagt Siekmann.