Stand: 01.07.2026 16:54 Uhr
Nach den tödlichen Schüssen in Stade ist am Mittwoch in der Marktkirche Hannover der Verstorbenen gedacht worden. Bei der Gewalttat kamen sechs Menschen ums Leben, darunter drei Mitarbeitende der Region Hannover.
Schon eine halbe Stunde vor Beginn der Andacht um 14 Uhr standen Angehörige, Freunde sowie Arbeitskolleginnen und -kollegen vor der Marktkirche Hannover. Sie alle waren der Einladung des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Hannover gefolgt, um Abschied zu nehmen. Beim Einlass waren schon nach wenigen Minuten alle Sitzplätze belegt, Menschen standen in den Gängen oder setzen sich auf den Steinboden. Der Schock über das Unfassbare stand allen ins Gesicht geschrieben, immer wieder schluchzten Personen, schüttelten fassungslos mit dem Kopf. „Wir sind erschüttert“, so eröffnete Stadtsuperintendent Rainer Müller-Brandes die Andacht,“ ein Mensch in Stade, hat anderen Menschen das Leben genommen und damit ganz viele Menschen gleich mitgetroffen.“ Dann zündete er sechs Kerzen für die sechs Getöteten an.
Erster Regionsrat Palandt: „Lässt uns sprachlos zurück“
Neben Stadtsuperintendent Müller-Brandes sprach auch der Erste Regionsrat der Region Hannover Jens Palandt (Grüne). Unter den sechs Getöteten seien auch drei Mitarbeitende der Region Hannover, so Palandt: „Sie waren in Stade, um das zu tun, was sie jeden Tag mit großer Hingabe taten: Kindern und Familien in schwierigen Lebenssituationen beizustehen. Dass ihr Einsatz für andere auf so unbegreifliche Weise endete, lässt uns sprachlos zurück.“ Es folgten weitere Reden von Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) sowie vom Bürgermeister der Stadt Garbsen, Claudio Provenzano (SPD), die ebenfalls ihr Mitgefühl ausdrückten.
Kondolenzbuch: Schlange schier endlos

Viele der Trauernden schrieben im ausgelegten Kondolenzbuch ihr Beileid nieder.
Zu Ende der Andacht gab es für die Trauernden die Möglichkeit, in ein Kondolenzbuch zu schreiben. Die Menschenschlange reichte quer durch die Marktkirche und immer wieder standen weitere Personen auf, um sich einzureihen. Einige schrieben nicht nur ihr Beileid in das Buch, sondern klebten auch Fotos ein, viele legten weiße Rosen nieder. Ursprünglich war für den Gottesdienst eine halbe Stunde angedacht, doch die Warteschlange am Kondolenzbuch ebbte erst nach 15.30 Uhr langsam ab. Die Region Hannover weist darauf hin, dass seit Dienstag ein weiteres Kondolenzbuch im Foyer des Regionshauses an der Hildesheimer Straße ausliegt. Bereits am Dienstagabend gab es eine Andacht in der St.-Wilhadi-Kirche in Stade. Nach Angaben einer NDR Reporterin nahmen auch dort Hunderte Menschen teil.
Mitarbeitende waren wegen Gesprächs in Stade
Drei der sechs Todesopfer waren nach Angaben einer Sprecherin der Region Hannover Mitarbeitende des hiesigen Jugendamts. Sie bestätigte auf Nachfrage, dass die drei Getöteten – laut Polizei zwei Frauen und ein Mann – wegen eines Gesprächs mit dem mutmaßlichen Täter in die Einrichtung gefahren seien. Dort sollen die drei Monate alte Tochter des 45-Jährigen sowie deren 34 Jahre alte Mutter untergebracht gewesen sein. Der Mann kommt nach NDR Informationen aus Garbsen in der Region Hannover. Weil der Vater als auffällig galt, sollte das Gespräch in einem größeren Rahmen stattfinden.

Nach NDR Recherche soll er am Ku’damm in Berlin für Pistole und Munition 4.000 Euro bezahlt haben.

Sechs Tote in Mutter-Kind-Einrichtung
In einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade sind sechs Mitarbeiter erschossen worden. Was weiß die Polizei über den mutmaßlichen Schützen und sein Motiv? Was ist über die Opfer bekannt?

Drei Mitarbeitende des Jugendamts kamen am Montag während eines Termins ums Leben. Ein 45-Jähriger soll sie getötet haben.

Das sagte Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) während einer Andacht in Stade. Sechs Menschen sind am Montag ums Leben gekommen.

Sechs Menschen wurden in einer Jugendeinrichtung getötet. Bei dem mutmaßlichen Täter handle es sich um den Vater eines untergebrachten Kindes.
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